27.05.2016

Österreichs Turner enttäuschten: Platz 21

Platz 21: EM-Enttäuschung für Österreichs Turner.

Leimlehner während des Wettkampfs verletzt out, Höck an den Ringen unbelohnt. Dazu drei fehlerhafte Küren.

Die Turn-EM in Bern ist für Österreichs Männer leider nicht gut gelaufen. Auf Platz 21 der 30 gewerteten Teams lagen Alexander Benda (St), Vinzenz Höck (St), Daniel Kopeinik (T), Fabian Leimlehner (OÖ) und Matthias Schwab (V) am Ende deutlich hinter ihren Möglichkeiten und Erwartungen.

Fabian Leimlehner verletzte sich während seiner Ringekür an der linken Schulter. Der Routinier brachte sein Programm zwar mit merkbaren Problemen zu Ende und setzte den Wettkampf auch fort. Doch am Barren brach er erneut ein, kämpfte sich mit zwei Stürzen durch. Da es bei der Elite-Team-EM keine Streichnoten gibt, fand alles vollen Niederschlag im Teamergebnis.

Nach dem versuchten Einturnen am Reck war endgültig klar, dass es nicht mehr geht: „Ich weiß nicht, was es ist, aber meine Schulter hat völlig blockiert. Ich habe den Arm nicht mehr nach oben gebracht.“ Im letzten Moment und ohne Einturnmöglichkeit wurde Alexander Benda an diesem Gerät nachnominiert. Seine Kür gelang ihm dafür verblüffend exzellent.

Ein besonderes Ärgernis war die Ringewertung von Vinzenz Höck. Der Grazer – noch zwei Tage lang amtierender Junioren-Europameister an diesem Gerät – hatte sich zuvor Hoffnungen auf das Gerätefinale der besten Acht am Sonntag gemacht. Höck gelang seine Kür fehlerfrei und er beendete sie mit einer Jubelgeste. Dann war die Betroffenheit im Team und bei den mitgereisten Fans über die Note groß: Nur 14.400 statt der erwarteten (und heuer auch international bereits mehrfach zuerkannten) gut 15 Punkte.

Nationaltrainer Petr Koudela: „Ich habe das noch nie gesagt, aber jetzt ist es so: Das war ein Fehlurteil. Die Schwierigkeitsnote war korrekt, die Ausführungs-Kampfrichter haben sich jedoch kräftig vertan.“ Vinzenz Höck selbst: „Das enttäuscht sehr, es ist nicht gerecht. Ich habe eine schlechtere Wertung als vor zwei Jahren beim Junioren-EM-Gold erhalten, obwohl die Übung von damals mit der heutigen überhaupt nicht mehr vergleichbar ist“. Für das Top-8-Gerätefinale in Bern wären 15.366 Punkte notwendig gewesen. Höch wurde nur 26.

ÖFT-Sportdirektor Dieter Egermann: „Dieses EM-Gesamtergebnis liegt deutlich hinter dem, was ich erwartet hatte. Es sind auch drei weitere Fehler – ein Abstieg vom Pferd und zwei Patzer am Boden – passiert. Dennoch kann ich niemandem einen Vorwurf machen. Das Glück war mit mehreren Verletzungsausfällen im Vorfeld und auch heute nicht auf unserer Seite. Matthias Schwab und Alexander Benda haben ihre Sache sogar sehr gut gemacht. Fabian Leimlehner verdient hohen Respekt, dass er verletzt weiter gekämpft hat. Schließlich turnte Vinzenz Höck seine Ringekür auf Weltniveau, obwohl sie nicht entsprechend belohnt wurde.“

Kunstturner-EM-Teamergebnis Bern 2016 (Rang 1 bis 8 nur Qualifikation für das Teamfinale): 1. Russland, 2. Großbritannien, 3. Schweiz, 4. Ukraine, 5. Frankreich, 6. Deutschland, 7. Spanien, 8. Italien, 9. Belgien, 10. Rumänien, 11. Türkei, 12. Armenien, 13. Griechenland, 14. Weißrussland, 15. Ungarn, 16. Finnland, 17. Israel, 18. Norwegen, 19. Portugal, 20. Aserbaidschan, 21. Österreich, 22. Irland, 23. Tschechien, 24. Polen, 25. Dänemark, 26. Schweden, 27. Lettland, 28. Bulgarien, 29. Kroatien, 30. Slowenien.