20.11.2021

Nachwuchsnationalteams von Pandemie betroffen

Die aktuelle Lage rund um die Covid-19 Pandemie ist äußerst angespannt: Erst kürzlich entschieden sich Oberösterreich und Salzburg ab Montag einen mehrwöchigen „harten Lockdown“ einzusetzen. Am heutigen Freitag zog die Bundesregierung nach und verkündete einen mehrwöchigen harten Lockdown für gesamt Österreich. Die Covid-Fälle beeinträchtigen natürlich auch den Trainings- und Spielbetrieb des Handballs, da aus unterschiedlichen Lebensbereichen Infektionen in die Vereine und – trotz sehr umfangreicher Maßnahmen – zuletzt leider auch die (Nachwuchs-)Nationalteams hereingetragen wurden und werden.  

Für die kommende Woche waren ursprünglich zwei Qualifikationsturniere der weiblichen Nachwuchs-Nationalteams geplant: Das W U20 (NF 2002) WM-Qualifikationsturnier gegen die Niederlande und Litauen in Hollabrunn sowie die U17/19 „In-Between-Competition“ (NF 2004) gegen Serbien, Slowenien, Island und die Slowakei in Belgrad, bei der es um die Teilnahme an der nächstjährigen EURO geht. Unter den aktuellen Umständen ist internationaler Spielbetrieb nur schwer aufrecht zu halten, da viele Fragen ungeklärt sind (wie z.B. Reisebeschränkungen, Konsequenzen bei Quarantäne im Ausland usw.).

Darüber hinaus sieht sich der ÖHB ganz besonders gegenüber Nachwuchs-SpielerInnen in der Pflicht, bestmöglich für ihre Sicherheit und Gesundheit zu sorgen.

Aus diesen Gründen hat sich der ÖHB gegenüber der EHF und den teilnehmenden Verbänden dafür eingesetzt, die Qualifikationsturniere geschlossen auf die EHF Nationalteamwoche im März 2022 zu verschieben. Mit den Kollegen aus den Niederlanden und Litauen konnte sehr rasch Konsens erzielt werden und es wurde beschlossen, das Turnier auf 4. bis 6. März 2022 (ebenfalls in Hollabrunn) zu verschieben.

Im Fall der „In-Between-Competition“, die in Serbien ausgetragen werden soll, wo die epidemologische Lage noch kritischer ist als aktuell in Österreich (das Außenministerium „rät aktuell von nicht unbedingt notwendigen Reisen nach Serbien ab“), kam eine solche Einigung bedauernswerter Weise nicht zustande. Daraufhin hat die EHF bekannt gegeben, dass am Spieltermin des 5-Nationen-Turniers der weiblichen U17 festgehalten wird. Da unter den momentan herrschenden Umständen die Sicherheit und die Gesundheit des Österreichischen Jugend-Nationalteams der Mädchen nicht gewährleistet werden kann, hat das Direktorium des ÖHB entschieden, das Nationalteam nicht nach Serbien zu entsenden.

ÖHB-Präsident Markus Plazer: „Auch wenn uns bewusst ist, dass wir den Nationalteams durch die Entscheidung die sportliche Chance nehmen, sich für die nächsten Nachwuchs-EUROs zu qualifizieren, haben wir keine andere Möglichkeit, als unsere Teilnahme am Turnier in Belgrad abzusagen, da die Gesundheit unserer Spielerinnen und BetreuerInnen immer an oberster Stelle stehen muss. Wir haben als Verband eine besondere Sorgfaltspflicht gegenüber den Jugend-Spielerinnen und deren BetreuerInnen und folgen zudem mit unserer Entscheidung den Empfehlungen der Österreichischen Behörden. Es ist sehr bedauerlich, dass die Verschiebung ins Frühjahr analog zum 2002er-Team nicht durchgesetzt wurde, da die Wahrscheinlichkeit groß ist, dass im März deutlich bessere Bedingungen herrschen werden, zu denen ein sportlich fairer Wettkampf ausgetragen werden kann. Mit der somit wohl verpassten Qualifikation zu den Nachwuchs-EUROs 2023 gehen möglicherweise auch Verluste von Fördergeldern einher, aber für uns war zu jedem Zeitpunkt klar, dass die Gesundheit unserer Delegation über alles andere zu stellen ist“.

Der aktuell laufende Trainingslehrgang des Jugend-Nationalteams 2004 wird daher am Sonntag beendet und die Spielerinnen werden die Heimreise antreten. Der Lehrgang des Juniorinnen-Nationalteams findet nicht statt. Kristina Dramac und Nora Leitner wurden daraufhin von Teamchef Herbert Müller für die WM-Vorbereitung des Frauen-Nationalteams nachnominiert.