08.01.2018

Sportlandesrätin Mennel
tritt Ende Jänner zurück

Nur bis 31. Jänner in Amt und Würden: Bernadette Mennel

18 Jahre in politischen Spitzenfunktionen, davon fünf Jahre als Landesrätin für Bildung, Wissenschaft, Sport und Gesetzgebung in der Landesregierung

Bregenz (VLK) - Nach 18 Jahren politischer Arbeit, davon fünf Jahre im operativen Geschäft als Landesrätin für Bildung, Wissenschaft, Sport und Gesetzgebung wird Landesrätin Dr. Bernadette Mennel mit 30. Jänner 2018 von allen politischen Ämtern und Funktionen zurücktreten. Dies gab die Landesrätin heute Montag, 8. Jänner 2018, bekannt. Für die Landesrätin sind es persönliche Gründe, die zu diesem Schritt geführt haben: „Die Entscheidung ist in den letzten Monaten gewachsen, der Schritt ist reiflich überlegt und wurde von mir bereits vor einiger Zeit mit Landeshauptmann Wallner vorbesprochen.“ Wichtig ist LR Mennel für die kommenden Wochen eine gute, eine geregelte Übergabe der Ressortaufgaben.

Als Mitglied der Landesregierung ist Bernadette Mennel (58) für die Ressorts Bildung, Wissenschaft, Sport und Gesetzgebung zuständig. Das Bildungsressort umfasst den gesamten Bildungsbogen vom Kindergarten über die Schulen bis zu den postsekundären Bildungseinrichtungen und wissenschaftlichen Institutionen in Vorarlberg. Auch die Sport-Agenden und die Gesetzgebung fallen in ihr Aufgabengebiet. Heute Vormittag hat sie ihren Rücktritt mit Wirkung 30. Jänner 2018 von allen politischen Ämtern formal bei Landeshauptmann Markus Wallner eingereicht.

„Bildung ist die Chance auf ein selbstbestimmtes Leben“

Politische Verantwortung zu übernehmen und an der Verbesserung gesellschaftlicher Rahmenbedingen gestaltend mitzuwirken, war Bernadette Mennel immer wichtig: „Ich hatte viel Glück im Leben - eine Familie, die mich immer unterstützt und gefördert hat und ich konnte die Chance auf eine gute Ausbildung und ein Studium nutzen“. Diese guten Ausgangsbedingungen, so die Bildungslandesrätin, hätten nicht alle Kinder: „Bildungspolitik bedeutet für mich daher vor allem, möglichst vielen Kindern die Perspektive auf eine gute Ausbildung zu geben und Kindern und Jugendlichen durch Bildung die Chance auf ein selbstbestimmtes Leben und eine gute berufliche Zukunft zu eröffnen.“ Der Schlüssel für Bildung sind sicher die Pädagoginnen und Pädagogen, die wertvolle Arbeit leisten, ihr Stellenwert in der Gesellschaft muss gestärkt werden, so Mennel.

Besonders positiv erlebte LR Mennel die Zuständigkeit für das Sportressort: „Ich hatte im Sport mit so vielen engagierten und positiven Menschen zu tun, mit jungen Leuten, die mit Begeisterung für ihren Sport leben.“ In der Gesetzgebung konnte die promovierte Juristin ihre Kenntnisse bei der Vorbereitung der Landesgesetze und den Stellungnahmen zu Bundesgesetzen einbringen.

Für Bernadette Mennel waren die letzten fünf Jahre als Landesrätin „sehr intensiv, sie waren vielfach auch bereichernd, eine spannende und herausfordernde Zeit mit schönen und berührenden Erlebnissen mit vielen Menschen in unserem Land, vor allem mit vielen Kindern und Jugendlichen“. Landesrätin Mennel: „Die vielen Verbesserungen in der Bildung, der Wissenschaft und im Sport waren ebenso wie die legistische Arbeit nur durch Unterstützung vieler möglich. Ich bedanke mich bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für die wertvolle Facharbeit und die gute Zusammenarbeit. Bei Landeshauptmann Wallner, meinen Regierungskollegen und Weggefährten bedanke ich mich für die politische Unterstützung.“ Ihre weitere berufliche Zukunft möchte LR Mennel bewusst offen lassen: „Ich werde mir das gut überlegen.“

