05.05.2017

Plank kämpft um Bronze

„Die phantastische Serie wird prolongiert!“, strahlte Österreichs Generalsekretär Ewald Roth schon nachdem die 52. Karate-Europameisterschaft im türkischen Izmit in Kocaeli erst sechs Stunden alt gewesen war. Durch den Finaleinzug von Alisa Buchinger stand fest, dass Österreich auch 2017 mit mindestens einer Medaille heimkehren wird. Seit 2011 gab es (mit Ausnahme von 2012) immer mindestens einmal Edelmetall für den ÖKB.

Mit Hansoku – einem 8:0 startete Weltmeisterin Buchinger in die EM: Dabei hätte die Salzburgerin gegen Luana Debatty 0:1 verloren, doch die Belgierin stieg in der letzten Sekunde von der Kampffläche und wurde disqualifiziert. Danach setzte sich Salzburgs Sportlerin des Jahres Sanja Cvrkota (Serb) nach einem 0:0 mit einem 5:0 Kampfrichterentscheid ebenso knapp durch, ehe im Halbfinale die Spanierin Cristina Vizcaino mit 3:0 ins kleine Finale geschickt wurde. Im Finale am Samstag trifft die 24-Jährige auf Alizee Agier (Fra). „Ich war heute nicht gut drauf, steh aber im Finale – unglaublich! Samstag ist ein neuer Tag, da werde ich alles geben“, meinte Buchinger, der das gesamte Team nun Gold in der 5000 Menschen fassenden SEH?T RECEP TOPALOGLU ARENA zutraut.

Einen Krimi erlebten die Österreich-Fans in der 50 Kilo-Kategorie: Die WM-Bronzene Bettina Plank scheiterte nach souveränen 7:0 und 4:0-Siegen zwar erst überraschend und nach fragwürdigen Kampfrichterwertungen in Runde drei gegen Duygu Bugur GER mit 2:4. Dann aber bäumte sich die Karate-do Wels-Athletin noch einmal großartig auf und setzte sich in der Hoffnungsrunde überraschend gegen Angstgegnerin Alexandra Recchia (Fra) mit 1:0 durch. Nun kämpft die 25-Jährige, die enorm stark kämpfte, am Samstag um EM-Bronze.

Knapp am Bronze-Kampf vorbei schrammte Stefan Pokorny: der Salzburger verlor den Einzug ins kleine Finale gegen Mario Hodzic MNE hauchdünn mit 0:1 – am Ende wurde der 67-Kilo-Kämpfer Siebenter. „Pokorny besiegte den starken Da Costa in Runde eins – nur ein Quäntchen Glück fehlte zur ersten Medaille“, haderte Ewald Roth.

Am Freitag wird Österreich mit Buchinger, der WM-Bronzenen Bettina Plank und mit den Debütantinnen U-21-EM-Bronzemedaillen-Gewinnerin Mariam Elaswad sowie der österreichischen Meisterin Nina Vorderleitner auch im Teambewerb an den Start gehen. Auch im Team hat das rot-weiß-rote Quartett Außenseiterchancen auf eine Medaille.