28.05.2017

Hochspannung im Siebenkampf

Olympiasiegerin Nafissatou Thiam mit übersprungenen 1,98 m

Die Siebenkämpferinnen haben am ersten Tag des Götzner HYPO-Meetings eine Wahnsinns-Show abgeliefert. Hauptdarstellerinnen waren Katarina Johnson-Thompson, Nafissatou Thiam und Carolina Schäfer, die am Ende nur sechs Punkte trennten. Bei den Herren dominierte Damian Warner.

Das hat nicht nur Götzis, das hat die ganze Leichtathletik-Welt noch nicht gesehen. Nach den ersten vier Bewerben lagen im Siebenkampf drei Weltklasse-Damen in Front. Mit mehr als 4000 Punkten. Das hat es in der Leichtathletik-Geschichte überhaupt erst sieben Mal gegeben, gestern in Götzis gleich drei Mal. Kein Wunder, dass die großen Sympathien unter den vielen Mehrkampffans diesmal bei den Damen lagen. Das Warmup in den verrücktesten Siebenkampf aller Zeiten lieferte aber eine Niederländerin, die schon im 100-m-Hürden mit einem neuen Meeting-Rekord die Fans so richtig auf Touren brachte. Im zweiten Bewerb sorgte Olympiasiegerin Nafissatou Thiam mit übersprungenen 1,98 m für den nächsten Rekord im Mösle. Im Kugelstoßen war dann mit Anouk Vetter eine zweite Niederländerin voran. Ehe Katarina Johnson-Thompson die 200 Meter in sensationellen 22,81 Sekunden herunter trommelte. Mitten drin statt nur dabei war stets die Deutsche Carolin Schäfer mit vier (!) Podestplätzen. Zweite über die Hürden, dritte im Hochsprung, dritte im Kugelstoßen und dritte im 200-m-Lauf. Was werden diese Super-Mädels in den heute noch zu absolvierenden drei Bewerben abliefern. Wer das versäumt, ist wahrscheinlich selbst Schuld. Beste Österreicherin war Ivona Dadic, die nach dem ersten Tag auf dem guten elften Rang liegt, obwohl sie im Hochsprung mit „nur“ übersprungenen 1,74 Metern viele Punkte liegen gelassen hat. Trotzdem hat Dadic gute 3699 Punkte zu Buche stehen. Und auch die jungen Österreicherinnen haben sich sehr gut gehalten. Sarah Lagger aus Kärnten liegt mit sehr guten 3466 an der 20. Stelle, die Steirerin Karin Strametz holte 3341 Punkte in den ersten vier Bewerben und ist damit 24. Zwei mussten am ersten Tag aufgeben. Die Deutsche Super-Athletin Jennifer Öser und die Niederländerin Nadine Broersen. Beide konnten nach Blessuren nicht mehr weitermachen.

Damian Warner – wer sonst! Der erste Tag des Götzner Zehnkampfs wurde eine klare Beute des überragenden Kanadiers Damian Warner. Der Vorjahressieger holte sich mit 4532 eine glasklare Führung vor seinem überraschend starken Landsmann Pierce Lepage. Warner begann stark. Der 100-Meter-Lauf wurde mit tollen 10,35 Sekunden eine klare Beute des Kanadiers. Seine Zeit war die zweitbeste je in Götzis gelaufene 100er-Zeit. Übertroffen nur von – Damian Warner, im Vorjahr trommelte der Kanadier den Sprint in sensationellen 10,15 Sekunden herunter. Mit 7,85 holte sich der „Fast Boy“ fast logisch auch den Weitsprung. Nach durchwachsener Leistung im Kugelstoßen sorgte Warner im Hochsprung (2,03 m) und im 400 m-Lauf neuerlich für Spitzenleistungen. Und für 153 (!) Punkte Vorsprung auf Lepage. Vom Pech verfolgt waren die Deutschen Teilnehmer. Nach Kai Kazmirek am Freitag musste gestern auch Arthur Abele schon vor schon vor dem Wettkampf verletzungsbedingt passen. Rico Freimuth auf Rang sechs und der Newcomer Mathias Brugger hielten auf den Rängen sechs und sieben die Fahnen unserer nördlichen Nachbarn hoch. Von seinem Ziel, einenm Top-Ten-Platz war der Niederösterreicher Dominik Distelberger ein ganz schönes Stück entfernt. Mit 4058 Punkten nach durchschnittlichen Leistungen musste sich Österreichs Paradezehnkämpfer am Ende mit dem enttäuschenden 19. Platz begnügen. Das lag an den Sprungbewerben. Im Weitsprung ließ Distelberger mit einem halben Meter unter der Bestleistung ebenso Punkte liegen wie im Hochsprung, wo er gleich 14 cm unter seiner Bestleistung von 2,02 m blieb. „Wir haben den Formaufbau auf die WM in London ausgerichtet, da ist es drinnen, dass um diese Zeit noch nicht alles perfekt funktioniert“, meinte Österreichs bester Zehnkämpfer. Fortgesetzt wird das 43. Mösle-Meeting in Götzis heute ab 10 Uhr mit fünf Herren- und drei Damenbewerben.