14.02.2022

Vanessa Herzog
auf Rang vier

Eisschnellläuferin Vanessa Herzog kann sich nichts vorwerfen. Die 26-jährige Wahl-Kärntnerin belegte im 500-m-Sprint wie schon vor vier Jahren in Pyeongchang den undankbaren 4. Platz (37,28 Sek.). Damals fehlten 17 Hundertstelsekunden auf die Bronzemedaille, diesmal waren es ganze 7.

“Das war heute die beste Vanessa, die ich mir vorstellen kann, aber leider waren drei Konkurrentinnen schneller”, meinte eine gefasste Vanessa Herzog nach dem Rennen. “Ich habe bis zum letzten Paar gezittert, ob es sich ausgeht. Es war richtig spannend und super-knapp.”

Der Sieg ging – wie allgemein erwartet – an die Amerikanerin Erin Jackson (37,04 Sekunden) vor Miho Takagi (JPN/37,12) und Angelina Golikova (RUS/37,21).
“Erst seit knapp drei Wochen schmerzfrei”

Die Vorbereitung hätte schlechter kaum sein können. Zwei Bandscheiben-Vorfälle, unzählige Arzt-Besuche und chronische Schmerzen. “Ich bin erst seit knapp drei Wochen völlig schmerzfrei, den letzten Wettkampf in bester Verfassung habe ich im Februar 2021 bestritten, vor einem Jahr. Die Trainings, die ich versäumt habe, kann ich in Wochen zählen, nicht in Tagen”, meinte die zweifache Olympia-Vierte.
Zeit auf einem Zettel

Coach und Ehemann Tom Herzog stand die Enttäuschung ins Gesicht geschrieben. “Vanessa hat das Maximum abgeliefert. Ich habe ihr heute 37,29 auf den Zettel geschrieben. Mit den Worten: Diese Zeit hast du drauf. Am Ende war sie sogar noch schneller als erhofft. Aber Rang vier ist der undankbare Lohn für sehr viel harte Arbeit. Natürlich bin ich jetzt im ersten Moment enttäuscht, aber trotzdem unglaublich stolz auf Vanessa. Unter diesen Umständen ist der vierte Platz natürlich ein Riesen-Erfolg, auch wenn er jetzt wehtut.”

Nachsatz: “Wir hatten mit Jackson als Siegerin gerechnet, auch mit Golikova als Medaillengewinnerin. Nur die unmittelbare Laufgegnerin Miho Takagi hatten wir nicht auf der Rechnung.”

Die japanische Silbermedaillengewinnerin über 1.500 m und Team-Olympiasiegerin von Pyeongchang, ihres Zeichens auch mehrmalige Weltmeisterin, zerstörte die Herzog’sche Kalkulation. Sie lief persönliche Bestzeit und verhinderte ein rot-weiß-rotes Happy-End.

Medaillenträume bis Mailand abgehakt

“Die Medaillenträume kann ich für viere Jahre abhaken, bis 2026 in Mailand”, stellte Herzog klar. “Hier in Peking wäre ich über 1.000 m schon mit einem Top-10-Rang zufrieden. Den Massenstart laufe ich zum Spaß. Da wäre schon ein Final-Platz (Anm.: unter den Top-16) ein schöner Erfolg. Ich und Massenstart-Rennen, das ist ungefähr so, als würden Matthias Mayer oder Vincent Kriechmayr bei der Vierschanzentournee mitspringen. Ich bin seit Monaten keine 16 Runden mehr am Stück gelaufen, geschweige denn 32.”

 


   

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