21.02.2020

Nicht weltcuptauglich!
Rodel-Asse reisen ab

ÖRV-Cheftrainer Rene Friedl

Es hat sich im Verlauf der Woche abgezeichnet, jetzt ist es offiziell: Österreichs Olympia-Rodler verzichten am Wochenende auf den Start in Winterberg, vorletzte Station des Viessmann Rennrodel-Weltcups 2019/20. Grund für die vorzeitige Abreise ist der, aus ÖRV-Sicht, nicht weltcuptaugliche Zustand der WM-Bahn von 2019.

Das stürmisch milde Wetter der vergangenen Tage hat der Profilierung des Eiskanals ordentlich zugesetzt. Die Trainingsläufe am Mittwoch wurden von zahlreichen Unterbrechungen begleitet und von einzelnen Nationen vorzeitig abgebrochen. Am Donnerstag wurde der Trainingsbetrieb erst verschoben und war in Folge abermals von zahlreichen Stürzen überschattet. Als Konsequenz auf die Stürze von David Gleirscher und Jonas Müller brach das ÖRV-Team das Training vorzeitig ab, die Heimreise nach Innsbruck erfolgt in den kommenden Stunden.

 

Die deutschen Doppelsitzer, angeführt von den frisch gebackenen Weltmeistern Toni Eggert und Sascha Benecken sind bereits am Donnerstagabend aus dem Sauerland abgereist. Roman Repilov (RUS), Weltmeister und Weltcup-Leader im Einsitzer, hat nach einem Trainingssturz ebenfalls zurückgezogen. Auch Teile der US-Mannschaft verzichten auf den Weltcupstart in Winterberg.

 

Trotz der prominenten Absagen wird der Weltcup plangemäß durchgeführt. Am Samstag (22.02) stehen die Entscheidungen im Einsitzer auf dem Programm, am Sonntag (23.02)  folgt das Rennen der Doppelsitzer und ein Team-Steffel-Bewerb.

Finalisiert wird die Weltcup-Saison am 29. Februar/1. März am Königssee.

 

Stimmen:

Rene Friedl (ÖRV-Cheftrainer & Sportdirektor):

„Wir haben in zwei Trainingstagen keinen kompletten Durchgang durchlaufen, die Bahn ist in unseren Augen nicht weltcuptauglich. Das Sturz- und Verletzungsrisiko ist speziell im unteren Bereich sehr hoch, ich trage die Verantwortung und bin nicht bereit die Gesundheit meiner Athleten aufs Spiel zu setzen. Wir haben die Verantwortlichen nach den ersten Versuchen am Mittwoch auf die schlechte Profilierung aufmerksam gemacht, am Donnerstag haben Betreuer fast aller Nationen bei den Bahnarbeiten mitgeholfen, leider hat es nicht für einen Zustand gereicht, der die Sicherheit der Athleten gewährleistet und Fahrten auf Weltcupniveau zulässt.“

 

Jonas Müller:

„Ich hatte im Training einen Versuch und bin nicht weit gekommen. Die Bahn erlaubt von Haus aus keine Fehler, speziell im unteren Bereich, wo Geschwindigkeiten über 130km/h erreicht werden, musst die Linie zentimetergenau passen. Das ist aufgrund der holprigen Oberfläche aber nicht möglich, die Entscheidung hier nicht zu anzutreten ist aus meiner Sicht die einzig richtig.“

David Gleirscher:

„Die Verhältnisse erlauben nicht den kleinsten Fehler, du bist nur Passagier, damit wird es richtig gefährlich. Ich hatte bei meinem Trainingssturz Glück im Unglück, möchte das Risiko kein zweites Mal eingehen. Wir haben unsere Entscheidung unabhängig von den anderen Teams getroffen, wenn mit Roman Repilov oder den deutschen Doppelsitzern die aktuell Besten der Besten zurückziehen, ist das schon ein deutliches Zeichen.“