09.05.2017

Amadeus Hedin blickt auf Bregenz-Zeit zurück

Vor dem Wechsel nach St. Gallen hat Bregenz Handball noch einmal mit seinem schwedischen Rückraum-Schützen Amadeus Hedin über seine Zeit bei Bregenz Handball gesprochen. Seine Entwicklung in der HLA aber auch der anstehende Wechsel zum Schweizer Top-Club waren Thema des Gesprächs.

Amadeus du bist gemeinsam mit deinem Vater 2014 nach Bregenz gekommen. Damals warst du als 19-jähriger noch in der U20 und konntest ein Jahr später sogar deinen ersten Titel mit deinem neuen Verein feiern. Was war das für ein Gefühl?

Amadeus: In der Jugend musste ich mich sehr oft mit Vizetiteln zufrieden geben. Das war auf die Dauer natürlich nicht befriedigend für mich. Es war eine sehr spannende Saison für mich, die mit dem U20 Meistertitel damals absolut genial abgeschlossen wurde.

Robert Hedin war in den letzten Jahren nicht nur Dein Vater sondern auch Dein Trainer. Vor welche besonderen Herausforderungen stellte Euch diese Konstellation?

Amadeus: Einerseits kannten wir diese Situation bereits aus Ystad IF. Damals war mein Vater ebenfalls mein Trainer. Andererseits denken manche, dass es ein Vorteil sei und es einem erleichtert werde, wenn man als Trainersohn in einem Team spielt. Ich persönlich kann das nicht bestätigen. Im Gegenteil. Ich empfinde es eher als ein Nachteil, da die Erwartungen des Trainers noch höher sind. Zudem wird privat auch viel diskutiert und gefachsimpelt. Aber wir haben den Spagat gut gemeistert und konnten zu Hause das Thema Handball auch mal gut sein lassen (lacht).

Wie haben dich die letzten drei Jahre in Bregenz geprägt?

Amadeus: Also wenn ich von meiner privaten Situation ausgehe hat sich mein Deutsch natürlich sehr stark verbessert. Auf der sportlichen Seite war für mich der Sprung in den HLA Kader sehr wichtig und ich bin natürlich sehr stolz, dass ich bei der Qualifikation für die VELUX EHF Champions League Gruppenphase mitspielen und weitere Luft auf internationaler Ebene im Rahmen der EHF Cup Qualifikation schnuppern konnte. Leider hat es zu einem Meistertitel nicht gereicht. Gerade diese Saison verlief nicht wie gewollt. Ich hätte mich gerne mit einem anderen Resultat von Bregenz verabschiedet.

Welches Fazit ziehst Du rückblickend über deine Entwicklung in der HLA?

Amadeus: Es war für mich eine Ehre beim Österreichischen Rekordmeister zu spielen. Auch wenn es mit einem Meistertitel nicht geklappt hat, habe ich mit Bregenz Handball bei einem Top 5 Club gespielt, der durchgehend zu den Titelaspiranten zählte. Mit meinen Mitspielern Espen Lie Hansen und Tobias Varvne hatte ich zwei starke Persönlichkeiten vor mir, die als meine Vorbilder fungierten und mich zusätzlich in meiner Entwicklung förderten. Ich bin Ihnen sehr dankbar. Oftmals haben sie mich motiviert, mir Tipps gegeben und mich quasi "an die Hand" genommen. In diesen Situationen spürte und verstand ich, warum in Bregenz von der "Handballfamilie" gesprochen wird.

Mit dem Wechsel nach St. Gallen wechselst du zu einem namhaften Club in die Schweizer Liga. Welche Gründe haben Dich zu dem Wechsel bewogen?

Amadeus: Es ist für mich nun an der Zeit einer neuen Herausforderung nachzugehen. St. Gallen spielt auf einem Top Niveau. Das Umfeld ist mir noch aus Kindheitserinnerungen bekannt. St. Gallen möchte in den nächsten Jahren wieder international Spielen und an diesem Ziel möchte ich mitwirken.

Welche persönlichen Ziele verfolgst du in den nächsten Jahren mit deinem neuen Club?

Amadeus: Auf meiner Position werden wir zwei junge Spieler sein. Dieses "Duell" möchte ich natürlich gewinnen und mich als erster Mann auf unserer Position etablieren. Bereits in der Saison 2018/19 möchte ich gerne wieder auf internationaler Ebene spielen. Somit gebe ich mein Bestes um dieses Ziel gemeinsam mit dem Team zu erreichen.

Vielen Dank für das Gespräch. Wir wünschen dir auf deinem weiteren Karriereweg viel Erfolg und denken gerne an die gemeinsamen Magic Moments zurück.

Amadeus: Bitteschön, sehr gerne. Ich wünsche Bregenz Handball ebenso viel Erfolg im Kampf um den nächsten Titel. Es waren tolle drei Jahre und ich bin mir sicher, dass man sich in der kleinen Handball-Welt wiedersehen wird.


Aktuell im vsport liveticker