06.05.2017

Bettina Plank holt Bronze

Bettina Plank im Bronzekampf / Foto: Geri Grafoner

Sie sank in die Knie, der Körper zuckte, sie weinte vor Freude – ein Emotions-Déjà-vu erlebte Alisa Buchinger nach dem EM-Finale von Izmit/Kocaeli in der Türkei. Die 24-Jährige holte mit dem 5:1-Sieg gegen Agier Alizee (Fra) nach WM-Gold in Linz nun auch ihren zweiten EM-Titel. Auch Bettina Plank durfte jubeln: Nach WM-Bronze in Linz gab es EM-Bronze in der Türkei.

Schon vor dem Endkampf in der Klasse bis 68 kg gab sich Alisa vollkommen fokussiert. „Sie gab sich wie eine wahre Championesse, zeigte von Anfang an, wer der Chef auf der Matte ist“, strahlte ÖKB-Generalsekretär Ewald Roth. 47 Sekunden vor Schluss setzte die Salzburgerin auch ihren ersten Treffer, aber Alizee antwortete im Konter – stellte auf 1:1. Dann kam das Buchinger Furioso: Ein perfekter Mawashi-geri führte 30 Sekunden vor Schluss zur 3:1-Führung. Dann musste die Französin angreifen und die Salzburgerin antwortete sechs Sekunden vor der Sirene mit einem Ushiro-Geri, ihrer Spezialtechnik – und fixierte den 5.1-Endstand. 

„Genial, ich bin nun Europa- und Weltmeisterin. Ich war heute komplett verändert, ganz anders als in der Qualifikation, hatte ein Gefühl der Überlegenheit, das ich am Donnerstag vollkommen vermisste“, war die Salzburgerin happy und umarmte ihren überglücklichen Startrainer Manfred Eppenschwandtner.

Danach gab´s noch ein WM-Déjà-vu: Bettina Plank (karate-do Wels/-50 kg) erkämpfte wie schon in Linz Bronze. Beim 3:0 gegen Adriana Crhonkova (Cz) beherrschte die Vorarlbergerin den Kampf, konnte aber 1:50 Minuten lang keinen Zähler landen. Zehn Sekunden vor Schluss die Entscheidung: Trainer Juan Luis Benitez drückte den Joystick und forderte den Videobeweis. Er bekam Recht und Bettina Plank zog durch einen Mawashi-Geri – also Ippon – auf 3:0 davon. Dann war Bronze gesichert und die Wahl-Oberösterreicherin strahlte: „Mir ist ein Stein von Herzen gefallen. Ich bin froh, dass sich das Vorjahres-EM-Déjà-vu nicht wiederholte – als ich das keine Finale verloren hatte.“ Trainer Benitez schwärmte: „2015 holte Bettina in der Türkei Gold, in diesem Jahr war sie aber noch stärker.“ Auch Ewald Roth analysierte glücklich: „Bettina kämpfte taktisch sehr gut, sie ist in der Form ihres Lebens, hätte sich das Finale verdient. Aber in der Qualifikation gab es leider eine fragwürdige Wertung gegen sie.“


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