03.11.2016

Saisonopening des
FL-Bobverbandes

Das Athleten-Team des Bobverband Liechtenstein ist jung, die Ziele sind ambitioniert: «Top-20 bei der Junioren-WM und erste Punkte im Europacup», formuliert Sportchef Srecko Kranz seine Erwartungen an Bob «Liechtenstein 1». Beim traditionellen Saison Opening präsentierte der Verband am Donnerstag in Vaduz das aktuelle Kader. Präsident Iwan J. Ackermann ist optimistisch: «Es freut mich sehr, dass es uns erneut gelungen ist, junge, motivierte Athleten für den Bobsport zu begeistern.»

Vaduz, 3. November 2016 – Mit einem traditionellen «Saison Opening» abseits des Eiskanals ist der Bobverband Liechtenstein am Donnerstagabend in Vaduz in die neue Saison gestartet. In den Räumlichkeiten der Ospelt Haustechnik informierten die Verbandsverantwortlichen Mitglieder, Sponsoren, Gönner und Medien über die bereits erfolgten Saisonvorbereitungen, zeigten die Ziele für die beginnende Saison auf und stellten das junge Kader vor. Während der Sommermonate hat sich einiges getan im Bobverband Liechtenstein, denn auf den Lorbeeren der vergangenen Saison will man sich nicht ausruhen. Für die Zukunft wurden neue Ziele formuliert. Mittelfristig soll ein Zweierbob im Europacup etabliert und ein zweites Zweierbob- sowie ein Damen-Team aufgebaut werden. 

Junioren-WM als Saisonhöhepunkt

Die sportlichen Ziele für die Saison 2016/17 stellte Sportchef Srecko Kranz auf: «Saisonhöhepunkt für unser junges Team ist die Junioren-Weltmeisterschaft Ende Januar in Winterberg. Da wollen wir mit Bob ‘Liechtenstein 1’ in die Top-20 fahren.» Der Weg zu diesen Titelkämpfen ist lang. Giuliano Meyer als Pilot von «Liechtenstein 1» muss sich den Startplatz erst verdienen – im Europacup sind fünf Resultate auf drei verschiedenen Bahnen gefordert. Gemeinsam mit seinem Bremser Sebastien Kranz hat Meyer bei einem dreiwöchigen Lehrgang im Oktober auf den Bahnen von Königsee, Winterterberg und Altenberg eine umfassende Ausbildung erfolgreich absolviert. Das Beherrschen der schwierigen Bahn von Altenberg gilt in der Bobszene  als Beweis fahrerischer Qualitäten.

Ein weiteres Saisonziel ist der Aufbau eines zweiten Teams um Pilot Samuel Elkuch und Ozan Bektas. Die beiden 21-Jährigen sind neu zum Bobverband gestossen und haben bereits drei Wochenendlehrgänge auf dem Monobob absolviert – «seit der ersten Fahrt bin ich Feuer und Flamme für diesen Sport», erklärte Elkuch. Das Bob-Feuer brennt auch in Bektas, der sich vergangenen Sonntaag bei einem Sturz in Königsee einen Schlüsselbeinbruch zugezogen hat und am (heutigen) Freitag in Grabs operiert wird. Er fällt fünf Wochen aus. Trotzdem wird er spätestens im Januar aber er als Bremser im Bob von Samuel Elkuch im Einsatz stehen. «Die beiden sollen bei Regionalrennen erste Erfahrungen sammeln», lautet die Vorgabe von Sportchef Kranz.

Dass der Bobverband Liechtenstein mit zwei neuen Teams in die Saison fährt, hat einen Grund: Gabriel Ospelt, der im Februar bei den Olympischen Jugendspielen in Lillehammer mit Rang 7 ein Spitzenresultat eingefahren hat, hat im Herbst aus schulischen Gründen den Rücktritt erklärt. «Wir bedauern diesen Entscheid zutiefst, können die Gründe aber nachvollziehen. Dass sich Gabriel ausschliesslich auf die Schule konzentrieren will, gilt es zu akzeptieren», sagt Srecko Kranz.

Die Zukunft des Bobsports in Liechtenstein ist – sowohl beim Mono- wie beim Zweierbob – dennoch gesichert. Einerseits durch die beiden neuen Zweierbob-Teams, andererseits sind zwei Nachwuchshoffnungen zum Verband gestossen: Quentin Sanzo und Martin Kranz, beide 14 Jahre alt, haben das Sommertraining absolviert und werden im Februar in Igls die Schulung auf dem Monobob erhalten.

Zusammenarbeit mit dem deutschen Verband

Bei Training und Pilotenausbildung geht der Bobverband Liechtenstein seit dem Sommer neue Wege. Mit dem Bob- und Schlittenverband Deutschland (BSD) wurde ein zweijähriger Kooperationsvertrag abgeschlossen. «Unsere Athleten absolvieren Ausbildung und Training nun zusammen mit den deutschen Kollegen, was viele Vorteile bringt», so Sportchef Kranz. Unter anderem stünden die deutschen Bahnen in Königsee, Winterberg und Altenberg bereits früh im Herbst für Trainings und Lehrgänge zur Verfügung. «Dank der Grösse des deutschen Teams stehen jeweils sechs bis acht Betreuer an der Bahn, davon profitieren auch unsere Athleten.» Aus Sicht des Sportchefs bietet der BSD ein optimales Gesamtpaket. Der bereits erwähnte dreiwöchige Lehrgang für Bob «Liechtenstein 1» und der von Samuel Elkuch und Ozan Bektas besuchte «Jugendlehrgang» (vier Blocks à vier Tage) – beide werden von Doppelolympiasieger Wolfgang Hoppe geleitet – gehören dazu.

Nicht nur die Liechtensteiner Zweierbob-Teams, sondern auch Nachwuchsfahrer und interessierte Athleten aus anderen Sportarten profitieren vom Fachwissen und der Erfahrung der Ausbildner im deutschen Verband. Vom 27. Februar bis 3. März 2017 wird unter dem Patronat des Liechtenstein Olympic Committee (LOC) auf der Bahn in Innsbruck-Igls ein Monobob-Lehrgang stattfinden. Dieser steht allen interessierten Athleten offen und wird von Wolfgang Hoppe betreut. 

Wichtige Bob-Termine 2016/17: 12.11. Europacup in Königsee; 22.-29.1.2017 Junioren-WM in Winterberg (DE); 27.2-3.3.17 Monobob-Lehrgang mit Wolfgang Hoppe in Innsbruck-Igls (A) unter dem Patronat des LOC; 5.3.17 Monobob-Landesmeisterschaft in St. Moritz.