17.04.2017

Bitteres Ende für die Löwen!

Am Ende reichte es für Ander Arruti und seine Löwen nicht ganz / Foto Zaponig

Raiffeisen Dornbirn Lions – Villach Raiders 74:79 (18:29, 42:35, 51:56)

Lions: Arruti 21, Kevric 15, Luka Brajkovic 12, Tobar 13, Wilkins 8, Dodig 2, Atterbigler 3. 

Raiders: Kolaric 25, Huber 13, Rhinehart 11

Im Entscheidungsspiel des Play-Off-Viertelfinales mussten die  Raiffeisen Dornbirn Lions gegen die Villach Raiders eine bittere Heimniederlage und damit das Saisonende hinnehmen. Das Spiel um Sein oder Nichtsein begann für die Löwen zunächst nach Plan. Die Gastgeber lagen bis zur 5. Minute mit 12:11 in Führung. Danach schlich sich aber der Schlendrian ins Spiel der Löwen, die Villacher zogen mit einem 0:12-Lauf auf 12:23 davon und sorgten für Ruhe in der Ballsporthalle. Einzig Coach Merino war ob seiner lautstarken Anweisungen zu hören. Und der Coach weckte sein Team offensichtlich rechtzeitig auf, denn im 2. Abschnitt legten die Löwen furios los. Über sechs Minuten konnten die Gäste keinen Korb erzielen, während die Heimischen nun mit vielen schönen Aktionen Punkt um Punkt aufholten. Als Luka Brajkovic zum 29:29 ausglich (16. Min.) waren die Fans hellwach und 5 Wilkins-Punkte später kochte die Ballsporthalle. Beim Stand von 36:32 sahen die 600 Zuschauer zwei symptomatische Aktionen. Zunächst vergab Ander Arruti ein Lay-up, bei dem der Foulpfiff für den Basken aber wie so oft in dieser Saison ausblieb, gleich anschließend ließ Luka Brajkovic einen leichten Korb liegen. Statt 40:32 stand es nach einem Primc-Dreier 36:35. Trotzdem schafften es die Löwen mit einem 6-0-Lauf in der letzten Minute mit dem Momentum in die Pause zu gehen. Den 7-Punkte-Vorsprung verschenkten die Löwen aber innerhalb von drei Minuten. Viele unerklärliche Ballverluste machten es den Villachern leicht, das Spiel wieder zu drehen.  Ein 42:47 leuchtete nach dem 0-12-Lauf der Gäste auf der Anzeigetafel. Noch einmal kamen die Löwen zurück ins Spiel. Bis zur 28. Minute verkürzten Arruti&Co auf 51:52. Den Gästen gelangen aber die beiden letzten Körbe des Viertels. Mit 51:56 ging es also in den finalen Abschnitt, der nochmals alle Dramatik des Basketballsports zu Tage brachte. Über 59:60 und 68:69 nach einem Dreier von Arruti versuchten die Löwen die Führung an sich zu reißen. Zwei Minuten vor dem Ende steht es 70:73. Luka Kevric´ Dreier fällt nicht, Kolaric verwandelt 2 Freiwürfe zum 70:75. Anschließend netzt Luka Brajkovic noch einmal ein und nach einem defensiven Stopp habe  die Löwen die Chance auf der Ausgleich, doch der letzte Versuch von Ander Arruti springt von Ring zurück. Der Traum vom Halbfinale ist für die Löwen geplatzt. 

Meinungen:

Inaki Merino, Headcoach Lions: „Wir haben beide Hälften ohne die notwendige Konzentration für ein Play-Off-Spiel begonnen. Wir haben uns selbst immer wieder unter Druck gesetzt. Wenn du immer dem Ergebnis hinterherlaufen musst, ist das sehr schwierig. In der 2. Halbzeit wir haben uns wieder ins Spiel gekämpft, aber im letzten Viertel konnten wir das Inside-Spiel der Villacher nicht stoppen. Wir können trotzdem sehr stolz auf unsere Saison sein. Wie haben einen sehr jungen Kader und jeder hat sich sehr gut entwickelt. Wir hatten auch ein bisschen Pech, aber wir können sehr zufrieden sein.“

 Ander Arruti, Spieler Lions: „Wir wollten unbedingt gewinnen, aber wir haben in Summe zu viele Eigenfehler gemacht. Das Spiel hat schrecklich begonnen, wir sind dann deutlich besser geworden, aber im 3. Viertel haben wir unsere Kontrolle verloren. Der Grund war - wie die gesamte Saison - unsere Turnover-Rate. Das Ausscheiden ist sehr schade, vor allem für unsere großartigen Fans.“

Markus Mittelberger, Sportlicher Leiter Lions: „Es ist schade, dass wir nach zwei Niederlagen ausgeschieden sind, die beide vermeidbar waren. Wir sind letztendlich an unserer Fehleranfälligkeit und unseren Nerven gescheitert. In den Play-Offs darf man sich solche Turnover einfach nicht leisten. Was das Resumee der gesamten Saison betrifft, können wir aber sehr stolz sein. Wir mussten mit Dominik Jussel und Lorenz Gerstendörfer zwei wichtige Spieler ersetzen und haben trotzdem eine sehr erfolgreiche Meisterschaft gespielt. Es war in der Tabelle so eng, dass wir mit einem Sieg mehr Tabellenzweiter gewesen wären. Das ist jetzt im Nachhinein sehr bitter, aber in zwei Tagen werden die positiven Eindrücke überwiegen. Man muss der Mannschaft und den Coaches für diese Saison gratulieren. Das war sehr gute Arbeit!“ 

Zahlenspiel:

Mario Tobar holte mit 13 Punkten und 12 Rebounds ein Double-Double. Dazu kommen 6 Assists und mit 24 Effizienzpunkten den höchsten Wert aller Löwen. Der beste Werfer der Liga, Ander Arruti, bestätigte seine bislang herausragenden Leistungen. Zwar unterliefen dem Pointguard auch zwei schreckliche Ballverluste, aber mit 21 Punkten, 8 Assists, 3 Rebounds und knapp 45% von der Dreipunktelinie zeigte der Baske einmal mehr, welche Qualität er besitzt. 

Bemerkenswertes:

Mit 33:28 gewannen die Löwen das Rebound-Duell, verteilten mit 17 Assists mehr als doppelt so viele Zuspiele als die Villacher (8), hatten mit 44% zu 43% den besseren Wurfprozentsatz und erreichten mit 82 Effizienzpunkte  um acht mehr als der Gegner (74). Dass das Spiel trotzdem verloren ging, ist schon bemerkenswert. Gelegen ist es wieder einmal an den Turnovern. Die 15 Ballverluste führten zu 14 direkten Punkten für die Kärntner.