29.05.2018

Ländle-Asse auf Medaillenjagd

Adriana Mathis stqrtet im 1er

Am kommenden Wochenende findet die UEC-Hallenradsport-Europameisterschaft der Elite in Wiesbaden/Deutschland statt. Dabei sind erstmals neben Radball auch Kunstradfahrer am Start. Für Radball gab es bereits seit 2015 eine Elite-Europameisterschaft, davor war es der „Europacup“. Die Kunstradfahrerinnen und Kunstradfahrer sind heuer das erste Mal dabei. Somit wird diese EM wohl zu einer „vorgezogenen“ Weltmeisterschaft, sind doch die starken europäischen Nationen fast geschlossen am Start.

Österreich hat ein kleines Team – alle kommen aus Vorarlberg - zwölf Nationen sind dabei

Für die EM haben sich die Vorarlberger Sportlerinnen und Sportler seit vielen Monaten intensiv vorbereitet. Verletzungsbedingte Ausfälle im „1er“ Herren und im „2er open“ (Marcel Schnetzer), Rücktritte (Jana Latzer) und die Startberechtigung für nur ein Radball-Team (im Weltcup sind es deren drei) ergeben diesmal ein eher kleineres Team. Chancen auf Medaillen bestehen vor allem im Radball, bei den „1er“-Damen und im „4er open“. So sind die Punkteeingaben der Maßstab für die Startreihenfolge und für mögliche Erfolge.

Erwartet werden an der EM Sportlerinnen und Sportler aus 12 Nationen: Spanien, Portugal, Belgien, Frankreich, Italien, Slowakei, Tschechien, Ungarn, Niederlande, Schweiz, Deutschland und Österreich.

Radball: Schnetzer/Bröll sind Titelverteidiger

Waren 2017 die beiden Höchster Top-Teams noch gemeinsam im Finale und belegten die Plätze eins und zwei, so darf heuer erstmals nur noch ein Team pro Nation an den Start gehen. Als „Ö-Cup-Sieger 2018“ hat sich Höchst 1 mit Patrick Schnetzer und Markus Bröll qualifiziert. Gespielt wird in Wiesbaden nach dem WM-Reglement. Nach der Vorrunde „jeder gegen jeden“ spielt der Erste gegen den Vierten, der Zweite gegen den Dritten. Die Sieger wiederum spielen dann im Finale um den Europameistertitel. Es könnte, wenn alles nach der Papierform läuft, zu einer WM-Revanche zwischen Deutschland und Österreich kommen. Die deutschen Weltmeister von 2017, Gerhard und Bernd Mlady, sind ebenfalls am Start. In Dornbirn haben Schnetzer/Bröll im Finale knapp gegen die Mlady’s verloren.

Kunstrad: alle Teilnehmer haben schon WM-Erfahrung

Bei den Kunstrad-Damen starten Denise Boller vom ÖAMTC RC Gisingen und Adriana Mathis vom ARBÖ RC „11er“ Meiningen im „1er“. Sie haben die dritt- bzw. vierthöchste Punktezahl eingereicht. Nach der Papierform und bei guter Tagesverfassung könnte daher eine Medaille möglich sein.

Christopher Schobel vom ÖAMTC RC Mazda Hagspiel Höchst ist im „1er Herren“ der einzige österreichische Teilnehmer. Der „4er open“, ebenfalls vom ÖAMTC RC Mazda Hagspiel Höchst mit Leonie Huber, Lea Schneider, Lukas Schneider und Julia Wetzel starten am Samstag vor dem große Radball- und Damen „1er“ Finale.

Alle österreichischen Kunstrad-Starterinnen und Starter haben WM-Erfahrung. Adriana Mathis und Denise Boller waren bereits Weltmeisterinnen. Christopher Schobel belegte an der WM 2017 in Dornbirn den sehr guten 7. Rang. Alle wollen ihre guten Punkteeingaben auch im Wettkampf umsetzen. Für den „4er open“ ist es nach zwei WM’s der dritte große internationale Auftritt. Mit einer fehlerfreien Kür und der dritthöchsten eingereichten Punktezahl von 206,70 ist eine Medaille in Reichweite.  

