10.03.2015

ENDSPURT SICHERT SIEBTEN HEIMSIEG

Bereits zum dritten Male standen sich beide Teams in dieser Spielzeit gegenüber und das dritte Mal ging die Ländle-Sieben als Sieger hervor. Ähnlich wie im Hinspiel und Pokalviertelfinale war es allerdings ein hauchdünner Sieg, auch wenn das Endergebnis anderes vermuten lässt.

Beide Teams starteten mit hoher Schlagzahl in die Partie. Union erspielte sich anfangs Vorteile, führte in der vierten Minute bereits 1:4. Dornbirn hielt mit Treffern von Fabienne Tomasini und Beate Kuhn aber dagegen und war beim 6:6 nur wenige Minuten später wieder dran. Dennoch klemmte es im Schoren-Angriff mit zunehmender Spielzeit immer häufiger. Vor allem Spielgestalterin Johanna Rauch hatte einen gebrauchten Tag erwischt und schwächelte vor allem im Abschluss. Aber auch der Rest der Aufbaureihe befand sich offensiv nicht in unbedingt Topform. Zum Glück konnten diese Unzulänglichkeiten durch eine starke Performance der Dornbirner Flügelzange aufgefangen werden. Allein im ersten Durchgang trafen Tomasini und Moosbrugger zusammen zehn Mal und trugen nicht unwesentlich zur knappen Halbzeitführung bei (18:17). Dass man nicht höher führte, „verdankte“ man hauptsächlich einer hohen Angriffsfehlerquote und einem ungenügenden Rückzugsverhalten. Korneuburg nämlich bestrafte fast ausnahmslos jeden Ballverlust und Fehlwurf mit einem schnellen Kontertor. Gut zehn der 17 Tore des ersten Durchgangs machten die Gäste über einfache Gegenstöße. Beim Kabinengang konnten SSV-Spielerinnen und Trainer, ob des immer wieder gleichen Musters der Gegentreffer, natürlich nicht zufrieden sein.

Wirklich besser wurde es auch im zweiten Durchgang lange nicht. In der Defensive war man oft den berühmten Schritt zu spät oder ließ sich durch einfach Kreuzbewegungen oder Übergänge an den Kreis düpieren. Am anderen Spielfeldende versuchte nun Sarah Gurschler Ordnung ins Spiel zu bringen. Trotz ihrer zweier Treffer blieb die Rückraum-Achse bis in die Schlussviertelstunde aber weiter weitgehend wirkungslos. Dass dann auch noch die am Kreis immer wieder „knochenfrei“ stehende Julia Feierle meist übersehen wurde, passte insgesamt ins Bild der Dornbirner Angriffsbemühungen. Tore auf Seiten Schorens fielen zwischen der 30. und 50. Minute fast ausnahmslos über die Außenpositionen oder vom Kreis, falls einmal ein Ball den Weg zu Feierle fand. Union Korneuburg fiel es nicht schwer, das Spiel in dieser Phase ausgeglichen zu gestalten (20:20, 22:22, 25:24), im Gegenteil, man musste noch froh sein, dass sie aus den Unzulänglichkeiten der Gastgeberinnen nicht mehr Kapital schlugen. Als man in der 53. Spielminute einmal mehr den Führungstreffer der Niederösterreicherinnen hinnehmen musste, rief Coach Knöfler seine Damen frustriert zur erneuten Auszeit zusammen (25:26). Er schien den richtigen Ton getroffen zu haben, denn seine Spielerinnen kamen wie verwandelt zurück aufs Spielfeld. Johanna Rauch, der in den 53 Minuten zuvor so rein gar nichts gelang, eröffnete mit einem Treffer einen unglaublichen 8:0-Lauf der Messestädterinnen. Feierle legte nach vom Kreis zur eigenen Führung (27:26). Tomasini, Kuhn und Bozkurt punkteten sicher in den nächsten drei Angriffen, während man in der Abwehr nicht zu überwinden war (30:26). Union versuchte dem Ansturm mit einem weiteren Time-Out Einhalt zu gebieten, doch ein erneuter Dreierpack von Rauch, Sophia Ölz und Kuhn zum 33:26 ließ keinen Zweifel mehr am Ausgang des Spiels aufkommen. Korneuburg traf noch zum 33:27-Anschlusstreffer, der aber keine Wichtigkeit mehr hatte.

Dornbirn gewinnt, trotz großer Probleme, wieder einmal durch einen guten Endspurt, sein siebentes Heimspiel und bleibt in der Tabelle auf einem guten Platz 5 in Schlagdistanz zu den Topplatzierungen. Im kommenden Auswärtsspiel bei Wr. Neustadt dürften aber sieben gute Minuten für einen Sieg nicht ausreichen.

Nach mehrmonatiger Verletzungspause gab Nadine Franz ihr Comeback und erzielte einen Treffer. Julia Feierle wurde aufgrund ihres unbändigen Einsatzes in Abwehr und Angriff diesmal zu Spielerin des Matches gewählt. Fabienne Tomasini war mit neun Treffern die beste Schützin auf dem Feld.

SSV mit: Kirsch, Thöni, Rauch (2), Feierle (4), Kuhn (5), Bozkurt (3), Tomasini (9/2),
Franz (1), Gurschler (2), Moosbrugger (5), Gussnig, Ölz (2)