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10.08.2018

"WER RAUNZT HAT
SCHON VERLOREN"

Wir haben in den vergangenen 12 Monaten drei Hauptziele verfolgt. Zum einen galt es im Olympiarevier 2020 seglerisch Fuß zu fassen und die Bucht von Enoshima besser und besser kennen zu lernen, parallel dazu stand die technische und materielle Weiterentwicklung auf unserer ToDo-Liste und schließlich rückte die Weltmeisterschaft vor Aarhus mehr und mehr in unseren Fokus. Nicht zwingend aufgrund der Medaillen, sondern vor allem, um bei der Vergabe der Olympia-Quotenplätze ein erfolgreiches Wort mitreden zu können. Die ersten acht der in Summe 19 Tokio-Tickets für die 470er-Klasse lagen im Topf, die vorzeitige Nationen-Qualifikation war unser erklärtes Saisonziel.

Nach sieben Wettfahrten mit drei Platzierungen unter den Top5 und keinem wirklichen Ausrutscher waren wir voll auf Kurs - ein rabenschwarzer Mittwoch, wo wir zweimal brutal danebengehaut haben, hat die Chance zwar nicht zu Nichte gemacht, aber die Ausgangsposition deutlich verschlechtert.

Vor der letzten Wettfahrt lagen wir im Nationenranking auf Position neun. Fünf Zähler hinter Neuseeland und lediglich einen hinter Italien. USA, Ungarn, England und Griechenland saßen wiederum uns im Nacken und waren damit ebenfalls noch im Rennen um einen der letzten Strohhalme. Unsere Strategie zielte auf eine bedingungslose Attacke und eine zwangsläufig  hohe Risikobereitschaft ab, der Schuss ging bei abermals sehr leichten und löchrigen Windverhältnissen leider nach hinten los. Wir beendeten die Wettfahrt im geschlagenen Feld (Rang27) und schlossen die Titelkämpfe letztendlich auf Platz 17 ab.

Die Enttäuschung ist nicht zu leugnen. Wir haben über weite Strecken überzeugt, konnten den Sack aber nicht zu machen. Auf fehlendes Glück wollen wir uns nicht ausreden, wir waren einfach nicht gut genug, haben es nicht verstanden die anfangs sehr konstante Linie erfolgreich bis zum Schluss durchzuziehen.

Damit haben wir unser Ziel im ersten Anlauf verpasst und müssen uns hinsichtlich der Nationenqualifikation für die Tokio-Spiele ein weiteres Jahr gedulden. Die nächsten Nationentickets werden 2019 bei der WM (4) und der Europameisterschaft (1) ausgeschüttet.

Und jetzt?

Packen wir zusammen und übersiedeln in wenigen Tagen für einen Monat nach Japan. Dort wird akribisch weitergearbeitet, um aus der aktuellen Niederlage Stärke zu beziehen. Nicht groß hadern oder raunzen, sondern Mund abputzen, selbstkritisch reflektieren und alle Kräfte für die Weiterentwicklung mobilisieren.