Vorarlberg ist und bleibt die Hallenradsport-Hochburg von Österreich
Es ist nicht überliefert, warum sich gerade in Vorarlberg erfolgreiche Hallenradsportvereine etabliert haben. Wahrscheinlich liegt es einerseits am Ehrgeiz des alemannischen Volksstammes, andererseits sicher auch an der „Kleinheit/Überschaubarkeit“ der Region Vorarlberg. Die Hallenradsportvereine liegen alle in einem Umkreis von rd. 25 km, was sich sehr positiv auf die Sportler, auf das Training und natürlich auf die „Wettkämpfe in der Nähe“ auswirken. Darüber hinaus gab und gibt es einen regen Kontakt zu den Nachbarländern Schweiz, Liechtenstein und Süddeutschland. Der Bodenseeraum gilt seit vielen Jahren als „Einheit“ für sportliche Veranstaltungen auch im Hallenradsport.

Die österreichische EM-Delegation 2018

Kunstrad „1er“ Damen   
Denise Boller, 182,10 Pkt., ÖAMTC RC Böhler Gisingen    
Adriana Mathis, 185,50 Pkt., ARBÖ RC „11er“ Meiningen

Kunstrad „1er“ Männer   
Christopher Schobel, 155,70 Pkt., ÖAMTC RC Mazda Hagspiel Höchst,

Kunstrad „4er open“   
Leonie Huber, Lea u. Lukas Schneider, Julia Wetzel 206,70 Pkt, ÖAMTC RC Mazda Hagspiel Höchst

Radball
Patrick Schnetzer/Markus Bröll, ÖAMTC RC Mazda Hagspiel Höchst    
Radball Ersatzteam
Pascal Fontain/Stefan Feurstein, RV Dornbirn

Neben den Sportlern sind noch folgende Personen bei der EM dabei:

ÖRV Hallenradsport Präsident, Andreas Schnetzer und Betreuer Radball
Delegationsleiter, Elke Jäger
Nationaltrainer Radball, Gernot Fontain
Nationaltrainer Kunstrad, Günter Nicolussi
Nationaltrainer „4er“, Inge Melbinger
Mechaniker, Wolfgang Bröll
Physiotherapeut, Daniel Flatz
Heimtrainer Kunstrad, Sabine Mathis, Claudia Schneider, Silvia Huber, Marcus Buchal
        
Programmübersicht und Startzeiten *) österreichischen TeilnehmerInnen
*) die Startzeiten können sich evt. ein wenig verschieben

Freitag, 1.6.2018
Vormittag    Radball + Kunstrad „1er“ Männer
    10.20 Uhr Radball    AUT – BEL
    11.00 Uhr „1er“ Männer Christopher Schobel/AUT

Nachmittag/    Radball + Kunstrad „2er“ Damen
Abend    14.50 Uhr Radball    AUT – CZE
    18.00 Uhr Eröffnungsfeier
    19.35 Uhr Radball    AUT – SUI
    21.30 Uhr Siegerehrung Kunstradfahren „1er“ Männer  

Samstag, 2.6.2018
Vormittag    Radball + Kunstrad „1er“ Damen
    09.45 Uhr Radball    AUT – FRA
    12.40 Uhr Radball    AUT – GER
Nachmittag    Radball + Kunstrad „1er“ Damen, „4er open“
    14.00 Uhr Radball Semifinalspiele Rg.1:Rg.4, Rg.2:Rg.3
    14.58 Uhr Kunstrad AUT- „4er open“
    15.30 Uhr Siegerehrung Kunstrad „4er open“
    15.45 Uhr Radball Spiel um Platz 3
    16.10 Uhr „1er“ Damen Denise Boller/AUT
    16.18 Uhr „1er“ Damen Adriana Mathis/AUT
    17.00 Uhr Siegerehrung Kunstrad „1er“ Damen
    17.30 Uhr Radball Finalspiel,
    18.00 Uhr Radball Siegerehrung