18.05.2018

ÖSV-Springer waren auf dem Gletscher

Österreichs Skispringer sind in den vergangenen Tagen zum ersten gemeinsamen Trainingskurs unter dem neuen Cheftrainer Andreas Felder zusammengekommen. Auf über 3000 Höhenmetern wurden dabei am Stubaier Gletscher auf selbstgebauten Minischanzen die ersten Sprünge in die neue Saison gemacht.   
   
Jeden Morgen ist das neue Betreuerteam rund um Cheftrainer Andreas Felder und seinen beiden Co-Trainern Florian Liegl und Florian Schabereiter dabei mit der ersten Gondel auf den Stubaier Gletscher gefahren, um dort mehrere Minischanzen für die Springer zu bauen.    
   
Mit dabei waren sowohl die männlichen Athleten als auch einige Damen. Denn neben Stefan Kraft, Michael Hayböck, Manuel Fettner, Gregor Schlierenzauer und Clemens Aigner nahmen auch Daniela Iraschko-Stolz, Eva Pinkelnig und Julia Huber am Gletschertraining teil.    
   
Besonders erfreulich: Auch Routinier Andreas Kofler (34) war erstmals seit den österreichischen Meisterschaften im Vorjahr wieder bei einem gemeinsamen Teamtraining dabei. Nach einer langwierigen Autoimmunerkrankung ist der mehrfache Medaillengewinner bei Großereignissen nun wieder auf dem Weg der Besserung.    
   
Der Salzburger Daniel Huber (im Vorjahr 28. im Gesamtweltcup) war ebenfalls vor Ort, musste sich am Dienstag allerdings einer schon länger geplanten Meniskus-Operation unterziehen und fällt nun voraussichtlich vier bis sechs Wochen aus.    
   
Nachdem in den vergangenen Wochen unter dem neuen Sportlichen Leiter der Nordischen Mario Stecher intensive Saisonanalysen stattgefunden haben, ist nun das ganze Team hochmotiviert für die neue Saison mit dem großen Highlight "Heim-WM" vom 19.2. bis 3.3.2019 in Seefeld in Tirol (www.seefeld.com).    
   
Cheftrainer Andreas Felder: "Der erste Trainingskurs war vor allem ein gegenseitiges Kennenlernen und wir haben geschaut, dass wir in verschiedenen Bereichen schnell die richtige Abstimmung finden. Es war ja das erste Mal, dass die Mannschaft mit uns als neuem Trainerteam über mehrere Tage zusammengearbeitet hat. Ich glaube, die Burschen und auch wir Trainer konnten alle viel mitnehmen. Die Woche hier oben am Gletscher stimmt mich sehr optimistisch für die neue Saison."   
   
Stefan Kraft: "Vorige Woche war ich noch mit der Badehose im Garten, diese Woche im Skigewand am Gletscher. Das war schon ungewöhnlich. Mit den Sprungskiern am Schlepplift – das war eine spannende, neue Erfahrung. Das hat sicher komisch ausgeschaut. Normalerweise brennen wir mit 100 km/h die großen Schanzen hinunter und sind fünf Meter in der Luft, hier waren wir auf absoluten Minischanzen unterwegs. Aber man muss immer wieder für neue Sachen offen sein und der erste Kurs war absolut positiv."   
   
Gregor Schlierenzauer: "Spannend war es. Das Motto war: Zurück zu den Basics. Ich finde es sehr gut, dass wir hier am Stubaier Gletscher um die Jahreszeit noch trainieren konnten und auf diese Weise in die Heim-WM-Saison starten. Wir hatten dabei die Aufgabe auf kleinen Schanzen zu fahren und das Gefühl für die Hocke, das Gleiten und auch den natürlichen Absprung zu finden. Man lernt mit jedem Trainer etwas Neues dazu."   
   
Daniela Iraschko-Stolz: "Ich habe mich voll auf das gemeinsame Training mit den Burschen gefreut. Ich glaube, das hat sehr gut funktioniert. Ich denke, der Andi wird ein super Trainer für die Männer sein. Er hat nichts zu verlieren. Er lässt jedem seine Freiheit, das ist sicher eine große Stärke. Die Burschen haben alle ein super Talent. Ich denke, dass es nicht viel brauchen wird, bis sie wieder zu ihrer Form finden."   
   
Andreas Kofler: "Ich habe sicher keine einfache Zeit hinter mir, aber ich habe es so gut überstanden, wie es nur gegangen ist. Ich habe mir hier am Gletscher am Anfang schon noch schwergetan, aber ich habe dann immer besser meinen Rhythmus und die richtige Balance bei den Sprüngen gefunden. Gesundheitlich bin ich noch nicht ganz bei 100 Prozent, aber ich fühle mich wieder gut und kräftig – und ich bin mir sicher: Je länger die Vorbereitung dauert, desto besser geht es mir."   


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