04.11.2017

Deutschland übernimmt Turn10-Programm

2007 leitete das neu entwickelte Vereins- und Schul-Gerätturnprogramm „Turn10®“ eine Trendumkehr ein. Davor waren die Teilnehmerzahlen im österreichischen Gerätturnen seit Jahren gesunken. Doch dank des ebenso einfachen wie weltweit innovativen Turn10-Systems ging es sofort wieder aufwärts – eine positive Entwicklung, die bis heute ungebrochen anhält. Bald wird sie multipliziert: Ab 2018 übernimmt der Deutsche Turnerbund die österreichische Erfindung in Lizenz.

Am Vorabend des DTB-Verbandstages unterschrieben im Schloss Bruchsal (Baden-Württemberg) die Präsidenten Dr. Alfons Hölzl (DTB) und Prof. Friedrich Manseder (ÖFT) den Turn10-Kooperationsvetrag. Als „Türöffner“ hatte der Bayerische Turnverband fungiert. Dieser war bereits 2015 auf den Turn10-Zug aufgesprungen – und dessen rundum höchst zufriedene Erfahrungen weckten schließlich das Interesse in ganz Deutschland.

Der Österreichische Fachverband für Turnen (ÖFT) ist mit rund 90.000 Mitgliedern in 450 Vereinen der fünftgrößte olympische Sportverband Österreichs. Zu Beginn hatten rund 250 der ÖFT-Vereine an den Turn10-Wettkampfangeboten teilgenommen. Zuletzt 2016 waren es bereits knapp 400 – wobei nicht nur die Quantität, sondern zusätzlich das sportliche Niveau innerhalb des Turn10-Programms kontinuierlich ansteigt. Zehntausende haben beim Turnen nicht nur viel Spaß, sondern lernen Übung um Übung dazu.

Das Gerätturnen und der Hochleistungssport Kunstturnen werden weltweit zu gut drei Vierteln von Mädchen und Frauen betrieben – so auch hierzulande. Gemessen an der beteiligten Vereinsanzahl ist Turnen sogar der größte Mädchen-Wettkampfsport Österreichs. Ab jetzt richtet sich das Angebot von Turn10 zusätzlich an 17.000 DTB-Vereine.

DTB-Präsident Hölzl betonte im Zuge der Vertragsunterzeichnung die „immense Chance, die für uns in diesem niedrigschwelligen Programm aus Österreich liegt“. ÖFT-Präsident Manseder freute sich über einen „Meilenstein in der sportlichen Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Österreich. Wir heben die schon immer hervorragende Kooperation zwischen DTB und ÖFT auf ein neues Niveau“.


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