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20.02.2017

Bickel: "Müssen für
nächste Saison planen"

Wien, 19.02.2017. Zu Gast bei „Talk & Tore - Die Tipico Fußballdebatte" waren am Sonntag Rapid-Geschäftsführer Sport Fredy Bickel, Young Boys Bern-Trainer Adi Hütter, Ex-Bundesliga-Coach (Rapid, Wr. Neustadt, SV Grödig) Peter Schöttel und Sky-Experte Heribert Weber. Hier einige Aussagen des von Thomas Trukesitz moderierten Live-Talks.

Fredy Bickel:

über den Zeitpunkt des Trainerwechsels bei Rapid: Wenn du über 30 Spieler in einer halben Saison brauchst, kannst du nie ein Team bilden, eine Mannschaft finden. Das ist unmöglich. Der Trainerwechsel so kurz vor der Winterpause machts dem Trainer schwierig, der Mannschaft schwierig. Wenn man dort noch etwas Geduld hätte haben können. Das ist aber jetzt im nachhinein einfach zu diskutieren, aber auch vielleicht nicht sehr fair von mir, weil ich ja nicht die Situation gekannt habe, wenn ich jetzt auf etwas zurück schaue, was ich nicht entscheiden konnte, was ich auch nicht entscheiden darf.

über die bescheidene Bilanz unter Rapid-Trainer Damir Canadi: Wenn man es so betrachtet und anschaut, Zahlen lügen nicht. Ich kann aber bestätigen, wie akribisch er arbeitet, wie ehrgeizig er ist und wie fest ihn selbst das auch plagt. Er will schnell vorwärts kommen, was ich grundsätzlich sehr unterstütze. Auch die Zusammenarbeit ist erfreulich, das kann ich nur unterstreichen. Ich denke, dass es auch nicht so weit weg ist mit der Harmonie. Es ist nicht so, dass er nicht harmoniebedürftig wäre. Er sucht den Teamgedanken. Dass es ihm, wie uns allen, momentan nicht so gut, ist auch begreiflich. Seinen Ehrgeiz empfinde ich als positiv.

hakt den Kampf um einen Europacupstartplatz so gut wie ab: Wir sagen es nicht gerne, dass man jetzt die neue Saison schon vorbereiten muss. Das darfst du eigentlich nicht, weil es ja in jedem Spiel noch um etwas geht. Wenn die anderen vorne weiterhin kränkeln, dann kommst du vielleicht noch einmal zu einer Chance, aber dann müsstest du auch Spiele gewinnen, also ist auch der Moment wichtig. Aber ich denke, es ist schon auch eine Phase, es liegt so vieles brach. Man muss wiklich neue Wege gehen. Das muss auch gemacht werden und das ist auch jetzt gemacht. Der Zeitpunkt wird wahrscheinlich nie richtig sein, aber da müssen wir durch.

über grundsätzliche Unterschiede zwischen dem Fußball in der Schweiz und in Österreich: Ich denke, dass die österreichischen Klubs von der Organisation her, vom Marketing her, auch vom Umgang mit Sponsoren, VIP´s und Fans den Schweizern viel voraus sind. Das machen sie echt viel besser. Ich denke aber, dass das Hauptaugenmerk mehr auf die Vereinsarbeit und weniger auf den Sport gelegt wird. Das sollte ausgeglichener sein. Die Schweizer sollten auch diesen Weg gehen, aber den umgekehrten. Dort liegt oftmals der Blickwinkel zu fest beim Sport und weniger beim ganzen Umfeld.