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26.01.2022

"Das ist mir richtig
nahe gegangen"

Bei Stefan Brennsteiner wurde in den letzten Tagen das Nervenkostüm ordentlich auf die Probe gestellt. Frei nach dem Motto „Bitte warten, please hold the line!“ saß der Salzburger zu Hause und musste auf seine Nominierung warten.

Nach einer nicht ganz nach Wunsch verlaufenden Saison schien der 30-Jährige zunächst nicht im ersten alpinen Aufgebot, das neun Herren umfasste auf. Erst nach einem intensiven Austausch wurden der FIS von Seiten des IOC vier weitere Plätze zugesprochen – zwei davon gingen an den Österreichischen Skiverband. Die Nutznießer waren zweifelsohne Brennsteiner und der Speed-Spezialist Max Franz, die sich über dann über eine Nominierung freuen durften.

„Die letzten Tage waren für mich sehr spannend. Ich war heuer enttäuscht, dass ich das nicht so auf die Piste gebraucht habe, wie ich mir das vorgenommen habe. Mir war bewusst, dass ich ein Grenzgänger bin und es sehr knapp werden würde. Zum Schluss war ich schon sehr nervös, habe gebangt und war nach der Info am Montag richtig erleichtert. Es ist mir richtig nahe gegangen, das hätte ich so nicht erwartet“, zeigt sich Brennsteiner, bei dem der Begriff „Stehaufmännchen“ nach vielen schweren Verletzungen wohl nicht weit hergeholt ist, bei der Einkleidung am Dienstagvormittag erleichtert.

Mit der Zielsetzung sich ein zweites Mal für die Olympischen Spiel zu qualifizieren, nahm der Salzburger die Saison in Angriff. Nach den Podestplätzen am Ende der abgelaufenen Saison war die Zuversicht groß, doch es fehlte die Konstanz und letztendlich ging es „Spitz auf Knopf“.

Vom Olympischen Gedanken „Dabeisein ist alles“ will der 30-Jährige nichts wissen, viel mehr will er alles auf eine Karte setzen: „Vor vier Jahren war ich überraschend dabei, heuer war es meine klare Zielsetzung. Es ist ein Privileg, Österreich bei so einem Highlight vertreten zu dürfen. In Peking werde ich alles reinlegen, versuche ein gutes Rennen zu fahren – dann kann schon etwas Gutes dabei rausschauen.“

Brennsteiner hat schon viel über den Olympia-Hang gehört, will sich aber selbst ein Bild machen und erst dann darüber urteilen. „Es soll steil sein und wir werden wohl einen würdigen Olympia-Riesentorlauf sehen. Vor drei Jahren bin ich mit dem trockenen und aggressiven Schnee sehr gut zurechtgekommen – das kommt mir entgegen. Ich habe in den letzten Wochen ganz gute Ansichtspunkte gefunden, an kleinen Stellschrauben gedreht – die Richtung stimmt und ich freue mich, wenn es los geht“, so Brennsteiner.