05.08.2016

"Wir können Olympia schaffen"

In gut zweieinhalb Wochen trifft sich die österreichische Nationalmannschaft zum ersten Saisonhöhepunkt. Bei der Olympiaqualifikation in Lettland geht man zwar als Außenseiter ins Rennen, rechnet sich aber dennoch Chancen aus, wie Teamchef Alpo Suhonen im Interview erklärt.

Die Olympischen Sommerspiele wurden in Brasilien gerade eröffnet, doch auch die Olympischen Winterspiele 2018 haben ihre Vorboten bereits ausgesandt. Die Spieler und die österreichische Nationalmannschaft stecken mitten in den Vorbereitungen auf die ersten Einsätze in der neuen Saison.


In gut zweieinhalb Wochen startet die A-Nationalmannschaft in den ersten Höhepunkt, der letzten Qualifikationsrunde für die Olympischen Winterspiele 2018. In der lettischen Hauptstadt Riga sind Lettland, Deutschland und Japan die Hindernisse am Weg zum Ticket nach Südkorea. Nur der Gruppensieger ist im Februar 2018 im Konzert der Großen dabei. Nach der IIHF Weltmeisterschaft im April gab es innerhalb der A-Nationalmannschaft einige personelle Veränderungen. Sportdirektor Alpo Suhonen übernahm die Arbeit als Teamchef, unterstützt wird er von den Assistenten Roger Bader, Gregor Baumgartner und Gerald Wimmer. Im Interview spricht der neue Head Coach über seinen ersten Kader, die Chancen beim Qualifikationsturnier, die abgehaltenen Trainingscamps der Nachwuchsnationalmannschaften und die Zielsetzungen für die Saison 2016/17.

Vor zehn Tagen hast du 29 Spieler für die Olympiaqualifikation einberufen. Nach welchen Kriterien hast du die Spieler ausgewählt?

Alpo Suhonen: Wir haben versucht, die bestmögliche Mannschaft aufzustellen. Olympia ist für jeden Sportler ein großartiges Ereignis. Ich denke, unser Vorhaben ist uns sehr gut gelungen, obwohl es da und dort sicher verschiedene Meinungen geben mag. Im Grunde waren fünf Punkte ausschlaggebend: Eine gemischte Altersstruktur von erfahrenen und jungen Spielern, eine gute Balance bei den Stärken der einzelnen Spieler, um Spieler für verschiedene Rollen zu haben, internationale Erfahrung auf A- und Junioren-Niveau, eine schnelle Mannschaft und Typen, deren Charakter in unser Team passt.

Die Spieler sind mitten in der Saisonvorbereitung mit ihren Klubs. Wie ist die Form der Spieler zu diesem Zeitpunkt zu beurteilen?

Alpo Suhonen: Einerseits sind die Spieler frisch und motiviert vor der neuen Saison, andererseits fehlt vielleicht noch die Spielpraxis. Aber das werden wir versuchen, uns anzueignen. Als Vorbereitung auf die entscheidenden Spiele in Riga gibt es drei Länderspiele: Eines gegen die Slowakei in Wien und zwei gegen Norwegen in Oslo.

Was steht bei diesen Spielen im Vordergrund?

Alpo Suhonen: Wir wollen in den Trainingseinheiten und in den drei Spielen ein gut funktionierendes Team bauen, in dem jeder einzelne weiß, welche Aufgaben er übernehmen soll. Wir möchten mit den Spielern on- und off-ice eine Einheit bilden. Wir haben ein gutes Programm zusammengestellt, das dies ermöglichen soll.

Wie stehen die Chancen, dass sich die österreichische Nationalmannschaft erneut für Olympia qualifiziert?

Alpo Suhonen: Die Chancen sind sicher gut. Wir müssen jeden Tag unser Bestes zeigen. Alle Bereiche – Torhüter, Defensive und Offensive – müssen in dieser kurzen Zeit zusammenpassen. Dann ist viel möglich.


Welche Ziele verfolgst du mit der Nationalmannschaft in dieser Saison?

Alpo Suhonen: Die Olympiaqualifikation ist ein erstes großes Ziel. Im November und im Februar werden wir bei den Turnieren der Euro Ice Hockey Challenge wieder jüngere Spieler an die Mannschaft heranführen, um einen größeren Kader für die anstehende IIHF Weltmeisterschaft zur Verfügung zu haben. Im April haben wir dann unser großes Ziel: Aufstieg in die IIHF Top Division. Ende Juli starteten die österreichischen Nachwuchsnationalmannschaften bereits mit Trainingscamps in die neue Saison. Du warst bei allen Camps selbst dabei.

Wie haben sich diese in den letzten Jahren entwickelt?

Alpo Suhonen: Diese Austrian Development Camps haben jetzt zum fünften Mal stattgefunden. Jedes Jahr gab es weniger Absagen, die Einstellung und die Motivation der Spieler ist stets gestiegen. Ich denke, dass wir es geschafft haben, das Niveau unserer Nachwuchsspieler zu heben. Aktuell haben wir gesehen, dass die Jahrgänge 2000, 2001 und 2002 sehr vielversprechende Spieler haben. Mit diesen Spielern müssen Verband und Klubs sorgsam umgehen und diese in den nächsten Jahren zum Profispieler entwickeln.

Seit einem Jahr stehen die Nachwuchsmannschaften auch im August gemeinsam am Eis. U20, Zukunft-Talente-Team und U16 haben jeweils einen Turnierauftritt. Wie wichtig ist diese internationale Erfahrung für die Spieler?

Alpo Suhonen: Internationale Erfahrung ist entscheidend, um später in der A-Nationalmannschaft zum Erfolg beizutragen. Die Entwicklung zu einem guten Spieler, on- und off-ice, braucht gute Arbeit in den Klubs und im Verband. Daher achten wir darauf, dass unsere Nationalmannschaften viele internationale Spiele haben. Die Situation in Österreich hat sich zwar verbessert, aber wir hinken in Sachen internationale Einsätze den besten Nationen noch immer hinterher. Im Vorjahr hat die U20-Nationalmannschaft bei der Heim-Weltmeisterschaft mit Silber überrascht.

Das U18-Team ist leider abgestiegen. Welche Ziele gibt es in diesem Jahr beim Nachwuchs?

Alpo Suhonen: Die U20-Nationalmannschaft hat sich in der Division I Gruppe A etabliert. Langsam können wir Hoffnungen haben, wieder einmal in die Top Division aufzusteigen. Die U18-Nationalmannschaft hat sehr gute 16- und 17-jährige Spieler, die aber sicher noch ein wenig Zeit brauchen. In ein oder zwei Jahren wollen wir hier wieder in der Division I Gruppe A mitspielen.

Fan-Pakete

Partner fanreisen24.com hat für das Länderspiel gegen die Slowakei sowie für die finale Olympiaqualifikation attraktive Reisepakete für die Fans der österreichischen Nationalmannschaft zusammengestellt. Weitere Informationen zu den Fan-Paketen sowie zum allgemeinen Ticketverkauf gibt es unter www.eishockey.at/de/tickets/.


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