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02.10.2019

Jürgen Klopp: "CL fühlt
sich besonders an!"

Wien, 01. Oktober 2019 – Thomas Trukesitz interviewte vor dem Spiel des Jahres Liverpool gegen Salzburg Welttrainer Jürgen Klopp und den ehemaligen Salzburger und jetzigen Liverpooler Ausnahmekönner Sadio Mane. Die Begegnung ist morgen ab 20:15 Uhr live und exklusiv auf Sky Sport Austria 1 HD zu sehen. Die wichtigsten Stimmen der beiden Liverpool-Größen bei Sky Sport Austria.

Jürgen Klopp (Trainer FC Liverpool):
…über die Bedeutung des Spiels: „Man kann nicht oft genug in der Champions League spielen, dass es sich irgendwann normal anfühlt. Es ist ein spezieller Wettbewerb. Ich weiß natürlich, warum es sich in Salzburg so speziell anfühlt. Bei aller Großartigkeit bei der Entwicklung von Salzburg in den letzten Jahren hat es mit der Champions League nicht so richtig hingehauen. Da waren tragische Momente dabei. Ich habe das in den letzten paar Jahren extrem verfolgt, dadurch dass Marco Rose dort Trainer war. In dem Moment, wo sie qualifiziert sind, wird jetzt nichts zurückgehalten. Jetzt wird alles auf den Platz gefeuert und genau das haben sie im ersten Spiel gegen Genk schon gemacht, wie sie es in der ganzen Saison durchmachen: Es ist wild, jung und erfrischend, was sie machen und offensichtlich in Österreich nicht zu schlagen. Jetzt müssen wir es halt versuchen. Das ist der Plan für morgen Abend."

…über die Schwächen von Salzburg: „Jede Mannschaft hat Schwächen. Wenn man uns analysiert, wird man die auch finden. Es geht nicht darum sie auszuplaudern, sondern um sie zu nutzen und sie erstmal zum Vorschein zu bringen. Keine Mannschaft ist per se irgendwo schwächer, sondern es muss der Gegner schon auch ein bisschen was tun. Es wurde schon so viel darüber gesprochen, dass wir das Ding letztes Jahr gewonnen haben, aber das ist schon vier Monate her. Jetzt dürfen wir endlich wieder zu Hause spielen. Die European Nights in Anfield sind etwas ganz Spezielles. Da haben wir so lange darauf gewartet, dass man uns die riesengroße Vorfreude hoffentlich auch anmerken wird."

…auf die Frage, ob durch die Auftaktniederlage ein besonderer Druck auf Liverpool lastet: „Auf uns klar. Ohne Spiele zu gewinnen, hast du keine Chance die Gruppenphase zu überstehen. Es ist nicht so speziell, weil Heimspiele müssen wir sowieso gewinnen. Wir waren in Neapel nicht 0:2 schlechter und bei aller Wertschätzung Genk war auch nicht 6:2 schlechter. Die erste halbe Stunde war ein relativ offenes Spiel. Genk hat zu meiner Überraschung, nachdem ich das Spiel gesehen habe – am Anfang habe ich natürlich nur das Ergebnis gehört, da denkst du wow, die sind aus dem Stadion geschossen worden – aber Genk hat da auch ein paar Dinge aufgezeigt, die für uns auch interessant sind. So eine junge Mannschaft, die von so einer Euphorie getrieben wird wie Salzburg, da muss man schon aufpassen, dass sie nicht ins Rollen kommen. Wir haben im Grunde genommen die gleichen Prinzipien. Ich habe schon vor fast 20 Jahren gesagt, Taktik ist dazu da den Gegner aufs eigene Niveau runterzuholen. Da kann man sie auch schlagen. Das ist natürlich das, was Salzburg auch macht, mit der Art und Weise, wie sie verteidigen und jeder involviert ist beim Verteidigen. Klar bin ich begeistert von der Idee, die Salzburg verfolgt, da ich durchaus einer ähnlichen anhänge."

…über die Ähnlichkeiten im Spielstil: „Sie versuchen ähnlich zu verteidigen wie wir. Vor allem homogen gegen den Ball zu arbeiten und im Gegenpressing. Sie spielen ein bisschen ein anderes System als wir. Sie spielen ein 4-4-2. So ist der Kader zusammengestellt, so sind sie bisher aufgelaufen. Das ist ein bisschen anders, aber ansonsten ist es nicht verboten, dass jemand eine Idee hat und andere sie auch verfolgen. Wenn man den Ball gewinnt, hat man nicht wahnsinnig viel Zeit mit den Füßen etwas zu machen, weil möglicherweise beide Teams im Gegenpressing relativ präsent sein werden."

