19.03.2020

"Jetzt geht es um Zusammenhalt"

Auch die Karate-Welt hält im Angesicht des Coronavirus den Atem an. Die EM in Baku Ende März abgesagt, die Premier League in Madrid Mitte April ebenso. Mittwochabend kam die Verschiebung des Olympia-Qualifikationsturniers in Paris von Mitte Mai auf Ende Juni (26.-28.6.).

Für Ex-Welt- und Europameisterin Alisa Buchinger gibt es derzeit ohnehin Wichtigeres. Die Salzburgerin ist als Heeressportlerin mit ihrem Karate-Kollegen Stefan Pokorny und Co. in einem Warenlager in Laakirchen (OÖ) im Einsatz.

„Wir werden in der Früh mit einem Bundesheer-Bus im Olympiazentrum Rif abgeholt und fahren nach Oberösterreich in das Lidl-Zentrallager. Wir unterstützen dort die Leute, die an ihre Belastungsgrenzen gekommen sind. Jetzt geht es um Zusammenhalt und deshalb ist es mir wichtig, da mitzuhelfen. Es ist zwar ein trauriger Anlass, aber im Endeffekt ist es schön, dass die Menschen jetzt sehen, dass es gut ist, aufeinander zu schauen“, sagt Buchinger, die seit vielen Jahren ihr persönliches soziales Engagement unter anderem bei einem Hilfsprojekt in Indien zeigt.

Ihr Training hat sie vom geschlossenen Olympiazentrum Salzburg-Rif ins Home-Office verlagert: „Meine Trainingspläne bekomme ich per Mail, daheim habe ich mit ein paar Geräten ein kleines Fitnessstudio aufgebaut. Das Intervall-Training mache ich draußen allein oder mit meinem Freund.“

Die Karate-Premiere bei Olympischen Spielen in Tokio bleibt das Fernziel. Buchinger: „Darauf ist mein sportlicher Fokus gerichtet. Auf die Qualifikation. Deshalb sind die Verschiebungen auch wichtig, damit alles weiterhin fair abläuft. Aber derzeit gibt es wichtigere Dinge als den Sport. Ich bin mir sicher, dass unser Weltverband und die Verantwortlichen im IOC in erster Linie auf das hören, was die WHO sagt. Alle wissen, dass in dieser Situation unsere Gesundheit das Wichtigste ist.“