05.06.2018

Der Blick zurück auf die
letzte Zehnerliga-Saison

Die Saison 2017/18 ist Geschichte und damit ging die letzte Saison der Zehnerliga-Ära zu Ende wie die erste im Jahr 1993/94 begonnen hat: mit einem Meister aus Salzburg. Damals holte die Austria Salzburg den ersten Titel der Klubgeschichte, heuer ging der Titel zum historisch unerreichten fünften Mal in Serie an den FC Red Bull Salzburg. Darüber hinaus sorgten die österreichischen Klubs, allen voran die Salzburger, auch international für Furore. Am Ende steht der sensationelle 11. Platz in der UEFA-Fünfjahreswertung, der dem Cupsieger der kommenden Saison einen Fix-Startplatz in der UEFA Europa League und dem Meister der kommenden Saison aller Voraussicht nach (sofern sich der Champions League-Sieger über die nationale Meisterschaft qualifiziert) einen Fixplatz in der CL-Gruppenphase bringt.

 
Sportliche Höchstleistungen

Auch abseits von der Titelbestmarke der Salzburger wurde in dieser Saison in der Tipico Bundesliga eine Vielzahl an Rekordwerten aufgestellt. Abwechslung wurde groß geschrieben und 295 Spieler eingesetzt, das ist Rekord in einem Zehnerliga-Format. Die Teams setzten dabei vor allem auf ihre spielerische Stärke und erzielten 72,7 Prozent der Tore aus dem Spiel heraus – der höchste Anteil in diesem Jahrtausend. Eine gute Saison war es vor allem für Linksfüße: gleich 34 % der Treffer wurden mit links erzielt, das ist der höchste Anteil der letzten 16 Saisonen.

Vor allem war es auch eine Saison der Aufholjagden. 114 Punkte wurden nach einem 0:1-Rückstand erzielt – so viele Comebacks gelangen in der Drei-Punkte-Ära noch nie.

 
Klub-Rekorde

Der FC Red Bull Salzburg sorgte auch in dieser Saison für neue Bestmarken und stellte mit 83 Punkten einen neuen Rekord in der Drei-Punkte-Ära auf. Dass die Salzburger international mit dem Erreichen des Halbfinales in der UEFA Europa League für Furore sorgten, brachte nicht nur internationale Anerkennung, sondern auch die neue Rekordzahl von insgesamt 62 Pflichtspielen in der abgelaufenen Saison, so viele waren es für eine österreichische Mannschaft noch nie. In den 36 Bundesliga-Spielen holten die Salzburger im Schnitt 2,31 Punkte – damit ist Marco Rose seit Gründung der Bundesliga der Trainer mit dem besten Punkteschnitt (Voraussetzung: mind. 36 absolvierte Spiele).

Der SK Puntigamer Sturm Graz sicherte sich mit zwei Bestmarken den Vizemeistertitel: 70 Punkte und 68 erzielte Tore sind jeweils Bestwert der Steirer in diesem Jahrtausend. Ein Rückstand war dabei in dieser Saison oft nur der Startschuss für eine Aufholjagd: Sturm holte sieben Siege nach 0:1-Rückständen – Rekord für die Steirer.

Die Defensive des SK Rapid Wien stand insbesondere im Herbst besonders gut. 5 Spiele ohne Gegentor gelangen sonst niemandem in dieser Saison. Offensiv hätte es mit ein wenig mehr Glück deutlich mehr Tore geben können: die Hütteldorfer scheiterten gleich 26-mal am gegnerischen Gehäuse, Höchstwert seit detaillierter Erfassung dieser Statistik.

Der LASK holte 57 Punkte und stellte damit den eigenen Punkterekord in der Drei-Punkte-Ära aus der Saison 1998/99 ein. Sieben Siege in Folge gelangen darüber hinaus noch nie einem Aufsteiger und auch sonst keinem Team in dieser Saison.

Am torreichsten gingen die Spiele des FC Flyeralarm Admira vonstatten. 125 Tore wurden in Begegnungen mit Beteiligung der Südstädter erzielt. Ergebnis dieser Torflut ist ein internationaler Startplatz und mit 51 Punkten der zweitbeste Admira-Wert in der Drei-Punkte-Ära (mehr waren es nur 2011/12 mit 55 Punkten).

Kampfkraft zeigten die Spieler des SV Mattersburg. Die Burgenländer führten mit 4.478 die meisten Zweikämpfe der Saison. Dies machte sich bezahlt, denn die Mattersburger punkteten in acht Spielen nach einem 0:1-Rückstand – Höchstwert in dieser Saison.

Der FK Austria Wien war in dieser Saison besonders aus Standardsituationen erfolgreich und erzielte 35 Prozent seiner Tore aus ruhenden Bällen. Darüber hinaus konnten die Fans der Veilchen die jüngste Austria-Startelf der Bundesliga-Geschichte sehen: 22 Jahre und 226 Tage betrug das Durchschnittsalter der Austria am 18.11.2017.

