30.06.2016

"Erfolgshunger ist noch lange nicht gestillt"

Österreichs Herren-Volleyball-Nationalmannschaft reist nach dem Terror-Anschlag auf den Istanbuler Flughafen Atatürk mit einem Tag Verspätung zum Final-Four-Turnier der CEV Volleyball European League. Das Nationalteam wird heute, Donnerstag, um 10:15 Uhr nach Sofia fliegen, um über die bulgarische Hauptstadt nach Varna zu gelangen. Dort wird sie um ca. 15:40 Uhr ankommen und am Abend ein Training bestreiten. Ursprünglich wäre bereits für 15 Uhr eine Übungseinheit angesetzt gewesen. Wegen des Attentats konnte die ÖVV-Auswahl nicht schon am Mittwoch über Istanbul anreisen.

Österreichs Herren-Nationalteam bekommt es am Freitag, 1. Juli (14 Uhr), im Halbfinale mit dem Sieger der Gruppe A, Mazedonien, zu tun. ORF Sport+ überträgt die Partie live. Um 17 Uhr bestreiten Estland, der Sieger der Österreich-Gruppe B, und Gastgeber Bulgarien das zweite Semifinale. Das Finale und Spiel um Platz drei gehen am 2. Juli in Szene. Der Sieger erhält ein Ticket für die millionenschwere World League 2017.

ÖVV-Teamchef Michael Warm: "Wir haben die Mazedonier als ein Team erlebt, das extrem effektiv agiert und kaum Fehler begeht. Die starken Mittelblocker und ihr Superstar, Diagonalangreifer Nikola Gjorgiev, der in Japan eine tolle Saison gespielt hat, sind ganz schwer in den Griff zu bekommen. Wir sind darauf vorbereitet, dass wir uns jeden Punkt hart erkämpfen müssen und eine optimale Leistung benötigen." 

Umgekehrt weiß Warm freilich auch um die Stärken seiner Mannschaft: "Das Team spielt eine überragende Saison und hat in den vergangenen acht Wochen neuerlich sehr große Fortschritte gemacht. Für das Match gegen Mazedonien haben wir verschiedene Konzepte parat, die wir je nach Situation abrufen können. Wir haben uns jetzt zehn Tage intensiv auf Mazedonien vorbereitet. Zunächst müssen wir uns dennoch auf die eigene Leistung konzentrieren und selbst gut Volleyball spielen. Ich sehe, dass der Erfolgshunger der Burschen noch lange nicht gestillt ist und sie weiter hart arbeiten. Die positive Resonanz in vielen Medien hat alle natürlich nochmals gepusht."

Die unmittelbare Auswirkung der Anschläge am Istanbuler Flughafen auf die Vorbereitung des Nationalteams relativiert Warm: "Die Anschläge sind schlimm genug. Allerdings nicht für uns, sondern für alle direkt Betroffenen. All jenen können wir nur unser Mitgefühl ausdrücken." Mit im Flieger sitzen neben dem Betreuerstab wieder 14 Spieler. Karl Jurkovics wurde von Trainer Warm als 15. Spieler nicht nominiert. Mit Ausnahme von Lorenz Koraimann sind alle weiteren Akteure voll einsatzfähig. Ein Umstand, den Warm auch als wichtigen Erfolgsbaustein bezeichnet: "In den vergangenen Jahren sind sehr viele Spieler ausgefallen oder mit Verletzungssorgen zum Nationalteam gekommen. Heuer sind wir davon erstmals weitgehend verschont geblieben und konnten bis auf kleine Ausnahmen während der gesamten Zeit auf den etablierten Kernkader vertrauen. Ein eingespieltes Team und keine wesentlichen Ausfälle zu haben, ist natürlich ein wichtiger Faktor!"

Final Four Kader (14)

BERGER Alexander

BUCHEGGER Paul

GRABMÜLLER Nicolai

HARTHALLER Alexander

KORAIMANN Lorenz

KROISS Philipp

MENNER Anton

MICHEL David

RINGSEIS Florian

TRÖTHANN Thomas

THALLER Maximilian

TUSCH Alexander

WOHLFAHRTSTÄTTER Peter

ZASS Thomas

2016 CEV Volleyball European League Final Four

01.07.

Österreich - Mazedonien, 14.00 Uhr live in ORF Sport+

Estland - Bulgarien, 17.00 Uhr

02.07.

Spiel um Platz 3 14.00 Uhr

Finale 17.00 Uhr


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