19.06.2018

Comeback bei Kieler Woche

Der Österreichische Segel-Verband ist bei der 124. Kieler Woche, die olympischen Klassen sind beim größten Segelereignis der Welt ab Mittwoch im Einsatz, vollzählig vertreten. Denn nach überstandener Verletzungspause feiert das 49er-Duo Benjamin Bildstein und David Hussl sein Comeback. Zu den Höhepunkten der Veranstaltung zählt auch die Eurosaf Para Sailing Europameisterschaft, bei der Österreich mit drei Booten an den Start geht.

Die Kieler Woche wird seinem Ruf als weltweit größte Regatta wieder einmal gerecht und befindet sich mit ihrer 124. Auflage auf Rekordkurs. Mehr als 4.000 Segler aus 60 Ländern mit 1.900 Booten haben Kurs auf Norddeutschland genommen. Nachdem die Kieler Förde dem WM-Revier im dänischen Aarhus, wo viele OeSV-Athleten zuletzt trainierten, sehr ähnlich sind, gibt es vor allem in den olympischen Klassen sehr hohe Meldezahlen – auch der Österreichische Segel-Verband ist vollzählig vertreten.
 
Bildstein/Hussl feiern Comeback

Vier Monate nach der erlittenen Schulterverletzung von Steuermann Benjamin Bildstein kehrt das österreichische 49er-Top-Duo auf die internationale Regattabühne zurück. Nach den ersten Segeltests am Bodensee reisten die beiden zum Trainingslager nach Aarhus, wo am Wochenende auch eine Trainingsregatta auf dem Plan stand. „Es ist schön wieder dabei zu sein und strukturierte Seglerarbeit zu machen. Ich habe durch die vorherigen Rehas natürlich Erfahrung gesammelt und versuche es sicher nicht mit der Brechstange. Der schnelle Schritt zum Segeln hat sehr gut funktioniert und auch die erste Bewährungsprobe bei 27 Knoten habe ich gut überstanden. Wenn die Schulter aber reagiert, lege ich lieber eine kurze Pause ein. Wir sind froh, dass es so gut läuft und haben unser Hauptaugenmerk natürlich auf Aarhus. Jetzt gilt es auf das beste Level zu kommen,“ berichtet der Vorarlberger.
 
Nach einer intensiven Trainingswoche in Aarhus übersiedelten auch David Bargehr/Lukas Mähr und Niko Kampelmühler/Thomas Czajka ins 270 Kilometer entfernte Kiel. Nachdem die 470er-Klasse ihre Europameisterschaft bereits ausgetragen hat, ist die Kieler Woche für diese Teams der letzte Probelauf vor der Weltmeisterschaft (30. Juli bis 12. August). „Wir werden diese Generalprobe intensiv nützen und versuchen, unsere Trainingsinhalte umzusetzen. Das volle Feld sorgt für ideale Wettkampfbedingungen,“ freut sich Vorschoter Mähr auf die Regatta vor dem 1972er-Olympiarevier Schilksee.
 
Zajac/Matz gehen als Titelverteidiger ins Rennen

Zuletzt absolvierten auch die 49erFX-Nationalteams drei gemeinsame Trainingswochen in Aarhus. „In der letzten Woche ist der Wind richtig aufgekommen. Wir hatten alle Bedingungen, das wird uns vielleicht im August auch erwarten. Wir haben viel im taktischen Bereich gearbeitet. In Kiel wollen wir wieder gute Rennen fahren,“ erklärt Lisa Farthofer, die mit Steuerfrau Angelika Kohlendorfer „weiter an der Kontinuität arbeiten“ will. Tanja Frank/Lorena Abicht nehmen in Kiel einige Materialtests vor und gingen am Montag noch einmal alleine aufs Wasser. „Wir nutzen die Chance in einer großen Fleet zu segeln. Der Fokus liegt auf Aarhus, und auf unserem Weg dorthin sehen wir die Kieler Woche als gute Vorbereitung,“ so Vorschoterin Abicht.
 
Nur zwei Wochen nach dem Weltcup-Finale vor Marseille sind auch Thomas Zajac und Barbara Matz wieder im Einsatz. Das österreichische Nacra 17-Duo geht bei der Kieler Woche als Titelverteidiger an den Start, im vergangenen Jahr gewannen sie die letzte Regatta bevor auf die foilenden Boote umgestiegen wurde. „Beim Weltcup-Finale hat uns der Speed gefehlt. Daher arbeiten wir derzeit viel am Boot, um das Maximum herauszuholen und in Hinblick auf die Weltmeisterschaft gerüstet zu sein. Es wird eine interessante Regatta, das Nacra-Teilnehmerfeld in Kiel ist sehr groß,“ erklärt Bronzemedaillen-Gewinner Zajac.
 
Trio bei Para Sailing Europameisterschaft

Zu den Höhepunkten der diesjährigen Kieler Woche zählt auch die Eurosaf Para Sailing Europameisterschaft. Mit Gernot Ciprian, Kurt Badstöber und Marina Perterer sind drei OeSV-Athleten am Start. Die Seglerin vom Yacht Club Velden, die sich vor zwei Wochen die österreichische Staatsmeisterschaft 2.4 Norlin OD am Wörthersee holte, wechselt für die EM in die Hansa 303. „In Velden waren schwierige Leichtwindverhältnisse. Ich konnte meine Trainingsleistungen in die Regatta umsetzen und bin sehr stolz auf den Titel. Die Hansa 303 ist nicht so hochtechnisch, die Umstellung ist aber trotzdem eine extreme Herausforderung. Die Bedingungen in Kiel sind nie einfach, ich will Schritt für Schritt gehen,“ so Perterer, die zuletzt vor drei Wochen am Gardasee zu Trainingszwecken in einer Hansa 303 gesessen ist.
 
OeSV-Teams bei der 124. Kieler Woche (GER), 20. – 24. Juni 2018:
470er (10 Rennen + Medal Race)
David Bargehr / Lukas Mähr
Niko Kampelmühler / Thomas Czajka
Yannis Saje / Lukas Haberl
 
49er (14 Rennen + Medal Race)
Benjamin Bildstein / David Hussl
Marco Baumann / Jakob Flachberger
 
49erFX (14 Rennen + Medal Race)
Tanja Frank / Lorena Abicht
Angelika Kohlendorfer / Lisa Farthofer
Laura Schöfegger / Anna Boustani
Keanu Prettner / Niklas Haberl
Luca Lippert / Julian Deuschl
 
Nacra 17 (14 Rennen + Medal Race)
Thomas Zajac / Barbara Matz
 
Finn (10 Rennen + Medal Race)
Moritz Spitzauer
 
2.4 mR (10 Rennen)
Kurt Badtstöber, Gernot Ciprian
 
Hansa 303 (10 Rennen)
Marina Perterer


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