31.08.2017

FL-Landesmeisterschaft in Gams-Werdenberg

Am kommenden Wochenende wird auf dem Heimplatz des Golfverband Liechtenstein in Gams die 10. Liechtensteiner Golf-Landesmeisterschaft ausgetragen. Unter dem Titel «Liechtenstein Open» ist das Turnier seit Anbeginn international ausgeschrieben; seit 2016 werden zudem Punkte für die Weltrangliste vergeben. Das Teilnehmerfeld beim Jubiläumsturnier ist hochklassig wie nie zuvor: Fünf Damen und 13 Herren mit Plus-Handicap sind gemeldet, unter ihnen auch Liechtenstein-Open-Titelverteidiger Gerold Folk sowie Luca Denk, der nächste Woche beim European-Tour-Event in Crans antreten wird. 

Vaduz, 30. August 2017 –  Nach dem 50-Jahr-Jubiläum im vergangenen Jahr gibt’s beim Golfverband Liechtenstein (GVL) auch 2017 wieder einen «runden Geburtstag» zu feiern: die zehnte Austragung der Liechtensteiner Golf-Landesmeisterschaft kommendes Wochenende (2./3. September) auf dem GVL-Heimplatz in Gams. Das Turnier hat von Beginn an hohen sportlichen Stellenwert genossen und ist in den vergangenen beiden Jahren richtig gross geworden. Dies kommt unter anderem auch im zweiten Namen des Events zum Ausdruck, offiziell formiert die Veranstaltung unter dem Titel «Liechtenstein Open / Liechtensteinische Golf-Landesmeisterschaft». Seit letztem Jahr erhalten die Besten Punkte für die Amateur-Golf-Weltrangliste, entsprechend begehrt sind die Startplätze bei internationalen Top-Amateuren.

Das World Amateur Golf Ranking (WAGR) wird in Zusammenarbeit von R&A in St. Andrews (Schottland) und der United States Golf Association (USGA) geführt. Der Golfverband Liechtenstein ist im August von der R&A als Mitglied aufgenommen worden. Nach der Aufnahme in den Europäischen Golfverband (EGA) 2010 und in die International Golf Federation (IGF) vor zwei Jahren, ist dies ein weiterer Meilenstein in der Geschichte des GVL. 

Rekordhalter vs. Crans-Starter

Sportlich hochklassig wie nie zuvor ist das Teilnehmerfeld bei der Liechtenstein Open 2017. Im Starterfeld der Herren finden sich 13 Spieler mit einem Plus-Handicap. Angeführt wird dieses Feld vom Tschechen Jiri Zuska, der Nummer 494 der aktuellen Amateur-Weltrangliste. Zuska tritt mit einem Handicap von +3,9 an. Bei der Liechtenstein Open ist er aber dennoch nur der Herausforderer – er ist derjenige, der verhindern möchte, dass der Österreicher Gerold Folk seinen Titel aus dem Vorjahr wiederholt. Der Steirer hatte letztes Jahr am Sonntagmorgen in Runde zwei den Turbo gezündet und mit 62 Schlägen (10 unter Par) neuen Platzrekord gespielt. Er kehrt mit guten Erinnerungen und voller Vorfreude nach Gams zurück: «Ich freue mich aufs Wochenende, wenn ich versuchen kann, meinen Titel zu verteidigen», lässt Folk die Konkurrenz wissen.

Neben dem Steirer gilt es weitere Österreicher im Auge zu behalten: Luca Denk zum Beispiel. Der 20-jährige Salzburger spielt seit dieser Saison für den Diamond Country Club und hat Mitte August im GC Wylihof die International Swiss Amateur Championship im Stechen (mit Birdie!) gewonnen. Mit diesem Titelgewinn in der Schweiz qualifizierte er sich für das European Tour Event von nächster Woche im Wallis, das Omega European Masters. Für den aufstrebenden Amateur ist dies nach der Lyoness Open im Juni auf seinem Heimplatz in Atzenbrugg bereits der zweite Auftritt bei einem European Tour Event. Die Liechtenstein Open sind für Denk ein erster Schritt nach Westen – ein Sieg bei diesem Turnier würde ihm viel Selbstvertrauen für die kommende Woche geben. Selbstvertrauen hat sein Landsmann Oliver Rath bereits vergangenes Wochenende bei der Clubmeisterschaft des Colony Club Gutenberg in Himberg bei Wien getankt. Dies in Form des dritten Clubmeistertitels, den er auf Facebook wie folgt kommentierte: «Nach der schlechtesten Runde des Jahres an Tag eins auf dem Ost-Kurs (+5) wusste ich, dass ich am nächsten Tag einen wirklich tiefen Score spielen muss. Also entschied ich mich 8 unter zu spielen. Das ist neuer Platzrekord auf dem West-Kurs.»

