28.04.2017

Westwien in der Harder Halbfinalgegner

ine Halle die aus allen Nähten platzte, Fanclubs beider Seiten die sich gegenseitig an Lautstärke versuchten zu übertönen. Das entscheidende Spiel in der Best-of-three Serie um den Einzug ins Halbfinale zwischen dem Moser Medical UHK Krems und der SG INISGNIS Handball WESTWIEN übertraf sämtliche Erwartungen. Nicht nur auf der Tribüne, auch auf dem Spielfeld. Gaben die Hausherren in den ersten 30 Minuten noch den Ton an, waren es die WESTWIENER, die in der Entscheidung zur Stelle waren. Nach 14:10-Führung zur Pause für die Wachauer, drehten die Gäste die Partie und siegten mit 26:22. Die SG INSIGNIS Handball WESTWIEN trifft damit im Halbfinale auf den ALPLA HC Hard. Samstagabend, 29. April, geht es zwischen der Union JURI Leoben und dem HC Druck noch um den Klassenerhalt

Alles war angerichtet für den Moser Medical UHK Krems. Heimrecht im entscheidenden dritten Spiel der Viertelfinalserie, eine volle Halle und ein perfekter Spielverlauf in den ersten 30 Minuten. Bereits nach sechs Minuten führten die Wachauer mit 4:1. Zwar gelang WESTWIEN noch einmal der Anschluss, doch mit 14:10 für die Hausherren ging es in die Kabinen.

WESTWIEN wie ausgewechselt

Dann schlug die Stunde der Gäste. In den ersten zehn Spielminuten nach Seitenwechsel ließ man lediglich zwei Tore zu, erzielte selbst sechs und konnte nach 40:34 Minuten erstmals den Ausgleich erzielen. Ein Mann stach dabei besonders hervor – Jakob Jochmann. Der 23-Jährige lieferte ein unglaubliches Spiel ab, war mit 10 Treffern auch bester Werfer seines Teams. Sieben davon erzielte er allein in der zweiten Halbzeit.

 

Beim Moser Medical UHK Krems hingegen wollte nichts mehr gelingen. Würfe neben das Tor und an die Stange waren das Eine, doch vor allem scheiterte man Mal um Mal an WESTWIEN-Torhüter Sandro Uvodic. In der 46. Spielminute sollte es somit auch dem überragenden Jakob Jochmann vorbehalten sein mit seinem Treffer zum 19:18 die erstmalige Führung für die Gäste zu erzielen. Julian Ranftl legte nur 14 Sekunden darauf nach und erhöhte auf 20:18.

 

Plötzlich sah sich Krems nach einem zwischenzeitlichen Fünf-Tore Vorsprung in der ersten Halbzeit mit einem Rückstand konfrontiert. Kurzzeitig konnte man an WESTWIEN noch dran bleiben, doch dann zogen die Gäste Tor um Tor davon. Krems riskierte alles, nahm in Unterzahl Torhüter Musel für einen weiteren Feldspieler heraus. Statt für den Mut belohnt zu werden, nutzte Gabor Hajdu die Gelegenheit und rollte den Ball aus der eigenen Hälfte zur 23:19-Führung ins Kremser Tor.

 

Fünf Minuten waren noch zu spielen, doch spätestens nach dem Treffer von Hajdu zum 26:20 in der 58. Spielminute war es gelaufen. Marko Simek und Fabian Posch betrieben noch Ergebniskosmetik, der Sieg aber gehörte WESTWIEN.

 

Am 11. Mai steht das erste Aufeinandertreffen im Halbfinale in Hard an, 19:30 Uhr live auf LAOLA1.tv.

 

Josef Nussbaum, Obmann Moser Medical UHK Krems: „Bei einer dermaßen schlechten Leistung in der zweiten Hälfte vor so einer Kulisse ist das jetzt wie ein Schock, dass wir einen 4-Tore-Vorsprung doch nicht verwerten konnten. Die Enttäuschung ist riesengroß, weil wir eigentlich alles auf unserer Seite hatten. So wenig Tore in der entscheidenden Phase ist gegen WESTWIEN natürlich zu wenig, damit ist die Saison für uns zu Ende.“

 

Conny Wilczynski, Manager SG INSIGNIS Handball WESTWIEN: „Entscheidend heute für unseren Sieg war der Charakter und die Einstellung unserer Mannschaft in der zweiten Halbzeit. Überragend vor allem Jakob Jochmann und Gabor Hajdu, die für die entscheidenden Treffer gesorgt haben. Krems hat die erste Halbzeit dominiert, wir ganz klar die zweite. Eine tolle Stimmung in einer tollen Halle gegen einen starken Gegner, jetzt geht es voll gegen Hard.“

 

Julian Ranftl, SG INSIGNIS Handball WESTWIEN: „Wir haben uns nach dem Rückstand zurückgearbeitet, der Wille war da, das Feuer, jeder hat hundert Prozent gegeben, wir sind überglücklich.“

Jakob Jochmann, SG INSIGNIS Handball WESTWIEN: „Wir haben uns in der Pause gesagt, wir müssen mehr laufen, die eins-zu-eins-Duelle gewinnen und sind dann voll reingestartet und haben alles umsetzen können. Unsere Deckung war gut, Sandro hat gut gehalten und wir waren körperlich topfit und haben den absoluten Willen gezeigt.“


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