09.08.2016

Wichtiger Schritt im Kampf gegen Doping

Im Rahmen der am 07. August in Rio de Janeiro stattgefundenen Pressekonferenz des Internationalen Paralympischen Committees (IPC) wurde der Ausschluss russischer AthletInnen bei den Paralympics, die vom 07.-18. September in Brasilien ausgetragen werden, verkündet.

Das IPC gab die Entscheidung zwei Wochen nach Veröffentlichung des McLaren Reportes bekannt und begründete den Ausschluss des nationalen paralympischen Committees Russland u.a. damit, dass es dem Verband nicht gelungen sei, seinen Verpflichtungen gegenüber dem IPC im Kampf gegen Doping nachzukommen.

Verbunden mit dem Ausschluss des Nationalen Committees aus dem IPC, ist der Verlust des Mitspracherechts, sämtlicher Privilegien eines Nationalen Paralympischen Committees, sowie der Ausschluss der russischen AthletInnen, die für Russland bei den Paralympics gemeldet sind.

Seit der Veröffentlichung des McLaren Reportes am 18.07.2016 unternahm das IPC folgende Maßnahmen zur Prüfung der vorgebrachten Informationen:

Weiterführende und intensive Untersuchungen, der im McLaren Report genannten Inhalte (u.a. der 35 verschwundenen Dopingproben).

Analyse von Dopingproben, die im McLaren Report genannt wurden.

Anhörung des Russischen Paralympischen Committees am 03.08.2016, nachdem bereits  Ende Juli eine schriftliche Stellungnahme eingereicht worden war.

 

Nach der o.g. Anhörung vor 12 Mitgliedern des IPC-Vorstandes, unter Ihnen sechs Paralympioniken, wurden die Fakten diskutiert und man gelangte zur einstimmigen Entscheidung, das Nationale Committee auszuschließen. Im Rahmen der Pressekonferenz lieferte IPC-Präsident Sir Philip Craven und Athletensprecher Todd Nicholson ausführliche Statements zum Vorgehen und den Gründen, die zum Ausschluss führten.

ÖPC-Präsidentin Maria Rauch-Kallat und Generalsekretärin Petra Huber verstehen die Entscheidung des IPC, insbesondere mit Blick auf den Kampf gegen systematisches Doping, das scheinbar auch den paralympischen Sport betrifft. Beide betonen, wie wichtig das Vorgehen gegen systematisches Staats-Doping sei und vor allem der Schutz von AthletInnen in den Vordergrund rücken müsse.

Dem russischen Verband bleiben nunmehr drei Wochen Zeit - bis zum 28.08.2016 -, die Entscheidung des IPC anzufechten.

Etwaige Folgemaßnahmen, so auch mögliche Nachnominierungen österreichischer AthletInnen werden erst dann in die Wege geleitet, so Petra Huber, wenn das IPC über einen möglichen Einspruch des Russischen Paralympischen Committees entschieden hat.