Kindergarten: Sprachförderung und neues Gesetz

Zentrale Meilensteine der vergangenen fünf Jahre waren im Kindergartenbereich die Novelle des Kindergartengesetzes und die Vereinheitlichung der Kindergartentarife im ganzen Land. Damit wurden landesweit einheitlich gute Bedingungen für den Besuch des Kindergartens geschaffen. Wesentlich war Mennel die Weiterentwicklung der frühen Sprachförderung. Mit dem Einsatz eines neuen Instruments der Sprachstandsfeststellung wird die Sprachförderung im Kindergarten weiter professionalisiert. Dieses Instrument wird derzeit in Pilotgemeinden eingeführt und im kommenden Jahr landesweit ausgerollt.

Millionenschweres Paket für die Volksschulen und Ausbau ganztägiger Schulformen

Für die Volksschule wurde von der Landesrätin ein Paket geschnürt, das mit jährlich über 3,4 Millionen Euro den Grundschulen zu Gute kommt und den Direktorinnen und Direktoren mehr Freiraum für ihre pädagogische Arbeit gibt. Derzeit wird in einer Evaluierung überprüft, ob die mit dem Volksschulpaket eingesetzten Mitteln die gewünschte Wirkung entfalten. Ein weiterer bildungspolitischer Schwerpunkt war der weitere Ausbau der ganztägigen Schulformen an allen Schultypen, die mehr Kindern die Chance auf eine erfolgreiche Schullaufbahn geben. „Die Zahlen zeigen, dass uns hier sehr vieles gelungen ist - die Anzahl der Kinder und Jugendlichen in der ganztägigen Betreuung an Schulen hat sich seit dem Schuljahr 2005/06 fast vervierfacht“, so Mennel.

Weiterentwicklung der Schulen der 10- bis 14-Jährigen

Mit dem Projekt zur Weiterentwicklung der Schulen der 10- bis 14-Jährigen hat Landesrätin Mennel einen Prozess eingeleitet, der weit über die Landesgrenzen hinaus wirkt. Als Ziel nennt die Landesrätin „eine neue, eine bessere Schule. Wir arbeiten an einer leistungsstarken und gleichzeitig chancengerechten Schule für die 10- bis 14-Jährigen“.  Auf der Basis einer ebenso breiten wie tiefen Analyse der Vorarlberger Schulen und der gesellschaftlichen und sozialen Herausforderungen hat sich der Vorarlberger Landtag parteiübergreifend für eine Weiterentwicklung der Schulen der 10- bis 14-Jährigen ausgesprochen. Auf Vorarlberger Initiative wurde die Einrichtung von Modellregionen bundesgesetzlich verankert. Bernadette Mennel: „Damit hat sich eine Türe aufgetan, die bisher fest verschlossen war.“ In Vorarlberg wurde für die Schulen der 10- bis 14-Jährigen ein pädagogisches Konzept ausgearbeitet, begleitende Maßnahmen in der Fortbildung der Lehrpersonen erstellt, die Schulentwicklung aufgebaut und ein Feedback-System erstellt. Damit, so Mennel, „konnten wichtige Meilensteine erreicht werden. Andere werden den Weg fortsetzen.“

Die Vergabe des ersten Vorarlberger Schulpreises, die Neuorganisation der Pädagogischen Hochschule, die Weiterentwicklung der Aus- und Fortbildung der Lehrpersonen im Verbund LehrerInnenbildung West sind weitere wichtige Meilensteine der vergangenen Jahre. Ebenso wurde die Fachhochschule mit zukunftsweisenden Angeboten weiter ausgebaut und für Schloss Hofen eine Entwicklungsstrategie ausgearbeitet.

