29.04.2016

Menschenrechts-
standards bei Olmypia

100 Tage vor dem Start der Olympischen Spiele in Rio de Janeiro unterzeichnen führende SportpolitikerInnen – darunter Sportminister Hans Peter Doskozil und Dieter Brosz, Vorsitzender des Sportausschusses im Parlament, sowie zahlreiche Abgeordnete der Fraktionen und deren SportsprecherInnen – die Petition der Initiative Nosso Jogo. Die Petition richtet sich an den Präsidenten des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), Thomas Bach, und fordert bindende Menschenrechtsstandards bei Sportgroßevents.

Die Initiative Nosso Jogo, die sich für Olympische Spiele ohne Vertreibung, Gewalt und Ausbeutung einsetzt, wird bereits von prominenten SportlerInnen wie der österreichischen Kanutin Ana Roxana Lehaci und dem Segler Andreas Hanakamp unterstützt. Nun beziehen auch österreichische PolitikerInnen für die Menschenrechte Stellung.

Sportminister Hans Peter Doskozil strich bei der Unterzeichnung hervor, dass die Einhaltung der Menschenrechte in allen Bereichen oberste Priorität einnehmen muss. „Der Fair-Play Gedanke darf nicht nur für den sportlichen Wettkampf gelten. Dieser muss auch im Umfeld des Sports zum Tragen kommen, damit all jene, die zum Gelingen von sportlichen Großereignissen ihren Beitrag leisten, dabei auch menschenwürdige Voraussetzungen schaffen”, so Minister Doskozil.

Dieter Brosz, Vorsitzender des Sportausschusses im Parlament und Sportsprecher der Grünen, kritisiert, dass Menschenrechtsverletzungen gerade in der jüngeren Vergangenheit bei der Vergabe internationaler Sportgroßveranstaltungen eine völlig untergeordnete Rolle gespielt haben, und begrüßt die Aufmerksamkeit, die Initiativen wie Nosso Jogo auch diesem Aspekt von Olympischen Spielen einräumen.

Hermann Krist, Sportsprecher von der SPÖ, unterstreicht: „Es darf nicht sein, dass ein IOC oder auch die FIFA stillschweigend Menschenrechtsverletzungen und völlig inakzeptable Arbeitsbedingungen in den Austragungsländern einfach zur Kenntnis nehmen und diese als nationale Probleme abtun.”

Johannes Rauch, Sportsprecher von der ÖVP, sieht es als entscheidend, dass Sportgroßveranstaltungen friedlich und völkerverbindend ablaufen. „Menschenrechtsstandards, ökonomische und ökologische Standards sind unerlässlich. Mir geht es um gewaltfreien, sauberen und dopingfreien Sport."

1.800 ÖsterreicherInnen haben die im März gestartete Petition bis dato unterschrieben. Martin Kainz, Koordinator von Nosso Jogo, freut sich über die breite Unterstützung und motiviert die sportbegeisterten ÖsterreicherInnen sich mit ihrer Stimme den Forderungen anzuschließen: „Schon in den Grundprinzipien des Olympismus sind Menschenwürde, Frieden und Einheit als zentrale Aspekte verankert. Gemeinsam können wir es schaffen, dass die Olympischen Spiele in Zukunft nicht nur ein Fest des Sports, sondern auch ein Fest der Menschenrechte werden.”


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