Sie wollten mehr, alle. Als sie letztlich erreicht haben. Alle drei Ländle-Klubs der Ersten Liga haben ihre Saisonziele nicht wirklich erreicht. Allen drei Mannschaften fehlte letztlich die Siegermentalität, um sich dort zu platzieren, wo es am Saisonende wirklich Freude macht.
Altach und Austria Lustenau verbuchten Teilerfolge. Die Rheindörfler lagen am Ende der Herbstsaison voran, die Lustenauer waren die beste Frühjahrsmannschaft. Aber: Jeweils punktegleich mit dem WAC, der mit zwei zweiten Plätze zur großen Nummer der Liga wurde. Altach versagte in der entscheidenden Phase völlig, nacheinander wurden die Spiele gegen LASK, Austria Lustenau und WAC verloren, damit war die Aktion 3-2-1 zusammengebrochen, am Ende stand ein 3-2-2. Und gerade der zweite Platz der Altacher zeigt, wie leicht es wirklich gewesen wäre, den Titel zu holen. Zum Haareraufen ist es, wenn man mit weniger als einem Dutzend guter Spiele bis knapp vor Schluss noch dabei ist.
Ein wenig ärgern wird sich auch Austria Lustenau: Nach einer tollen Aufholjagd, in der man 12 Punkte auf die Spitze fast gut machte, ging die Leichtigkeit des Siegens just in dem Moment verloren, als man ansetzte, in der Tabelle ganz nach vorne zu kommen. Ein wenig mehr darf man sich über die Verpflichtung der Stürmer im Sommer 2011 ärgern. Ein halbes Dutzend Frontmänner schoss in 21 Spielen nicht einmal ein halbes Dutzend Tore. Hätte man sich schon damals um Kaliber wie Boya oder Thiago bemüht, wäre die Austria seit Freitag wohl Bundesligist. So blieb letztlich doch nur Platz vier.
Enttäuscht ist man auch beim FC Lustenau, dem die Relegation droht. Mit einer eigenartigen Spielerpolitik hat man sich zweifelsfrei selbst in diese unangenehme Situation manövriert. Das Trainerduo Kogler/Geiger bekam zu hören, dass kein Geld für Neuverpflichtungen da sei. Als aber der Name Eto’o auftauchte, ging das Börserl aber weit auf und Kogler/Geiger bekamen den fünften Ausländer in einer Liga, in der nur drei eingesetzt werden dürfen. Aber mit den kleinen Bürdern ist das halt manchmal so eine Sache, im Winter war er wieder weg.
Dafür holte man jede Menge anderer Spieler, als Canadi von Kogler/Geiger übernahm. Mit dem wenig begeisternden Erfolg, nun auf Platz neun abgeschlossen zu haben. Mit einer Mannschaft, die zwar den Lokalrivalen mit einem 2:1 in die Schranken wies, gegen Schlusslicht Hartberg aber wie eine Schülermannschaft agierte und den Klassenerhalt im Geschenkspackerl auf die Hohe Warte zur Vienna schickte.
Ob die Saison 2012/13 mit zwei oder drei Ländle-Klubs beginnt. Man wird sich grundsätzlich darum bemühen müssen, die Qualität über 36 Spiele zu halten, Teilerfolge sind einfach zu wenig.
Elred Faisst










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