12.05.2020

Sportevents im Überlebenskampf

Österreichs Sport-Veranstalter suchen nach wirtschaftlichen Überlebensstrategien. Thiem-Manager und Turnier-Veranstalter Herwig Straka, Gerhard Wehr vom Vienna City Marathon und der Beachvolleyball Major Vienna Veranstalter Hannes Jagerhofer von ACTS Group diskutierten beim Branchentreff Sport und Marke, wie die Veranstaltungslandschaft nach Corona aussehen wird.

Wien - Seit Mitte März steht die Sport-Welt still. Zahlreiche Turniere und Sportevents, darunter der Vienna City Marathon und die Beachvolleyball Majors auf der Donauinsel, mussten abgesagt werden. „Die Auswirkungen sind dramatisch“, sagt Gerhard Wehr, der Geschäftsführer des Vienna City Marathons. Mit der Rückabwicklung der Veranstaltung habe man keine Erfahrung. Ein Jahr Vorbereitung steckt drin. „Es ist eine Herkulesaufgabe für 40.000 angemeldete Teilnehmer aus 125 Ländern eine für jeden Teilnehmer gute Lösung zu finden.“ Der Aufwand sei enorm. Die Rechtsgrundlage ungewiss. Mit 85 Prozent der Teilnehmer konnte man sich bereits einigen, dass das Ticket nicht zurückbezahlt wird, sondern für nächstes Jahr gilt.

„Es ist für alle Veranstalter der Supergau“, meint auch Hannes Jagerhofer, Veranstalter der Beachvolleball Majors und Geschäftsführer der ACTS Group. Für ihn stelle sich die Frage, was dies für den Olympischen Gedanken bedeutet. „Welche Länder werden noch so in Vorleistungen gehen können?“. Jagerhofer fordert einen staatlichen Rettungsschirm für Eventveranstalter. „Ich gehe nicht davon aus, dass jedes Jahr eine Pandemie ausbricht“. Unsicherheiten und Ausfälle sind in Zukunft auch durch den Klimawandel nicht ausgeschlossen. Das schlimmste sei derzeit die Unsicherheit.  

„In Österreich wird in vielen Bereichen die Botschaft vermittelt, dass geholfen wird“, sagt  Herwig Stracka von e|motion management. Die Hoffnung sei da. Die Solidarität der Zuseher ist enorm wichtig. Trotzdem wisse heute noch niemand, in welcher Form sich die Solidarität auf dem Konto niederschlägt. „Die Hebel die wir bewegen liegen im zweistelligen Millionen Umsatz“, so Straka. Die Vorleistungen für Sport-Veranstalter seien enorm. Alle drei Diskussionsteilnehmer waren sich einig, dass für Zuseher der Wunsch nach Live-Events enorm sein wird. Die Frage sei nur, welcher Events-Veranstalter bis zur Rückkehr der Großevents überleben wird.

Über den Web-Kongress Sport und Marke
Der Branchentreff „Sport & Marke“ fand am 11. Mai mit über 450 Teilnehmern als Web-Ausgabe statt. Viele Elemente eines Kongresses wurden virtuell abgebildet. Teilnehmer verfolgten in zwei parallelen Livestreams mit Vorträgen, Interviews und Diskussionsrunden. In der Networking-Area konnte man interaktiv neue Kontakte knüpfen. Virtuelle Präsenz boten Messestände mit Chatfunktion.


   

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