26.10.2015

Österreichs Turner
verpatzten die WM

Österreichs Männern misslangen ihre Wettkämpfe bei der Kunstturn-Weltmeisterschaft deutlich. Sowohl Fabian Leimlehner, als auch Vinzenz Höck und Lukas Kranzlmüller turnten in Glasgow mehrfach fehlerhaft, weit unter ihrem Normalniveau. Am Ende herrschte im ÖFT-Lager Ratlosigkeit über das unerwartet schlechte Abschneiden.

 

Leimlehner erzielte im Mehrkampf 80.332 Punkte, Höck 78.798 und Kranzlmüller 78.333. Bei jedem des Trios lag der WM-Wert rund vier Punkte unter jenem Leistungsvermögen, das sie zuletzt stabil gezeigt hatten. Nationaltrainer Petr Koudela: „Ich habe dafür noch keine konkrete Erklärung. Wir waren ausgezeichnet vorbereitet. Es muss an der Psyche gescheitert sein.“

 

Fabian Leimlehner wusste nach seinem WM-Auftritt mit zwei Stürzen nicht, „wie mir so etwas passieren konnte.“ Im Hinblick auf das WM-Ziel Österreichs, den Verbleib in der Olympia-Qualifikation (Top 48 der 87 an der WM teilnehmenden Länder, gemessen am Team- oder dem besten Einzelmehrkampf-Ergebnis), muss das Ende der zweitägigen Männer-Qualifikation am Montag zu Mitternacht bzw. die offizielle Bekanntgabe durch den Weltverband FIG am Dienstag-Nachmittag abgewartet werden. Es ist nicht damit zu rechnen.

 

Junioren-Europameister Vinzenz Höck fand klare Worte: „Egal wie es mit Rio ausgeht, wir haben hier in Glasgow versagt. Einen Mehrkampf turnt man mit dem Kopf, der war – obwohl wir so gut vorbereitet waren, wie noch nie – bei keinem von uns stark genug.“ Lukas Kranzlmüller: „Es sind Fehler passiert, die nicht passieren dürfen. Dafür gibt es keine Entschuldigung.“

 

Österreich begann die WM an den Ringen mit sehr guten Küren von Leimlehner und Kranzlmüller. Höck verpatzte leider die letzte Handstand-Kombination und landete den Abgang zu tief, was ihn gut einen halben Punkt und die Chance auf ein herausragendes WM-Ergebnis an seinem Spezialgerät kostete. Im darauffolgenden Sprungbewerb verpatzten Kranzlmüller und Höck nach dynamischen Flugphasen ihre Landungen, Leimlehner blieb fehlerfrei. Am Barren hatte keiner Probleme, alle drei Küren gelangen ausgezeichnet. Daraufhin stürzten sowohl Leimlehner als auch Kranzlmüller beim „Kovacs“-Flugelement (Doppelsalto über die Stange zum Wiederfassen) vom Reck, wobei Leimlehner den noch schwierigeren „Kolman“ (zusätzliche Schraube im Doppelsalto) danach sicher fing. Höck turnte am Reck mit Problemen durch. Am Boden gelang Leimlehner ein guter Auftritt mit geringfügigen Landungsunsicherheiten. Kranzlmüller stürzte nach einem sehr sauberen Vortrag bei seiner letzten Akrobatikbahn, Höck mittendrin in seinem Vortrag. Am abschließenden Pauschenpferd kamen Kranzlmüller und Höck souverän durch ihr Programm, Leimlehner musste einmal absteigen und hatte zusätzliche Ausführungsprobleme.

 


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