24.03.2020

Weber verlängert in Nordhorn

Wie in ganz Europa, hat auch die deutsche LIQUI MOLY Handball Bundesliga die Meisterschaft ausgesetzt. Wie für seine Nationalteamkollegen, heißt es auch für Robert Weber, sich zuhause fit zu halten. Bei seinem Verein HSG Nordhorn-Lingen verlängerte der Flügel kurz vor der Heim-EURO bis Ende Juni 2023. Im Interview spricht Robert Weber über die aktuelle Situation, die nächsten Jahre in Nordhorn und das WM-Playoff mit dem Nationalteam.

Das Wichtigste vorab: Wie geht es dir und deiner Familie?
Robert Weber: „Mir persönlich geht es sehr gut. Ich bin gesund und fit, mein Sohn und meine Frau sind ebenfalls wohlauf. Am meisten genießt unser Sohn natürlich, dass sein Papa immer zuhause ist. Und auch ich nutze diese Zeit und mache so viel ich kann mit ihm.“

Ende Dezember, also kurz vor der Heim-EURO, hast du deinen laufenden Vertrag bei der HSG Nordhorn-Lingen bis Juni 2023 verlängert. Wie kam es dazu und gilt der Vertrag auch für die zweite Liga?
Robert Weber: „Wir wurden hier vom ersten Tag weg sehr gut aufgenommen und haben uns sofort wohl und heimisch gefühlt. Der ganze Verein und die Mannschaft haben es uns da sehr leicht gemacht. Der Umgang miteinander ist ein sehr familiärer. Dann haben meine Leistungen auch voll eingeschlagen. Nachdem mein Vertrag auf ein Jahr mit Option auf ein weiteres angesetzt war, kam es rasch zu Gesprächen über eine Verlängerung und darüber, die Ziele des Vereins mitzugestalten. Aufgrund der ganzen genannten Gründe, haben wir nicht lange überlegt und um drei Jahre verlängert. Der Vertrag gilt auch für die zweite Liga, die bekanntlich äußerst stark ist und daher auch sportlich durchaus eine neue Herausforderung wäre. Sollten wir absteigen, wäre es mein Ansporn, sofort wieder hoch zu gehen.“

Gibt es schon konkretere Pläne, wie und unter welchen Umständen die Meisterschaft zu Ende gespielt werden kann?
Robert Weber: „Die Situation ist eine ganz schwierige. Je nachdem mit wem man über dieses Thema spricht, erhält man auch unterschiedliche Antworten. Von einer Fortführung, über die Tabelle nach der Hinrunde als Endtabelle bis hin zur Annullierung kommen hier unterschiedlichste Szenarien aufs Tapet. So oder so, wollen wir oben bleiben. Rein rechnerisch können wir den Klassenerhalt noch schaffen. Eine etwaige Annullierung würde natürlich ebenfalls den Klassenerhalt bedeuten.“

Noch einmal zurück zu deiner Vertragsverlängerung: Gibt es auch schon Überlegungen wie es danach weitergeht?
Robert Weber: „Auch darüber wurde gesprochen. Noch steht ja auch in den Sternen, ob ich dann überhaupt meine sportliche Karriere beende. Wenn sich dieses Datum nähert, werden wir uns damit auseinandersetzen. Dann wird man sehen ob es sportlich weitergeht, ob im Verein ein Platz für mich ist, etc. Wir fühlen uns hier so wohl, dass wir das alles auf uns zukommen lassen. Der Wille vom Verein war jedenfalls da, mich auch abseits des Spielfeldes einzubinden. Fest steht, dass ich mich in den kommenden drei Jahren nochmals fortbilden möchte mittels Studium.“

Mit 183 Länderspielen hast du im Nationalteam aktuell die meisten absolviert. Auch hier musste aufgrund der Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus der für Mitte April angesetzte Trainingslehrgang verschoben werden. Ein Problem in Hinsicht auf das WM-Playoff im Juni gegen die Niederlande?
Robert Weber: „Ich persönlich sehe die Problematik, die natürlich alle betrifft, vorwiegend darin, dass möglicherweise nicht viel Zeit bleibt Handball zu trainieren. Hier rede ich noch gar nicht vom Nationalteam, sondern in erster Linie vom Verein. Bei uns in Nordhorn ist die Halle eine öffentliche Halle und daher geschlossen. Die Frage ist, wann wir als Mannschaft wieder trainieren können. Die Pause, die uns bevorsteht, ist länger als die Sommerpause. Seit Einstellung des Trainingsbetriebs sind wir zuhause und halten uns auch strikt daran. Wir tragen eine Verantwortung für unsere Mitmenschen. Das sind schwierige Zeiten. Da heißt es geduldig sein.“

Abscghließend natürlich noch die Frage: Wie hältst du dich zuhause fit?
Robert Weber: „Wir haben von unserem Trainer ein Fitnessprogramm für zuhause bekommen. Ich habe zusätzlich noch ein 7-Tage-Programm für mich geschrieben. Aktuell trainiere ich mehr denn je, probiere auch viel aus.“

Der Trainingslehrgang und die Freundschaftsspiele gegen Tschechien Mitte April wurden aufgrund der Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus abgesagt. Davon aktuell nicht betroffen ist das WM-Playoff gegen die Niederlande im Juni. Das Hinspiel soll zwischen 5. und 7. Juni in Österreich ausgetragen werden, das Rückspiel wenige Tage später zwischen 9. und 11. Juni in den Niederlanden.