22.08.2016

Die Geschichte wird sich
noch öfter wiederholen

ELRED FAISST | Die Segel-Bronzemedaille für Österreichs Olympia-Mannschaft hat – zu Recht – viel Freude ausgelöst. Weil damit die Wiederholung der Nullnummer von London erspart geblieben ist. Trotzdem waren die Spiele in Rio für Österreich enttäuschend. Nicht so sehr, weil – die zu Unrecht als Olympiatouristen bezeichneten  – Sportler die Medaillen, die man erwartet hat, nicht geholt haben. Sondern weil sich seit der Nullnummer in London in der sportlichen Struktur des Landes nichts, aber auch gar nichts getan hat. 

Die Lösungsansätze sind die gleich falschen wie vor vier Jahren. Die tägliche Turnstunde wurde gefordert, versprochen und nicht eingehalten. Allein dieser Umstand verdeutlicht, an was es der „Nicht-Sportnation Österreich“ wirklich fehlt. An einer durchgängigen Sportkultur. Vor allem im Kinder- und Jugendbereich. 

Zur Wiederholung: Kinder werden mit einem natürlichen Bewegungsdrang geboren. Sobald sie dann wirklich beginnen, schränken wir selbigen an allen Ecken und Enden ein. Weil sie zu laut sind, weil es gefährlich ist, weil sie schmutzige Kleidung nach Hause bringen, weil der Rasen sich erholen muss, weil die Schulturnhallen in den Ferien geschlossen halten müssen. Und noch viele andere Begründungen tragen dazu bei, dass sich Kinder nicht in gewünschtem Ausmaß bewegen dürfen. 

Seit London haben wir vier Jahre versäumt, um daran etwas zu ändern. Projekte, die jetzt auf 2020 oder 2024 abzielen, sind völlig sinnlos. Die einzige Chance, die Österreich hat, ist eine Sport- und Bewegungskultur zu schaffen. Ab dem ersten Lebenstag jedes neuen Erdenbürgers. Das greift vermtulich erst in 20 Jahren. Und jeder Tag, an dem wir nicht in der Lage sind, diese Kultur so leben zu können, wird mögliche sportliche Erfolge zeitlich noch weiter nach hinten schieben.