17.07.2016

Ein versöhnliche Generalversammlung

Über 55 Personen  füllten den Seminarsaal im Olympiazentrum Dornbirn bis auf den letzten Platz. Alle 9 stimmberechtigten VEHV/ÖEHV-Vereine (Dornbirner EC, Hagen_Leone Dornbirn, EHC Lustenau, EHC Bregenzerwald, VEU Feldkirch, VEU Feldkirch Damen, SC Hohenems, EHC Hard und EHC Montafon, alle anderen Vereine sind nicht ÖEHV-Mitglied und daher nicht stimmberechtigt), waren anwesend.

Sehr erfreulich auch, dass von den 32 Amateurvereinen, die in den VEHV-Ligen teilnehmen, ca. 20 Vereine durch ihre Anwesenheit Interesse an den Geschehnissen im Verband zeigten. Entschuldigt hatte sich Frau Sportlandesrätin Dr. Bernadette Mennel, die vom Sportreferenten des Landes Mag. Michael Zangerl vertreten wurde. Der ASVÖ war durch den neuen GF Clemens Fiel vertreten.

Präsident Gerold Konzett gab bereits im Vorfeld bekannt, dass zwar ein komplettes arbeitsfähiges Team vorhanden ist, er aber nur dann wieder zur Verfügung stehen würde, falls kein neuer Präsident und kein neues Team bereit ist. Aufgrund der vorliegenden neuen Interessensgruppe hatte Präsident Konzett seine bereits 2015 gemachte Erklärung eingelöst, nicht mehr für eine weitere Amtsperiode zu kandidieren. Der EHC Lustenau hatte zwar kurz vor Abgabefrist einen Wahlvorschlag eingereicht, allerdings ohne Präsidenten. Diese Situation machte eine Neuwahl an diesem Abend gemäß den Satzungen des VEHV unmöglich.

Präsident Konzett stellte daher gleich zu Beginn der Vollversammlung den Antrag, den TO-Punkt  Neuwahlen im Sinne einer sportlich positiven Zukunft des Verbandes auf eine außerordentliche Generalversammlung zu vertagen mit dem Zusatz, dass sich alle interessierten Personen der beiden Wahlvorschläge innerhalb der nächsten 4 Wochen zu einem Gespräch zusammen finden, um daraus die bestmögliche Formation für ein neuen Präsidenten und ein neues Präsidium zu finden. So gelingt es vielleicht auch, alle Vereine mit Mitarbeitern ins Boot zu holen. Die Moderation an diesem Meeting wird Vizepräsident Dr. Andreas Fussenegger übernehmen. Diese Vorgangsweise macht aus Sicht von Präsident Konzett eine sinnvolle Zusammenarbeit zwischen allen Vereinen und den besten Kräften der Teams möglich, auch bietet diese Lösung einen reibungslosen Übergang ohne Gesichtsverlust und es müssten zudem keine übereilten Entscheidungen getroffen und keine Personen aus „Not am Mann“ in Eile rekrutiert werden.

Dieser Antrag wurde überraschender Weise einstimmig angenommen. Als letzter Termin für die a. o. Generalversammlung einigte man sich auf den 16. September 2016. Bis zu diesem Zeitpunkt bleibt der gesamte Vorstand noch im Amt.

In der Folge verlief die 56. GV in allen Punkte äußerst harmonisch, sehr zur Freude des scheidenden Präsidenten, der in seinem Abschlussbericht die erreichten Ziele hervorhob und sich für die tolle Mitarbeit aller Vorstandsmitglieder, Beiräte und Mitarbeiter aus allen 4 Jahren bedankte und auch eingestand, dass er in der Sache nicht immer ein angenehmer Partner war, aber kritikfähig und immer für einen Konsens mit allen Mitgliedern bereit war. Stolz zeigte er sich darüber, einen geordneten und gut strukturierten Verband übergeben zu können und richtete dann auch einige mahnende Worte an die anwesenden Vereinsvertreter. Durch Uneinigkeit und Unehrlichkeit komme besonders die ehrenamtliche Tätigkeit in Vereinen und im Verband in Gefahr.

Konzett merkt an, dass es ihm bisher leider nicht ganz geglückt sei, dass man innerhalb unseres kleinen Landes und unseres Verbandes offen aufeinander zugeht, um Probleme zu lösen. Es sollte nicht das vordergründige Ziel sein, Fehler beim anderen zu suchen, denn diese findet man bei jedem, der arbeitet. Wenn uns dies endlich gelingt, die Eigeninteressen hinter die des Verbandes und im weiteren Sinne hinter die des Vereins zu stellen, dann haben wir den Neustart eingeleitet. Dies alles untermauerte Konzett mit einem Merksatz aus dem Internet: „Mit der Zeit merkst du, dass Menschen wie Bücher sind. Einige täuschen dich mit dem Umschlag, und andere überraschen dich mit dem Inhalt!“

Konzett schließt mit der Feststellung, dass es in den 4 Jahren auch viele schöne Momente gab, die er nicht missen möchte und er mit einem guten Gewissen aus diesem Amt scheide, weil er sich nichts vorzuwerfen habe, dem Verband in irgendeiner Weise mit seinem Verhalten geschädigt zu haben. Er bedankt sich bei allen Vereinen und Vereinsvertretern, die den Weg mit ihm innerhalb dieser 4 Jahre gegangen sind. Mit spontanem  Applaus wurde sein Bericht guttiert.