Favoritinnen aus Österreich

Auch bei den Damen kommen die Favoritinnen auf den Sieg bei der Liechtenstein Open 2017 aus Österreich. Da Titelverteidigerin Vanessa Knecht (Schweiz) fehlt, wird das Feld von der letztjährigen Zweitplatzierten Kathi Mühlbauer angeführt. «Ich freue mich jedes Jahr auf dieses Turnier, weil es hervorragend organisiert ist und mir der Platz gefällt. Mit der Erinnerung an 2016 und zwei Unter-Par-Runden komme ich heuer besonders gerne zurück», sagt Mühlbauer. Sie gehört wie ihre Landsfrau Isabella Holpfer – eine Klubkollegin von European-Tour-Sieger Bernd Wiesberger – zu den Plus-Handicaperinnen im Feld.

Landesmeisterschaft als «Turnier im Turnier»

Im Kampf um die Landesmeistertitel bleibt das GVL-Nationalteam in diesem Jahr nahezu unter sich. Dafür sind in dieser «Liechtenstein internen» Wertung beide Titel-verteidiger am Start: sowohl Anna Kristina Eggenberger wie auch Elias Schreiber haben sich eingeschrieben und möchten sich bei der zehnten Landesmeisterschaft erneut zu Liechtensteins bester Golferin bzw. bestem Golfer krönen.

Die Landesmeisterschaft bildet innerhalb der Liechtenstein Open ein «Turnier im Turnier». Das hat Tradition. Das Turnier war immer an international ausgeschrieben, einzig die Landesmeistertitel waren und sind Golferinnen und Golfern mit Liechtensteiner Staatsbürgerschaft bzw. seit einem Jahr im Fürstentum wohnhaften GVL-Mitgliedern vorbehalten.

Sprungbrett auf die Tour

Ein Blick zurück zeigt die enorme Entwicklung dieses Events. 2008 organisierte der Golfverband Liechtenstein erstmals Landesmeisterschaften – 18 Löcher Strokeplay. Eine Runde auf dem GVL-Heimplatz in Gams und die ersten Meister standen fest: Lisa Sele (auch 2017 am Start) und Mathias Eggenberger. Der damals 16-Jährige Eggenberger hatte mit einer 2-unter-Par-Runde an diesem Tag mit neun Schlägen Vorsprung auf den heutigen GVL-Ehrenpräsidenten Carlo Rampone nicht nur die Landesmeisterwertung für sich entschieden, sondern auch das Turnier gewonnen. 

Den Turniersieg bei den Damen holte sich 2008 eine Spielerin, die heute als Proette auf der Ladies European Tour (LET) spielt: Melanie Mätzler aus Bad Ragaz. Wie Eggenberger hat sie das Turnier zwei Jahre später erneut gewonnen. 2010 führte der Weg zu Sieg allerdings schon über zwei Runden, welche Mätzler und Eggenberger allesamt unter Platzstandard absolvierten. Sechs Jahre danach, im November 2016, ist auch Mathias Eggenberger zu den Professionals gewechselt; aktuell spielt er seine erste Saison auf der Pro Golf und der Challenge Tour.

Die Liechtenstein Open als Sprungbrett zur grossen Karriere? Ein Schritt auf dem Weg zum Berufsgolfer bestimmt! Auch die Turniersiegerinnen von 2011, Jamila Jaxaliyeva aus Kasachstan, und 2012, Linda Roos (Schweiz), verdienen ihren Lebensunterhalt mittlerweile als Proetten. Nicolas Thommen (Schweiz, Sieger 2012) und Markus Habeler (Österreich, Sieger 2015) haben Golf ebenfalls zum Beruf gemacht.

10. Golf-Landesmeisterschaft / Liechtenstein Open 2017, 2./3. September, jeweils ab 8.00 Uhr, GC Gams-Werdenberg; Eintritt frei.