03.01.2020

Rekordkulisse und VEU-Sieg

Die VEU Feldkirch feierte einen wichtigen Sieg über den EHC Lustenau. Mit einem 4:3 Sieg im Penaltyschiessen holten sich die Feldkircher zwei wichtige Punkte. Aber nicht nur die Punkte waren wichtig: „Dieser Erfolg war so wichtig für uns als Mannschaft und auch für die Fans in der Halle.“ war ein Steven Birnstill hochzufrieden mit dem Resultat. Der Amerikaner war es auch der schlussendlich das Game Winning Goal erzielte. Ebenfalls erreicht wurde mit 5056 Zuschauern der AHL Zuschauerrekord.

„Dieser Sieg hat der Mannschaft einen moralischen Schub gegeben, auf dem wir aufbauen wollen, für die intensiven Tage die auf uns warten. Wir mussten wieder mit nur fünf Verteidigern gegen einen starken Gegner antreten. Das Team hat aber Moral und Kampfgeist bewiesen.“ konnte auch der sportliche Leiter und Interimscoach Michael Lampert eine positive Bilanz ziehen.

Im ersten Abschnitt begann der mit vier Reihen angereiste EHC mit viel Tempo. Vor allem im Powerplay zur Mitte des Abschnittes brannte es teils lichterloh vor Alex Caffi, der mit einer Fangqouote von rund 95% eine überragende Leistung zeigte. Die VEU kam in den letzten fünf Minuten des ersten Abschnittes besser in Fahrt und hatte im eigenen Powerplay die Chance in Führung zu gehen. Aber auch die Feldkircher Stürmer konnten die Box der Lustenauer nicht knacken und so ging es torlos in die erste Pause.

Im Mitteldrittel, der aus VEU Sicht eigentlich in den letzten Spielen wenig erfolgreich verlief, drehten die Feldkircher mehr auf. Als VEU Kapitän Dylan Stanley nach einem rüden Stockfoul etwas benommen von Eis musste, war ein Powerplay fällig.Es war knapp mehr als eine Minute gespielt in Abschnitt Zwei, da konnte Niklas Gehringer im Powerplay einen Rebound in Swettes Kasten versenken. Den Schuss hatte zuvor Martin Mairitsch abgegeben. Der Jubel, in der mit mehr als 5000 Eishockeyfans gefüllten Vorarlberghalle kannte keine Grenzen. Beflügelt durch diesen Treffer brachten die Hausherren noch mehr Spirit auf Eis und legten nur drei Minuten nach der Führung einen Treffer nach. Dylan Stanley der nach gottlob weiterspielen konnte sah Kevin Puschnik vollkommen alleine gelassen im Slot stehen. Die Nummer 12 der VEU den lenkte Stanleypass unhaltbar in das EHC Gehäuse. Der Zwei Tore Rückstand schmeckte den Gästen gar nicht und so setzte sich die Offensivmaschinerie der Sticker in Bewegung und marschierte unaufhörlich gegen die Feldkircher Defensive. In der 27 Spielminute konnten die Lustenaucracks dann erstmals jubeln. Chris D’Alvise hatte für die Sticker getroffen. Die Scheibe fand dabei recht unglücklich den Weg ins Tor der VEU, auch wenn dieser Treffer vom Spielverlauf her sicherlich nicht unverdient war. Doch es sollte noch schlimmer kommen. Als die Gastgeber dann mit einer doppelten Überzahl bedacht wurden, war endgültig wieder Feuer am Dach. Mit einem starken Penaltykilling konnten die Feldkircher diese Situation aber überstehen. Knapp vor Drittelende konnten die Lustenauer aber den Ausgleich erzielen. Diesmal waren die Unterländer im Powerplay durch Verteidigerlegionär Glenn erfolgreich. Wieder ging es Remis in die Kabinen.

Das dritte Drittel begann wieder mit Offensivaktionen des EHC. Beflügelt durch den Ausgleich drehten die Gäste das Tempo erneut hoch. Nachdem die Feldkircher ein Powerplay nicht nutzen konnten war es in der 48 Spielminute Steven Birnstill der die EHC Verteidigung überspielte und aus nahezu unmöglichem Winkel die neuerliche Führung für die VEU erzielte. Nun hatte die Auswärtsmannschaft wieder das Messer zwischen den Zähnen und es gab ein Spiel das hin und her wogte. Während die Montfortstädter aber von der EHC Verteidigung gut aus der gefährlichen Zone vor den Tor ferngehalten werden konnten und so nicht den entscheidenden Treffer landen konnten, war der EHC mit dem neuerlichen Ausgleich zur Stelle. Haberl konnte 8 Minuten vor dem Spielende erfolgreich abschließen. Da keine der beiden Mannschaften nachlegen konnte, ging es in eine Overtime.

Auch in der Verlängerung hatten die weit tiefer besetzten Lustenauer etwas mehr Chancen. Feldkirch spielte clever, ohne allzu viel zu riskieren und das zahlte sich aus. Im fälligen Penalty Shootout blieben die Feldkircher dann eiskalt. Kapitän Dylan Stanley übernehm zuerst die Verantwortung und ließ Swette nicht den Funken einer Chance. D’Alvise auf Seiten des EHC konnte ausgleichen. Die Scheibe war dabei von der Stange ins Gehäuse von Caffi entscheidend abgelenkt worden. Als zweiter VEU Schütze trat Steven Birnstill an. Auch er verwandelte seinen Penalty souverän. Nachdem der zweite EHC Legionär Colin Long an Caffi scheiterte, trat für die VEU Penaltyspezialist Kevin Puschnik an. Die Nummer 12 der VEU ließ die Halle dann endgültig beben als er Swette umspielte und die Scheibe versenkte.

Vor einer gewaltigen Kulisse Vorarlberger Eishockeyfans, war es ein Spiel als ob ein Krimiautor Regie geführt hätte. Schlussendlich hatte die kadermäßig dezimierte VEU mit viel Kampfgeist und Moral den derzeit in Hochform agierenden Kontrahenten besiegt. Zwei Tore der Gastgeber erzielten dabei Spieler die aus der eigenen Nachwuchsarbeit der Feldkircher entstammen.

Es geht für die Feldkircher aber Schlag auf Schlag weiter mit einem wahren Monsterprogramm. Mit zwei Heimspielen, am Samstag gegen die Zeller Eisbären und am Montag gegen die Fassa Falcons bleibt keine Zeit zum verschnaufen für die VEU Cracks.

VEU Feldkirch – EHC Lustenau 4:3 n.P. (0:0,2:2;1:1,0:0)
Feldkirch, Vorarlberghalle, 5056 Zuschauer, Donnerstag 02.01.2020
Torfolge: 1:0 Gehringer (22 PP1), 2:0 Puschnik (25), 2:1 D’Alvise (27), 2:2 Glenn (40 PP1), 3:2 Birnstill (48), 3:3 Haberl D. (52), 4:3 Birnstill (65PS)