Der CASHPOINT SCR Altach war in dieser Saison vor allem nach Flanken oder durch Neuzugänge erfolgreich. 63 Prozent aller Tore wurden von neuen Spielern beigesteuert und ein Viertel aller Treffer fiel nach Flanken – die meisten seit dem Wiederaufstieg der Vorarlberger.

Der RZ Pellets WAC war insbesondere in der Schlussviertelstunde hellwach, erzielte 39 Prozent seiner Tore ab Minute 76 und kassierte nur 16 Prozent seiner Gegentore in diesem Zeitraum.

Der SKN St. Pölten gewann als einziges Team heuer öfter auswärts als daheim. Dass Christoph Riegler vier Elfmeter – und damit so viele wie kein anderer Tormann in den letzten fünf Saisonen – abwehrte, konnte den 10. Tabellenplatz schlussendlich aber nicht verhindern.

Weitere Bestmarken, Klub-Rekorde und Statistiken zur Saison 2017/18 finden Sie hier: LINK

 
Steigender Österreicher-Anteil

Der Anteil an österreichischen Spielern ist im Vergleich zur Vorsaison leicht angestiegen: insgesamt 73,61 Prozent der Einsatzminuten wurden in dieser Saison von Österreichern absolviert (Vorsaison: 71,18 Prozent). An der Spitze dieser Tabelle steht wie schon im Vorjahr der FC Flyeralarm Admira mit 91 Prozent, gefolgt vom CASHPOINT SCR Altach mit 89 Prozent und dem SK Puntigamer Sturm Graz mit 84 Prozent. Bei den Einsatzminuten von österreichischen U22-Spielern steht der FK Austria Wien mit insgesamt 7.592 Minuten an der Spitze dieser Wertung.

 

 
Rapid an der Spitze des Zuschauer-Rankings

Insgesamt 1.149.537 Zuschauer kamen in dieser Saison zu den Spielen der Tipico Bundesliga, das entspricht einem Schnitt von 6.386 Zuschauern pro Spiel. In der Rangliste der letzten fünf Saisonen liegt diese Saison damit auf dem dritten Platz. Nummer 1 in der Zuschauerwertung ist wie im Vorjahr der SK Rapid mit durchschnittlich 18.790 Besuchern pro Spiel, gefolgt vom SK Puntigamer Sturm Graz, der mit 10.256 Besuchern zum zweiten Mal in Folge die 10.000er-Marke überspringen konnte. Auf Rang 3 liegt Meister FC Red Bull Salzburg mit durchschnittlich 7.616 Besuchern pro Spiel.

 

 
Spielfeld-Reporting

Die Bundesliga ließ in der abgelaufenen Saison die Spielfelder der Tipico Bundesliga bei jedem Spiel von den beiden Kapitänen sowie vom Schiedsrichter der jeweiligen Partie im Schulnotensystem bewerten. Erfreulich ist die Tatsache, dass die Spielfelder der Tipico Bundesliga mit einem Durchschnittswert von 1,5 bewertet wurden. Analog zur Wahl zu den besten Spielern bzw. Tormännern der Saison werden die Top 3 der Wertung veröffentlicht.

Die besten Spielfelder der Tipico Bundesliga:

    Merkur Arena (SK Puntigamer Sturm Graz): 1,31
    CASHPOINT-Arena (CASHPOINT SCR Altach): 1,43
    Allianz Stadion (SK Rapid Wien): 1,46 // TGW-Arena (LASK): 1,46

 
Das neue Bundesliga-Journal – seit Samstag im Handel

Noch mehr Geschichten und Statistiken zur Saison 2017/18 gibt es im neuen Bundesliga-Journal, das seit Samstag im Zeitschriftenhandel erhältlich ist. Dabei gibt es auch einen Überblick über die zu Ende gegangene Zehnerliga-Ära mit den besten Geschichten, legendärsten Charakteren und lustigsten Schmankerln der vergangenen 25 Jahre. Das neue Bundesliga-Journal – jetzt im Zeitschriftenhandel!

 

Bundesliga-Vorstand Christian Ebenbauer: „Wir blicken auf einen würdigen Abschluss der Zehnerliga-Ära zurück. Der FC Red Bull Salzburg hat mit dem fünften Meistertitel in Serie eine neue historische Bestmarke aufgestellt und auch international für Furore gesorgt. Als Zuckerl für die kommenden Saison steht neben dem spannenden neuen Modus vor allem auch der 11. Platz in der UEFA-Fünfjahres-Wertung, der einen Fixplatz in der Europa-League-Gruppenphase für den Cupsieger und aller Voraussicht nach auch einen Champions League-Fixplatz für den Meister der kommenden Saison bringen wird. Mit der sportlichen Entwicklung sind wir zufrieden, bei den Zuschauerzahlen sehen wir deutliche Luft nach oben, da die Zuschauerzahlen nach dem Anstieg in der Vorsaison heuer um etwas mehr als 9 % rückläufig waren. Am ambitionierten Ziel von 10.000 Zuschauern im Schnitt halten wir fest und werden gemeinsam mit den Klubs Maßnahmen evaluieren, um einen Zuschaueranstieg, den wir uns durch die Reform erhoffen, zu erreichen.“


Mit Unterstützung von

Aktuell im vsport liveticker