20.03.2015

Tomasini führte SSV Schoren
auf Medaillenrang zurück

Die Dornbirner Handball-Damen kehrten am vergangenen Samstag mit zwei schwer erkämpften Auswärtspunkten in die Messestadt zurück. Im Vier-Punkte-Spiel gegen den direkten Konkurrenten von Wiener Neustadt musste die Knöfler-Sieben die Ausfälle von Nina Gussnig und Duygu Bozkurt kompensieren, bewies aber einmal mehr Kampfgeist, Stehvermögen und Kaltschnäuzigkeit.

Zunächst musste man die Gastgeberinnen allerdings einmal ziehen lassen. Die ersten beiden Tore des Spiels erzielten die Neustädterinnen. Bozkurt stellte schnell den Anschluss zum 2:1 her, musste dann aber nach drei Minuten bereits mit einer Fussverletzung vom Feld. Sarah Gurschler konnte die entstandene Lücke allerdings gewohnt souverän ausfüllen und es entwickelte sich ein stets knappes, kampfbetontes Spiel, indem beide Teams des Öfteren in Unterzahl agieren mussten und viele Strafwürfe verteilt wurden. Für Schoren zeigte sich Johanna Rauch beim Vollstrecken vom Punkt treffsicher. Tore aus dem Spiel heraus waren Mangelware. Lediglich Beate Kuhn und Julia Feierle fanden gelegentlich die Lücke für erfolgreiche Feldtore, während Flügelflitzerin Fabienne Tomasini, trotz einiger guter Möglichkeiten, ihr Visier noch nicht richtig eingestellt hatte. Die Hausherrinnen blieben somit bis kurz vor dem Pausenpfiff stets einen Wimpernschlag in Front (5:4, 8:7, 10:9). Dornbirn blieb aber auf Tuchfühlung (8:8) und konnte im Endspurt der ersten dreißig Minuten auch eine 12:9-Führung Wiener Neustadts wieder egalisieren (12:12).

Im zweiten Abschnitt war die Partie weiter hart umkämpft. Nach kurzzeitiger SSV-Führung durch einen Gurschler-Treffer (13:14), schlug das Pendel erneut leicht zu Gunsten der Gastgeber aus (17:15, 20:19, 24:22). Dornbirn zeigte sich aber wenig beeindruckt, kämpfte sich aufopferungsvoll immer wieder heran (18:18, 20:20, 24:24) und hatte in der herausragenden Fabienne Tomasini die alles entscheidende Spielerin auf seiner Seite. Die 17-Jährige ließ sich von den Fehlversuchen der ersten Hälfte nicht entmutigen, steckte auch eine unfaire Attacke der gegnerischen Torhüterin weg und traf nach Wiederanpfiff nahezu alle ihre Chancen. Mit elf Treffern in Halbzeit Zwei avancierte sie somit zur großen Matchwinnerin für ihre Mannschaft. Immer wieder verwandelte die Linkshänderin traumwandlerisch sicher aus spitzem Winkel vom rechten Flügel oder per Gegenstoss und erzielte insgesamt die Hälfte aller Schorentore. Klar, dass sie die beiden entscheidenden Treffer zur 24:26-Führung selbst besorgte (58. Minute). Die gut stehende Schoren-Abwehr mit einer starken Marit Kirsch zwischen den Pfosten sorgten schlussendlich dafür, dass der knappe Vorsprung auch bis zum Abpfiff Bestand hatte (25:26).

Trainer Karsten Knöfler zeigte sich nach dem Spiel sehr zufrieden: "Mit dem heutigen Sieg konnte man aufgrund unserer Ausfälle nicht unbedingt rechnen. Die Mädels haben aber wieder einmal gezeigt, dass sie einen großen Schritt nach vorn gemacht haben in diesem Jahr. Das macht einen Trainer sehr stolz. Fabi's Leistung heute war natürlich Weltklasse."

Der SSV Dornbirn Schoren macht mit diesem Erfolg einen Satz von Platz 5 auf 3 und hat mit nunmehr 25 Punkten vier Spiele vor Schluss bereits sieben Zähler mehr, als zum Ende der Vorsaison. Genügend Gründe also für die Dornbirner Damen, um selbstbewusst in das bald anstehende ÖHB-Pokalfinale gegen Topfavorit Hypo NÖ zu gehen.

SSV mit: Thöni (1.-15., 31.-45.), Kirsch (16.-30., 46.-60.), Marksteiner, Rauch (7/6), Feierle (2), Kuhn (1), Bozkurt (1), Tomasini (13/1), Franz, Gurschler (2), Ölz, Moosbrugger

Günter Marksteiner