17.03.2017

ÖHB-Damen besiegen Tschechien knapp

Einen Auftakt nach Maß feierte Österreichs Handball Frauen Nationalteam in den beiden freundschaftlichen Länderspielen gegen Tschechien. Im ersten Aufeinandertreffen Donnerstagabend in Tulln besiegte das Team von Head Coach Herbert Müller den Zehnten der EM 2016 mit 30:28 (11:13). „Kompliment an die Mannschaft“, zeigte sich auch der Teamchef zufrieden mit der gezeigten Leistung. Bereits am Samstag kommt es zum zweiten Testspiel gegen Tschechien, auswärts in Jindich Hradec.

Mit 25:26 musste man sich im letzten Freundschaftsspiel gegen Tschechien, vergangenen November, denkbar knapp geschlagen geben. Donnerstagabend gelang es den Österreicherinnen das Spiel zu ihren Gunsten zu entscheiden. Es sollte jedoch einige Zeit dauern, bis man selbst erstmals in Führung gehen konnte und diesen Sieg auch nach Hause spielen konnte.

Tschechien gelang es bis Mitte der ersten Halbzeit einen Vorsprung von vier Toren herauszuspielen. Immer wieder ließen dabei Iveta Luzumova und Michaela Hrbkova ihre Klasse aufblitzen. Doch Sonja Frey, Beate Scheffknecht und Co. ließen nicht locker, suchten konsequent den Weg zum Tor. Mit Petra Blazek konnte das Team zudem auf einen sicheren Rückhalt bauen.

„Petzi“ hält Österreich im Spiel

Durch schnelle Gegenstöße oder Pässe auf die Flügel kamen die Tschechinnen immer wieder alleine vor Torfrau Petra Blazek zum Wurf, doch die 29-jährige war stets zur Stelle, vereitelte einige 100%ige der Gäste.

So auch nach einem Fehlwurf von Steffi Kaiser und selbst beim Kontertor von Iveta Luzumova war sie noch mit den Fingerspitzen dran.

In der 16. Spielminute war sie dann aber gegen Luzumova machtlos. Durch ihren Treffer führte Tschechien nun erstmals mit vier Toren in diesem freundschaftlichen Länderspiel. Herbert Müller reagierte umgehend und zückt sein erstes Team-Timeout. Mit frischen Anweisungen ausgestattet, kämpfte man sich bis zur Halbzeitsirene noch auf zwei Tore heran.

Nach Seitenwechsel war es erneut Petra Blazek die mit ihren Glanzparaden ihren Teamkolleginnen die Möglichkeit zum Anschlusstreffer gab. Frankreich-Legionärin Sonja Frey war es dann auch die dieses Geschenk dankend annahm und auf 13:14 verkürzte. In Überzahl gelang Beate Scheffknecht dann auch der verdiente Ausgleichstreffer in Minute 35 zum 14:14. Die Taktik von Teamchef Herbert Müller ging dabei voll auf. Er ließ Iveta Luzumova durch Sonja Frey manndecken und auch Patricia Kovacs rückte immer wieder weit aus der Deckung raus. Tschechien fand nur mehr schwer den Weg zum Tor. In der 37 Spielminute war es Steffi Kaiser die mit ihrem Treffer zum 15:14 Österreich erstmals in diesem Spiel in Führung brachte.

Die Österreicherinnen mussten kurz darauf eine doppelte Unterzahl überstehen. Herbert Müller nahm dabei die Torfrau immer wieder für eine fünfte Feldspielerin heraus. So überstand man diese Phase mit nur einem Gegentreffer und ging danach durch einen verwandelten 7-Meter von Beate Scheffknecht erneut mit 16:15 in Führung. Nachdem die Gäste durch Michaela Hrbkova zum 17:17 ausgleichen konnten, legte Österreich einen wahren Lauf hin. Durch Treffer von Sonja Frey, Laura Bauer und Josefine Huber stellte man auf 20:17. Kurz darauf baute Kristina Logvin mit einen sehenswerten Lupfer die Führung sogar auf vier Treffer aus – 22:18.