Duale Ausbildung als Visitenkarte Vorarlbergs

Das Erfolgsmodell Lehre wurde von Landesrätin Mennel stets nach Kräften unterstützt, um die hohe Qualität der dualen Ausbildung und die moderne und hochwertige Ausstattung  der acht Landesberufsschulen sicherzustellen. „Vor allem das Modell „Lehre und Matura“ ist eine große Chance für leistungsstarke Lehrlinge, um parallel zur Lehrausbildung die Matura abzulegen“, so Mennel.

"Talente-Check": Flächendeckende Umsetzung

Seit dem Schuljahr 2015/16 wird der "Talente-Check – Zeig was in dir steckt" flächendeckend für alle Schülerinnen und Schüler der 8. Schulstufe an den 56 Mittelschulen und zehn AHS-Unterstufen umgesetzt. Mittels gezielter Checks, Selbsteinschätzungsverfahren und Standortgesprächen lernen die Jugendlichen ihre Interessen, Talente und Begabungen genauer kennen. Sie werden auf eventuelle Lücken aufmerksam gemacht und erhalten die Chance, ihre Kompetenzen weiter zu entwickeln.

Sport

Mit der Sportstrategie 2020 ist für die kommenden Jahre sowohl im Spitzen- wie auch im Breitensport die Zielrichtung gelegt. Als Beispiele nennt Landesrätin Mennel die Nachwuchsförderung, verbesserte Möglichkeiten für Spitzensportler, eine berufliche Ausbildung zu machen, sowie die tägliche Bewegungseinheit an einigen Pilotschulen. Meilensteine waren auch die Neuausrichtung des Olympiazentrums und die Jugendolympiade EYOF, die Vorarlberg gemeinsam mit Liechtenstein 2015 durchführte.

Erste Frau als Landtagspräsidentin

Sehr positiv in Erinnerung bleiben Bernadette Mennel auch die drei Jahre als Landtagspräsidentin – eine Funktion, die sie als erste Frau in Vorarlberg innehatte. „Es hat mir schon viel Bedeutet, diese Funktion zu übernehmen und die Landtagsarbeit maßgeblich mitzugestalten und nach außen zu vertreten. Dass ich als erste Frau Pionierarbeit geleistet habe, macht mich auch stolz“, so Mennel.

Landesrätin Dr. Bernadette Mennel - Funktionen

18 Jahre politische Arbeit
   5 Jahre als Mitglied der Landesregierung (2012 – 2018)
   3 Jahre als Präsidentin des Vorarlberger Landtags (2009 – 2012)
   5 Jahre als Vizepräsidentin des Vorarlberger Landtags (2004 – 2009)
   5 Jahre als Abgeordnete zum Vorarlberger Landtag (1999 – 2004)
   18 Jahre als Mitglied bzw. Ersatzmitglied der Stadtvertretung Bregenz (2000 – 2018)

davor: Lehrerin für Politische Bildung und Recht und EU-Koordinatorin im Landesschulrat, Studium und Promotion zur Doktorin der Rechtswissenschaften an der Universität Innsbruck

Weitere Funktionen

Amtsführende Präsidentin des Landesschulrats für Vorarlberg
   Vorsitzende des Hochschulrats der Pädagogischen Hochschule Vorarlberg
   Beiratsvorsitzende des Landeskonservatoriums für Vorarlberg
   Beiratsvorsitzende Schloss Hofen, Zentrum für Wissenschaft und Weiterbildung
   Aufsichtsratsvorsitzende Olympiazentrum Vorarlberg
   Kuratoriumsvorsitzende Vorarlberger Schulsportzentrum
   Beiratsvorsitzende bei der Nordic Montafon GmbH

Bezirksparteiobfrau der ÖVP des Bezirks Bregenz
   Bezirksobfrau der ÖVP Frauenbewegung des Bezirks Bregenz
   Stellvertreterin der Landesobfrau der ÖVP Frauenbewegung

Schirmherrin „Tischlein Deck Dich“
   Schirmherrin des Projekts „START Vorarlberg - Stipendien für engagierte Schülerinnen und
   Schüler mit Migrationshintergrund“


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