..über eine mögliche Rotation: „Alles was wir machen, ist der Tatsache geschuldet, dass wir das Spiel gewinnen wollen. Dass die englische Öffentlichkeit sich generell nicht zu viele Gedanken über die Qualität von Salzburg machen, sondern einfach nur darüber philosophieren, wie hoch wir gewinnen müssen. Aber wir sind ja nicht komplett bescheuert und wir sind nicht zweimal in Folge ins Finale gekommen, indem wir irgendwelche Gegner unterschätzt haben. Das ist uns noch nie passiert. Den Respekt zeigen wir jeder Mannschaft, dass wir die Einstellung an den Tag legen, dass wir absolut bereit sind an unser Limit zu gehen. Das muss morgen Abend der Fall sein. Beim Fußballspiel geht es nicht um Qualität, da geht es nicht darum, was man in der Vergangenheit erreicht hat, da geht es darum, was man im Moment auf den Platz bringt. Da müssen wir morgen bei 100 Prozent ankommen, sonst wird es super schwierig. Dafür ist die Qualität von Salzburg zu groß. Dass die Öffentlichkeit das Spiel klar einschätzt, können wir nie ändern, dass wir das völlig anders sehen, muss man uns aber auch glauben."

…über die Rolle von Keita im Vergleich zu Mane: „Top, ist im Grunde genommen die gleiche Karriere mit Verletzungen unterbrochen. Da hat er einfach Pech gehabt. Wir haben uns ganz früh festgelegt, dass er für uns derjenige ist, den wir in unseren Abläufen unglaublich gut gebrauchen können. Er ist ein ganz toller Junge, aber natürlich ist es ein Schritt von Leipzig nach Liverpool. Aber das ist gar nicht so sehr das Sportliche. Es fühlt sich anders an. Es ist sofort riesengroß. Wir sind innendrin ein ganz kleiner Verein, aber die Außenwirkung ist schon massiv und was auf einen einstürmt ist schon viel. Jeder Spieler hat da Zeit gebraucht. Die hat er leider auch gebraucht, leider als sie vorüber war und er sich daran gewöhnt hat, hat er sich verletzt. Ich glaube drei Mal in einem sehr ungünstigen Moment. Jetzt ist er wieder fit und wird morgen Abend auch involviert sein. Wenn heute im Training nichts passiert, dann wird er auch dabei sein. Eine ganz tolle Schule, die die beiden da durchlaufen haben. Es war bei der Auswahl der Spieler ein wichtiger Aspekt, dass sie diese Art des Fußballs auch beide schon einmal gespielt haben. Wir bauen auf diese Prinzipen auf und dementsprechend macht es Sinn, wenn die Spieler nicht bei null anfangen müssen."

..über Haaland: „Er macht die Bälle rein, das ist natürlich ein außergewöhnliches Talent. Bei der Körpergröße das Tempo noch einzubringen und seine Gradlinigkeit und im Abschluss so ruhig zu sein, das ist schon eine Kombination die hoch interessant ist. Er scheint ein sehr selbstbewusster Junge zu sein, jedenfalls auf dem Platz sieht das so aus. Aber er ist nicht alleine da. Die Tore gegen Genk wurden sensationell vom Team  erarbeitet und herausgespielt. Ich glaube, es waren vier Kontertore dabei. Das zeigt schon einmal, was sie für einen Plan haben. Um ihn herum ist ein riesen Tempo. Sie wollen den Ball erobern und wir werden den Ball haben in Momenten, da müssen wir Schlaues mit anstellen und da müssen wir gut abgesichert sein. Ich glaube, dass es für viele ein Sprungbrett war. Ob es Kevin Kampl war, den ich auch einmal trainieren durfte oder andere, die auch einen großen Sprung gemacht haben. Es ist einfach eine tolle Arbeit, die da gemacht wird. Das Scouting ist sensationell. Es ist ein bisschen einfacher als in anderen Ländern, da sie Spieler in Momenten verpflichten, da wo wir gar nicht ran dürfen - gerade am afrikanischen Markt. Aber das haben sie natürlich sensationell gemacht. Ich bewundere das natürlich auch. Nichts desto trotz gibt es nur einen Grund, dass wir uns morgen treffen: Das ist, dass wir das Spiel gewinnen wollen. Wenn wir performen, dann sind wir ein echt unangenehmer Gegner und das sollte morgen Abend auch Salzburg spüren."

Sadio Mane (Spieler FC Liverpool):
…auf die Frage, ob es für ihn ein spezielles Spiel ist: „Ja, es ist ein spezielles Spiel für mich. Wir wissen, dass es kein einfaches Spiel wird. Es wird ein hartes Spiel für uns gegen den Tabellenführer Salzburg. Salzburg ist meine Stadt. Österreich ist speziell, ich liebe das Land. Ich halte keine zwei, drei Monate aus ohne dahin zu fahren, da sie immer noch meine Familie sind. Ich war vor ein paar Wochen dort und habe mit Christoph Freund Abend gegessen. Salzburg ist immer noch meine Heimat. Salzburg spielt richtig gut und hat bereits 25 Punkte. Ich verfolge ständig die österreichische Liga und ich werde die Liga niemals vergessen. Ich bin für immer dem Land, der Stadt und dem Klub dankbar. Ich kann es nicht erwarten gegen Salzburg zu spielen."

…auf die Frage, welches Spiel er erwartet: „Es wird ein wirklich schwieriges Spiel. Wir müssen 100prozentig bereit sein, wenn wir das Spiel gewinnen wollen. Es wird ein interessantes und hartes Spiel. Das wichtigste für uns ist es, ein positives Ergebnis zu erzielen.“