25.01.2017

Bob Liechtenstein hält auf der Bahn vorne mit

Beim Europacup-Rennen vom Dienstag konnte Giuliano Meyer am Steuer von Bob Liechtensten 1 weitere Europacup-Punkte sammeln. In den zweiten Lauf der Top-20 schafften es die Liechtensteiner in Winterberg allerdings nicht – dies, trotz einer fahrerisch starken Leistung Meyers und gutem Top-Speed. Trotzdem bleiben die Bobverbands-Verantwortlichen für die am Samstag stattfindende Junioren-Weltmeisterschaft zuversichtlich: «Giuliano Meyer beherrscht die Bahn, sie liegt ihm und ich hoffe, Liechtenstein 1 kann seine Startzeit nochmals verbessern», sagt Sportchef Srecko Kranz.

Vaduz/Winterberg, 24. Januar 2017 – Es ist ein langsames Heranstaten an die internationale Spitze, welches das Duo Giuliano Meyer/Samuel Elkuch diese Saison im Bob Liechtenstein 1 durchläuft. Die beiden fahren die erste Saison zusammen, Elkuch ist erst im Laufe der Saison auf den Bremsersitz von Meyer gewechselt und der 20-jährige Meyer sitzt überhaupt erst die zweite Saison an den Steuerseilen. Die meisten seiner Konkurrenten im Europacup haben ihm einige Jahre an Boberfahrung voraus. Diese allerdings hindert weder den jungen Bobpiloten noch die Verbandsverantwortlichen daran, ihre Erwartungen hoch zu schrauben. Mit Europacup-Punkten alleine ist man nicht zufrieden, eine Qualifikation für den zweiten Lauf, zu dem nur die besten 20 Teams zugelassen sind, ist derzeit das Ziel. Das Liechtenstein 1 am Dienstag beim Europacup-Rennen im Deutschen Winterberg mit Rang 23 allerdings knapp verpasst hat.

In der Bahn top, am Start zu langsam

Woran es liegt, dass die Liechtensteiner derzeit den Sprung in die Top-20 jeweils noch knapp verpassen, weiss Srecko Kranz, Sportchef des Bobverband Liechtenstein, genau: «Unsere Athleten sind am Start nach wie vor zu langsam.» Der Start, sprich die ersten 60 Meter einer Bahn, sind im Bobsport aber die halbe Miete – wer schneller in die Bahn kommt, baut rascher ein höheres Tempo auf. Auf dem ersten Streckenabschnitt gewonnene – oder eben verlorene – Zehntel- oder Hundertstelsekunden multiplizieren sich bis ins Ziel. Beim Bobverband Liechtenstein wird gezielt auf eine Verbesserung hingearbeitet, doch auch hier geht es nur Schritt für Schritt voran. Neben viel Schweiss und Arbeit ist Geduld gefragt. «Mit 5.81 Sekunden für den Start war unser Bob in Winterberg nur eine Zehntelsekunde schneller als beim letzten Rennen in St. Moritz. Das ist zu wenig», sagt der Sportchef nach dem Europacup-Rennen vom Dienstag etwas enttäuscht.

Trotzdem windet er seinen Athleten, allen voran Pilot Giuliano Meyer, ein Kränzchen: «Giuliano hat fahrerisch eine sehr gute Leistung gezeigt, auch die Schlüsselstelle – Kurve 9 – souverän gemeistert und unser Schlitten konnte beim Top-Speed mit den Spitzenteams mithalten.» Das spricht für Meyers Talent und auch dafür, dass Bob Liechtenstein 1 auf dem richtigen Weg ist. Sportchef Srecko Kranz sagt denn auch mit einer gewissen Zufriedenheit in der Stimme: «Es hat sich ausgezahlt, dass wir seit dieser Saison mit dem Deutschen Sportverband zusammenarbeiten. Giuliano hat sich im Vergleich zum Vorjahr fahrerisch um 50 Prozent verbessert.» Auch die anderen Athleten des Bobverband Liechtenstein hätten fahrerisch grosse Fortschritte erzielt.

Bereit für die Junioren-WM

Als nächstes steht für Giuliano Meyer und Samuel Elkuch am kommenden Samstag, 28. Januar, die Zweierbob-Junioren-Weltmeisterschaft auf dem Programm. Gefahren wird diese ebenfalls auf der Bahn von Winterberg. Kranz ist zuversichtlich, dass seine Athleten sowohl wertvolle Erfahrungen sammeln wie auch den Sprung in die Top-20 schaffen können: «Giuliano hat die Bahn im Griff, sie ist kurz und schnell, vor allem aber fährt er sie so sicher, dass er bislang nie in Sturzgefahr geraten ist.» Für die jungen Athleten wird das Rennen vom Wochenende zum Saisonhöhepunkt: «Eine Junioren-WM mit Eröffnungsfeier, Fernsehübertragung und allem, was zu so einem Event dazugehört, ist auch eine emotionale Angelegenheit, welche die Athleten zusätzlich anspornt», ist Kranz überzeugt. Er hofft, dass Bob Liechtenstein 1 am Samstag erneut eine Zehntelsekunde schneller in die Bahn starten wird, dann sollte die Teilnahme am zweiten Lauf Realität werden.