01.03.2017

Skibergsteigen: Gold
für Andrea Mayr

Eine doppelte Premiere gab es beim heutigen Vertical im Rahmen der Weltmeisterschaften der Skibergsteiger. Andrea Mayr holte nach 6 Goldmedaillen im Berglauf gleich bei ihren ersten Weltmeisterschaften auf Skiern auch hier den Sieg! Damit sorgte die 37jährige Oberösterreicherin aus Gmunden auch gleichzeitig für die erste Medaille der ÖSV-Skibergsteiger in den allgemeinen Damen- bzw. Herrenklassen und für die erste Goldmedaille bei den diesjährigen Titelkämpfen im italienischen Alpago/Piancavallo.

Weil die Ärztin des Krankenhauses Vöcklabruck berufsbedingt bei den heurigen Weltcups nicht am Start war, musste sie aus der hinteren Hälfte des Feldes starten, doch bereits nach kurzer Zeit hatte sie die meisten Starterinnen überholt und sie setzte sich an die 2. Stelle hinter der Schwedin Emelie Forsberg, die sich am Vortag Silber im Sprint gesichert hatte. Nach dem ersten Viertel der insgesamt 560 zu absolvierenden Höhenmeter verschärfte die Österreicherin aber sukzessive das Tempo, sie setzte sich an die Spitze und hatte bei Halbzeit des Rennens bereits eine gute halbe Minute Vorsprung auf ihre Verfolgerinnen.

Diesen Vorsprung gab sie auch auf der zweiten Hälfte der Strecke, wo es anspruchsvollere Passagen inklusive einer Bergab-Fellabfahrt zu bewältigen galt, nicht mehr aus der Hand und so überquerte sie schlussendlich nach 28:45 Minuten als Erste jubelnd die Ziellinie. Rang zwei ging mit 33 Sekunden Rückstand an Emelie Forsberg, Bronze holte sich mit 59 Sekunden Rückstand die Französin Axelle Mollaret. Die Allround-Ausdauer-Spezialistin war nach dem Rennen überwältigt vom Sieg und freute sich zusammen mit ihren Teamkollegen und dem Betreuerteam, die zwar schon im Vorhinein eine Medaille erhofft hatten, doch dass es dann sogar Gold geworden ist, war natürlich der Optimalfall.

Doppeltes Bronze bei den Espoirs – Weltklasse-Herren

Neben der Goldmedaille durch Andrea Mayr gab es beim heutigen Vertical aber noch weiteren Grund zur Freude, denn in den Espoirs-Klassen (U 23) holte man sowohl bei den Damen als auch bei den Herren jeweils eine Bronzemedaille. Bei den Damen ging der dritte Rang an die 21jährige Alexandra Hauser aus Sankt Johann in Tirol. Mit 32:15 Minuten hatte sie weniger als eine Minute Rückstand auf die siegreiche Italienerin Gulia Compagnoni, die zweitplatzierte Alba de Silvestro hatte gar nur 4 Sekunden Vorsprung auf die Tirolerin. Auch hinter Hauser ging es knapp her, erfreulicherweise war es aber die Steirerin Johanna Erhart, die sich mit 32:29 Minuten den 4. Rang in der Tageswertung sichern konnte und damit nach Bronze im Individual zum zweiten Mal bei der Siegerehrung dabei sein darf.

Bei den Herren war es der ursprünglich aus Kärnten stammende Osttiroler Manuel Seibald, der sich schlussendlich mit 4 Sekunden Vorsprung gegenüber dem Spanier Coll Oriol Cardona die Bronzemedaille holen konnte, geschlagen nur von Remi Bonnet (Schweiz) und Federico Nicolini (Italien). Mit der Zeit von 26:04 Minuten erreichte er bei seinem ersten Einsatz im rot-weiß-roten Teamdress sogar den 15. Gesamtrang in der allgemeinen Herrenklasse, wo der Spanier Kilian Jornet Gold holte, gefolgt von Damiano Lenzi (Italien) und Werner Marti (Schweiz).

Bei den Seniors bewiesen der Salzburger Jakob Herrmann mit Rang 9 (25:42 Minuten) und der Vorarlberger Daniel Zugg (Rang 12, 25:50 Minuten) einmal mehr, dass sie inzwischen konstant in der Weltklasse angekommen sind und auch Armin Höfl lief nach Materialproblemen am Vortag als 20. wieder in die Top 20.

Jede Menge Top-10-Platzierungen – Rang 5 im Nationenranking

Neben den drei Medaillen und den starken Leistungen der Senior-Herren gab es aber noch weitere Top-Platzierungen der Österreicher.

- Johanna Erhart (Stmk) als 4., Ina Forchthammer (Sbg) als 8. bei den Espoir-Damen (U23)

- Maximilian Kurz (Sbg) 17. Bei den Espoir-Herren (U23)

- Paul Verbnjak (Ktn) wurde 8. bei den männlichen Cadets (Jugendliche 15-17 Jahre), sein steirischer Teamkollege Yannik Tritscher erreicht bei seinem WM-Debut Rang 19

- Verena Streitberger aus Maishofen (Sbg) holte sich Rang 8 bei den weiblichen Juniorinnen (18-20 Jahre)

Insgesamt war dieser 1. März 2017 somit der erfolgreichste Tag in der Geschichte der österreichischen Skibergsteiger, was sich auch im Medaillen- und Nationenranking der WM niederschlug, denn mit nun insgesamt 4 Medaillen (1 x Gold, 3 x Bronze) rangiert man hier aktuell auf Rang 5 hinter den traditionellen Großmächten Italien, Schweiz, Frankreich und Spanien.

Das Absichern dieses 5. Platzes gegenüber den Verfolgern USA, Russland und Deutschland sollte auch das Hauptziel für die abschließenden Staffel-Entscheidungen am Donnerstag sein, wo zwar im Normalfall eine Medaille sehr schwierig werden wird, aber man kann mit Sicherheit top motivierte österreichische Mannschaften erwarten, die um jeden Platz kämpfen werden.