11.05.2020

Deutschland
als Vorbild

Österreichs jährlicher Branchentreff „Sport & Marke“ lieferte als Web-Kongress wichtige Antworten u?ber die Fortsetzung der Ligen im Fußball sowie die finanziellen Schäden. Entscheider aus Sport und Wirtschaft der D-A-CH Region trafen sich am 11. Mai 2020 online zum digitalen Austausch und Networking.

Wien – Der Fußball ruht. Und was kommt nach dem Stillstand? Geisterspiele oder
Saisonabbruch? In einer digitalen Runde diskutierten Henning Bindzus (Direktor Business Relations & Marke, HSV Fußball AG), Stephan Reiter (CEO, FC Red Bull Salzburg) und Wanja Greuel (CEO, BSC Young Boys) beim Web-Kongress Sport & Marke u?ber die Szenarien zum Saisonabschluss in den Fußball-Ligen in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Die deutsche Bundesliga liefert Erkenntnisse fu?r die anderen Ligen
Während in den meisten Ligen noch keine Variante zur Fortsetzung der Saison bestätigt wurde, ist man in der Deutschen Fußball-Bundesliga bereits einen großen Schritt weiter. Trotz Kalou-Video und Dresden-Quarantäne plant die DFL, den Spielbetrieb am 15. Mai wieder aufzunehmen. Henning Bindzus ordnet ein: „Wir sind erstmal sehr dankbar, dass wir in der kommenden Woche wieder Fußball spielen du?rfen. Dass wir auch unter besonderen Umständen wieder arbeiten können“, freute sich Bindzus. „Es gibt natu?rlich strenge Auflagen seitens der DFL und daran halten sich die Clubs. Auch trotz des Falles in Dresden gehen wir davon aus, dass sich jeder Verein an das Hygienekonzept hält und wir die Saison zu Ende spielen können.“ Den Schaden durch die Saison-Unterbrechung könne er fu?r den HSV zum aktuellen Stand nicht einschätzen. Die Fortsetzung der Saison mit Geisterspielen kann die Folgen abmildern: „Durch den Saisonabschluss können wir zumindest verlässlich planen. Und natu?rlich sind die Medien- Einnahmen enorm wichtig.“

Österreichische Bundesliga kurz vor Entschluss zur Ru?ckkehr
In den kommenden Tagen soll in Österreich die Entscheidung u?ber die Fortsetzung der Liga fallen. Favorisiert ist ähnlich wie in Deutschland ein Szenario mit Geisterspielen. Fu?r das Vorbild aus dem Nachbarland ist Stephan Reiter dankbar: „Natu?rlich können wir mit Blick auf die deutsche Bundesliga vieles lernen und daraus ableiten, wie es bei uns weiter gehen kann. Das ist eine große Hilfe“. Über den aktuellen Stand in Österreich sagt der Salzburg-CEO: „Ich schätze die Wahrscheinlichkeit der baldigen Fortsetzung höher als 50% ein, die Signale sind ganz klar da. Ich bin zuversichtlich, dass wir in den nächsten Tagen einen großen Schritt machen.“ Auch er freut sich auf eine baldige Ru?ckkehr, wenn auch mit Geisterspielen: „Es ist gerade ein riesiger Bedarf an Sport da. Natu?rlich haben wir zuerst die Verantwortung fu?r unsere Mitarbeiter und Spieler. Aber sobald es gesundheitlich vertretbar ist, freue ich mich riesig auf die Spiele, genau wie unsere Spieler.“ Die Einnahmen durch TV und Spielbetrieb sind dabei auch ausschlaggebend: „Da geht es bei uns um hunderte von Arbeitsplätzen“, so Reiter.

Bedrohte Existenzen in den Schweizer Ligen
In der Schweiz ist der 29. Mai der Tag der Entscheidung. Vom Ausgang der
Generalversammlung ist vieles abhängig, sowohl sportlich als auch wirtschaftlich. „Wenn wir wieder mit dem Training beginnen, erhalten wir keine Kurzarbeits-Entschädigung. Das ist fu?r viele Clubs essentiell“, erklärte Wanja Greuel. „Im Moment hilft uns allen die Solidarität der Fans sehr“, gab Greuel Einblicke in die .berbru?ckung bis wieder gespielt werden kann. Und das solle aus seiner Sicht so schnell wie möglich der Fall sein: „Wir wollen die Saison zu Ende spielen und noch Meister werden. Aber ich habe auch Verständnis, wenn Clubs abbrechen möchten. Wir sind nun mal in einer kleineren Liga und da sind die Einnahmen der Spieltage ein wesentlicher Bestandteil. Ohne können einige Vereine die Kosten nicht decken“, so Greuel. Daher mu?sse der Spielbetrieb mit Zuschauern so bald als möglich wiederkommen, „sonst gibt es einige Clubs bald nicht mehr“, mahnte Greuel.

Über den Web-Kongress Sport & Marke
SPORT & MARKE findet am 11. Mai 2020 bereits zu siebten Mal statt – aufgrund der Corona- Krise zum ersten Mal in digitaler Form. Damit wird SPORT & MARKE zu dem Treffpunkt fu?r u?ber 450 Marken- und Marketingentscheider aus der DACH-Region in der Sportbusiness Branche.


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