Tschechiens Teamchef sah sich gezwungen sein zweites Timeout zu nehmen. Die kurze Verschnaufpause zeigte bei seinem Team auch Wirkung. Tor um Tor kämpften sich die Gäste langsam wieder heran, verkürzten durch Iveta Luzumova auf 21:23 in der 47 Minute.

Da wurde es auch Herbert Müller zu bunt. Er nahm seinerseits sein zweites Timeout um das Team nochmals neu einzustellen. Sonja Frey blieb weiterhin an Luzumova dran. Ohne ihre Spielmacherin fanden die Tschechinnen kaum Lücken in der Deckung Österreichs und kamen nur schwer zu Chancen. Das hinterließ Spuren. Durch zeitgleiche Zeitstrafen gegen Helena Rysankova und Head Coach Jan Basny sah sich Österreich plötzlich in doppelter Überzahl. Kristina Logvin und Steffi Kaiser nutzten diese Gelegenheit eiskalt aus, stellten wieder den alten Vorsprung von vier Toren her – 26:22. Doch Tschechien fand noch einmal zurück in die Spur, kam in Minute 57 nochmals auf 26:27 heran. Überlegt und mit viel Ruhe im Spielaufbau sicherte sich Österreich in den Schlussminuten den verdienten 30:28-Sieg.

Teamchef Herbert Müller: „Wir haben schon im Vorfeld gesagt, dass wir einige taktische Varianten ausprobieren werden. Iveta Luzumova ist das Herzstück der Tschechinnen, indem wir sie durch Sonja Frey manngedeckt haben, haben wir ihren ganzen Angriffsintellekt, ihre ganze Angriffskultur herausgenommen. Wichtig war auch, die Zweikämpfe im 5:5 zu gewinnen und gegen Hrbkova im Rückraum rechts zu verteidigen. Zudem hat Petra Blazek ein hervorragendes Spiel gemacht. Sie hat uns die Sicherheit gegeben, speziell in der Anfangsphase, als es noch nicht so rund lief. Je länger das Spiel gelaufen ist, haben wir auch mehr Fluss hineinbekommen, mehr Tempo hineinbekommen. Ich bin glücklich, dass wir dieses Spiel gewonnen haben, zudem gegen eine Mannschaft die schon bei etlichen Großereignissen gespielt hat, eine Mannschaft die viel höher dotiert ist als wir. Kompliment an die Mannschaft.“ 

Sonja Frey: „Es ist auf jeden Fall gut, dass wir dieses Testspiel, gegen einen stärkeren Gegner, gewonnen haben. Im letzten Spiel haben wir knapp verloren, daher war es gut, dass wir so ein Spiel drehen konnten. Wir müssen jetzt dran bleiben und beim nächsten Spiel auch so eine Leistung abrufen.“

Beate Scheffknecht: „Ich glaube dieser Sieg wird uns ordentlich Selbstvertrauen geben. Trotzdem denke ich, dass wir uns noch steigern können, noch schneller spielen können, noch spritziger sein können. Zuhause werden sie sicher noch einmal eine Klasse stärker sein, aber auch wir können noch einiges. Ich hoffe wir können noch ein Schippchen drauflegen im Rückspiel am Samstag.“

AUT vs. CZE 30:28 (11:13)
Donnerstag, 16. März, 19:30 Uhr, Josef Welser Sporthalle, Tulln
Werferinnen AUT: Sonja Frey (5), Kristina Logvin (5), Josefine Huber (5), Petra Kovacs (4), Stefanie Kaiser (3), Beate Scheffknecht (3), Laura Bauer (3), Tamara Bösch (2)
Werferinnen CZE: Iveta Luzumova (8), Michaela Hrbkova (4), Martina Crhova (3), Markéta Jerabkova (3), Helena Rysankova (2), Petra Ruckova (2), Alena Setelikova (2), Kristyna Salcakova (1), Kamila Kordovska (1), Michaela Janouskova (1), Veronika Mala (1)



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