15.10.2014

„Vorbeugen statt Zocken“

Die Problematik des Wettspiels ist in den letzten Jahren mit negativen Beispielen allen, die mit Sport zu tun haben, schmerzlich bewusst geworden. Die Organisation Fair Play Code setzt vor allem auf Aufklärung bei den Sportlern selbst.

Senaid Kuljic und Dominique Taboga sollten jedem Sportler warnende Beispiele sein. Der Weg in den Wettskandal ist für keinen Sportler vorgezeichnet, hingezogen kann aber jeder werden. „Das beginnt mit einer verhängnisvollen Begegnung, oft auch nur mit einem Getränk“, sagt der ehemalige ÖFB-Teamspieler Günter Kaltenbrunner, der heute Präsident der Organisation ist.

In erster Linie setzt Fair Play Code auf Aufklärung, um von vornherein zu verhindern, dass Sportler in Schieflage kommen. Warnung vor den Folgen – nicht nur rechtlicher Natur. Bekannt sind mittlerweile ja auch Drohungen von „Wettpaten“ gegen die Familien der Sportler, „da gibt es kaum noch ein Entrinnen!“

Die Zusammenarbeit mit den Wettbüros in Österreich ist eine der wichtigsten Agenden, heimische Wettanbieter sollen Wetten, die Spielereignisse betreffen (1. gelbe Karte, erster Einwurf usw.) ebenso aus dem Programm nehmen wie Wettmöglichkeiten im Nachwuchssport. International kann die Organisation allerdings auf die Angebote der Wettanbieter keinerlei Einfluss nehmen.

Bekanntlich werden über das Wettmonitoring registrierte Auffälligkeiten sofort an die betroffenen Verbände weitergeleitet, die Sportereignisse werden dann mit sehr hoher Aufmerksamkeit genau verfolgt. Aber „aus einzelnen Aktionen allein können wir niemals Wettbetrug ableiten, da braucht es schon einige zusammenpassende Faktoren“, erklärt Severin Moritzer (GF Fair Play Code).

Außerdem bittet Kaltenbrunner darum, den Sport nicht grundsätzlich mit dem Betrugsverdacht zu beleuchten. Man solle auch weiterhin davon ausgehen, dass die Ereignisse am Sportplatz fair und korrekt ablaufen.

Elred Faisst


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