Weitere Berichte:

Aber auch die anderen Vorstände konnten jeweils mit erfreulichen Ergebnissen aufwarten und lobten das gute Klima innerhalb des Vorstands.

Wettspielreferent: Viel erreicht wurde durch die hervorragende Arbeit von Sigi Burtscher und Martin Heim mit 32 Mannschaften in 5 Ligen, auch weil Hockeydata erfolgreich in die Ligen eingebracht werden konnte und die Schiedsrichter gute Arbeit geleistet haben.

Onlinereferent: Ebenso große Beachtung fand der Bericht von Martin Heim, der über eine gewaltige Steigerung an Zugriffen auf der von Ihm neu gestalteten Homepage berichten konnte, wofür er großen Applaus erntete.

Mobareferent Andreas Fussenegger sowie Schiedsrichterobmann Martin Bogen konnten über einen guten Verlauf der über 200 Spiele berichten. Das gute Niveau der Teams und des Großteils auch der Spieler schlug sich positiv in den wesentlichen Strafenregister nieder.

Nachwuchs: Im Nachwuchsbereich stand vor allem das neue Nachwuchsprojekt „Kids go Eishockey“ im Vordergrund, sowie die Anstellung von Sonderschullehrer und A-Lizenz-Trainer Georg Taferner aus Kärnten.

LTP/Arge Alp: Ingrid Netzer berichtete über den Stand ArgeAlp und über das in ganz Vorarlberg sehr gut verlaufene „Learn to Play“ !

Finanzreferent Waller lieferte einen klaren Abschluss für das zu prüfende Jahr 2015 und wurde vor allem über die von Ihm neu eingeführte doppelte Buchführung von den Kassaprüfern Alfare und Kutzer gelobt.

Über das Ergebnis der Statutenkommission, der Dr. Andreas Fussenegger (Vorsitz), Werner Alfare, Thomas-Jan Waller und Timo Hollenstein angehörten, berichtete Fussenegger nur kurz über die wichtigsten Punkte, da diese Statuten bereits allen Mitgliedern zur Kenntnisnahme ausgesendet wurden. Die Genehmigung der überarbeiteten Satzungen wurde einstimmig zur Kenntnis genommen.

Wortmeldungen der Gäste:

Michael Zangerl überbringt die besten Grüße von Frau Landesrätin Dr. Bernadette Mennel und meint, Eishockey hat in Vorarlberg einen wesentlichen Stellenwert und große Tradition. Die Sportstrategie 2020 umfasst eine ganzheitliche Athletenentwicklung vom Nachwuchs bis zum Olympiateam und lobt ausdrücklich das Nachwuchskonzept des VEHV mit Georg Taferner als Projektleiter. Wichtig ist, dass alle (Teams) am gleichen Strang ziehen. Er bedankt sich bei allen ehrenamtlichen Funktionären, beim scheidenden Präsident Konzett und beim Vorstand des VEHV sowie bei allen Vereinen und wünscht sich einen harmonischen Übergang vom alten zum neuen Vorstand im September dieses Jahres.

Alexander Kutzer: der in den Medien suggerierte Putschversuch ist Nonsens.  Er erklärt die Gedankengänge und die Vorgehensweise des neuen Gremiums und Fordert die Mitarbeit aller stimmberechtigten Vereine im Verband ein, es müssen Funktionäre entsendet werden, das sollte im Interesse jedes einzelnen Vereins liegen.  Er bedankt sich bei Gerold Konzett und dem gesamten Vorstand + Funktionäre für die gute Arbeit in den 4 Jahren, vor allem wenn man weiss, wie schwer der damalige Start vor sich gegangen ist.

Ingrid Netzer: Bedankt sich bei Gerold Konzett und seinem Team für die Arbeit und die tolle Gesprächsbasis, fordert ebenfalls die Mitarbeit aller Vereine im Verband

Herbert Oberscheider: sieht Chancen für das Eishockey in Vorarlberg, es braucht aber vollste Rückendeckung für den Vorstand des VEHV durch die Vereine. Einigkeit sei das Ziel, um Druck in Richtung Politik ausüben zu können. Er bedankt sich auch beim Präsidenten und seinem Team für die geleistete Arbeit.

Präsident Gerold Konzett bedankt sich für die Wortmeldungen und wünscht sich ebenfalls für den September einen sauberen Übergang, denn das was er am Beginn seiner Amtsperiode erlebt hat, wünscht er keinem. Er schließt die 56. Generalversammlung um 20:45 Uhr mit der Hoffnung, am 16. September seine Agenden einem passenden neuen Vorstand übergeben zu können.


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