29.03.2019

Fünf Fragen an den
Neo-Teamchef

Seit Donnerstagmittag ist es offiziell, Aleš Pajovi? ist der neue Teamchef des Handball Männer Nationalteams. Bis Saisonende wird er parallel dazu den spusu LIGA-Verein RETCOFF HSG Graz betreuen, ab Sommer ist er hauptamtlicher Teamchef. Im Interview erzählt Pajovi? welcher Trainer ihn am meisten geprägt hat, welches Potential er in der Nationalmannschaft sieht, was seine taktischen Konzepte sind, was das Team bei der EHF EURO 2020 erwartet und wie er sich aus Graz verabschieden möchte. Das erste Länderspiel steht für ihn bereits am 11. April in Dornbirn an. Tickets für das Spiel im EHF EURO CUP gegen Spanien sind über den ÖHB Webshop bereits erhältlich.

Welcher Trainer hat dich in deiner Karriere am meisten beeinflusst?

Aleš Pajovi?: "Das war Talant Dujshebaev bei Ciudad Real in Spanien und sein Co-Trainer Raul Gonzales. Mit Talant habe ich noch drei Jahre zusammengespielt, danach war er drei Jahre Trainer. Wir haben eng zusammengearbeitet und in diesen Jahren haben wir dreimal die Champions League gewonnen. Ich habe von diesen beiden in Sachen Videoanalyse, Taktik und auch im menschlichen Bereich, viel gelernt. Auch von Zvonimir Serdarusic bei Kiel und im slowenischen Nationalteam konnte ich mir im taktischen Bereich einiges abschauen. Aber am meisten gelernt habe ich von Talant und Raul."
Wie sieht die taktische Handschrift des Aleš Pajovi? aus?

Aleš Pajovi?: „Zunächst verlange ich von meinen Spielern, dass sie 100 Prozent Kampfgeist zeigen. Ich analysiere den Gegner und baue meine Erkenntnisse in das Training mit ein. Zudem erhalten die Spieler immer ein paar Kurzclips vom Gegner. In Graz gewinnen wir viele Spiele durch eine gute Deckung. Das muss ein System sein. Auch im Angriff schauen wir auf uns und unser System. Es muss immer von einer Aktion zur nächsten laufen, dann können die Spieler auch reagieren. Für mich ist wichtig zu wissen, was kommt als nächstes? Du kennst den Gegner und weißt was er macht. Diese kleinen Informationen helfen viel im Spiel.“
Welches Potential liegt aus deiner Sicht in der österreichischen Nationalmannschaft?

Aleš Pajovi?: „Ich weiß, die Mannschaft hat viel Potential, es gibt noch einige Reserven. Es gibt einige Dinge die wir verbessern müssen. Kleinigkeiten bei den Spielern, im System. In der Abwehr müssen wir aggressiver spielen, dürfen nicht zu statisch sein, mit einem starken Mittelblock, beweglichen Außenspielern, dann hat auch der Torhüter einen leichteren Job. Aus dieser Deckung heraus, muss das Ziel sein, zu schnellen, einfachen Gegenstoßtoren zu kommen. Für mich ist auch das Tempospiel wichtig, denn der moderne Handball ist sehr schnell. Das ist ein bisschen mein Ziel, mein Plan, was ich einbringen und verbessern möchte.“
Was erwartet Österreich bei der Heim-EURO 2020?

Aleš Pajovi?: „Ich habe gerade erst gestartet, muss mit vielen Spielern erst reden, muss meine erste Woche mit dem Trainerteam nutzen, viel besprechen. Ich möchte mir vor allem viel Feedback aus der Mannschaft holen, direkt von den Spielern. Ich möchte von ihnen erfahren, wie alles läuft, was sie brauchen, was wir alles manchen müssen. Wir brauchen noch ein bisschen Zeit. Erstes Ziel ist, wir müssen kämpfen. Kämpferisch gibt es viel zu verbessern. Über Ziele für die EM zu sprechen ist noch ein bisschen früh, auch weil wir unsere Gegner noch nicht kennen. Was ich sagen, ist: Zuhause zu spielen, mit dem Publikum im Rücken, da kann alles passieren.“
Möchtest du dich mit einem Titel aus Graz verabschieden?

Aleš Pajovi?: „Das wäre gut. Ich habe den Spielern gesagt, dass wir jeden Gegner schlagen können und sie glauben daran. Wir konnten die FIVERS besiegen, Hard, Krems. Wir haben gezeigt, dass wir das können. Nächstes Ziel ist jetzt das Viertelfinale zu überstehen und dann schauen wir weiter.“


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