10.01.2019

Österreichs Herren
fahren zur EM

Österreichs Volleyball-Nationalmannschaft der Herren hat Historisches vollbracht. Das Team von Headcoach Michael Warm löste erstmals aus einer Qualifikation heraus und aus eigener Kraft das EM-Ticket, schlug am letzten Spieltag Kroatien in Zagreb 3:1 (25:22, 18:25, 25:20, 25:20) und fährt als einer der fünf besten Gruppenzweiten zur Endrunde (12. bis 29. September).

Das Match begann wegen eines Stromausfalls mit 40 Minuten Verzögerung, schon nach wenigen Punkten musste Kapitän Peter Wohlfahrtstätter angeschlagen vom Feld, ihn ersetzte der wegen vieler Ausfälle (Alex Berger, Paul Buchegger, Thomas Tröthann, Niklas Kronthaler) reaktivierte Routinier Philip Schneider. Und der 37-jährige Vorarlberger machte seine Sache wie seine Mannschaftskollegen hervorragend. Die Österreicher traten mutig auf, führten 9:5. Aber die Kroaten machten den Rückstand wett (10:10). Bis zum 21:21 lieferten einander die Teams ein Kopf-an-Kopf-Rennen, dann war es aber das ÖVV-Team, das mit drei Punkten in Folge die Vorentscheidung in Durchgang eins herbeiführte. Thomas Zass verwertete nach 24 Minuten den zweiten Satzball zum so wichtigen 25:22.

Das Spiel blieb zunächst intensiv und ausgeglichen. Mitte des zweiten Satzes konnten sich die Kroaten aber absetzen, auf 17:13 davonziehen. Mit 25:18 war Durchgang zwei am Ende doch eine recht klare Angelegenheit. Die Österreicher zeigten sich aber unbeeindruckt, liefen – angefeuert durch den lautstarken rotweißroten Anhang – zur Bestform auf und zogen auf 12:5 davon. Dieses Polster ließen sich Zass und Co. nicht mehr nehmen. Nach 72 Minuten landete ein Block der Kroaten im Out (25:20) – die EM-Qualifikation aus eigener Kraft war für die ÖVV-Spieler Gewissheit.

Teamchef Warm wechselte, schickte jene aufs Feld, die an diesem historischen Abend noch keine Spielzeit erhalten hatte. Man merkte ihnen nicht an, dass das EM-Ticket eben erst gebucht worden war. Es gab keinen Konzentrationsabfall. Lorenz Koraimann und Co. hielten den vierten Satz zunächst offen, um sich schließlich von 19:19 mit fünf Punkten in Folge Matchbälle zu erspielen. Kurz darauf hieß es 25:20,der erste Auswärtssieg dieser Qualifikation war eingefahren.

Die Auslosung der EM-Gruppen steigt bereits am 16. Jänner in Brüssel. Die Europameisterschaft mit Österreich findet vom 12. bis zum 29. September in Slowenien, Belgien, Frankreich und Niederlande statt. Erstmals werden 24 Mannschaften an den Start gehen.

Stimmen
ÖVV-Teamchef Michael Warm: „Ich bin den Tränen nahe... Wir haben so viele Jahre darauf hingearbeitet und jetzt haben wir es geschafft! Um dieses Ziel zu erreichen, haben wir alle Vollgas gegeben. Wir haben uns noch nie so gut als Team präsentiert. Unser Traum war es, es aus eigener Kraft zu schaffen. Trotz der vielen Ausfälle. Man hat gesehen, dass wir genug Spieler haben, die auf diesem Level spielen können. Das ist die tollste Erkenntnis! Bei der Heim-EM 2011 hatten wir noch wenige Spieler, die auf diesem Niveau spielen konnten, seither haben wir eine neue Generation aufgebaut. Heute gab es ab 17 Uhr Handy-Verbot. Wir wollten uns nur auf uns konzentrieren!“

ÖVV-Präsident Gernot Leitner: „Eine historische Leistung unseres Herren-Teams! Die Burschen haben Geschichte geschrieben für den österreichischen Volleyballsport! Sich aus eigener Kraft für eine EM zu qualifizieren, ist eine unglaubliche Leistung. Die Länderspielserie 2018 mit der European League und den EM-Qualifikationsspielen hat eine unglaubliche Euphorie in den Veranstaltungsorten mit sich gebracht. Darauf wollen wir aufbauen. Als EM-Teilnehmer werden wir nicht nur in der European League gegen Griechenland, Ungarn und Bosnien tolle Spiele haben, sondern auch im Vorfeld der EM hoch attraktive Freundschaftsspiele durchführen. Das wird ein super Volleyball-Jahr! Gratulation! Und davon werden auch unsere Damen profitieren!“

ÖVV-Sportdirektor Gottfried Rath: „1971 war das letzte Mal, dass wir bei einer EM dabei waren, ohne dass wir sie veranstaltet haben. Das muss man sich einmal auf der Zunge zergehen lassen. Damals war die Nennung gleichbedeutend mit der Qualifikation. Auf sportlichem Weg haben wir uns nun erstmals qualifiziert! 1971 war noch keiner der Burschen, die heute gespielt haben, auf der Welt. Es ist eine Leistung, die nicht hoch genug einzuschätzen ist. Es aus eigener Kraft zu schaffen, ist einfach nur unglaublich! Wir (Präsident Gernot Leitner und ich, Anm.) haben nach dem Damen-Spiel vor dem Liveticker mit den Herren mitgezittert. Wir empfinden jetzt nur noch unendlichen Stolz und vor allem unendlichen Tatendrang für die Zukunft des österreichischen Volleyballsports!“

CEV Volleyball European Championship-Qualifiers
09.01.: Kroatien vs. Österreich 1:3 (22:25, 25:18, 20:25, 20:25)
Topscorer: Leo ANDRI?, Sandro DUKIC (je 10) und Ivan MIHALJ (9) bzw. Thomas ZASS (22), Philip SCHNEIDER (11), Anton MENNER (7). Angriffspunkte 41:45, Asse 4:9, Blockpunkte 13:13, Eigenfehler 26:29. Spieldauer 97 Minuten.


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