25.06.2016

Enttäuscht

ELRED FAISST | Eigentlich sollte an dieser Stelle ein Bericht, ein netter Bericht ein großes Fußballturnier in Stuttgart stehen. Für das sich RW Rankweil mit fünf Mannschaften angemeldet hat. Für das sich der Verein, besser deren Verantwortliche mächtig ins Zeug gelegt haben. Um den Kindern ein unvergessliches Erlebnis zu ermöglichen.

Was man dann aber in Stuttgart vorfand – das Turnier nennt sich immerhin Mini-EM – war alles andere als EM-würdig. Es war schlichtweg auch nicht nachwuchstauglich. 

Das Erfreuliche gleich vorweg. Die Kinder haben sich den Spaß am Fußball nicht verderben lassen, das ist gut so. Viele Trainer und Eltern haben den Kindern, denen auch Ungereimtheiten aufgefallen sind, erkärt, das ist bei einem Turnier so, das kommt vor.

Das weniger Erfreuliche ist bedeutend länger. Die Spielpläne wurden ständig umgeworfen. „Laden sie doch unsere App auf ihr Handy und suchen sie sich den neuesten Spielplan“, ließ der Stadionsprecher die staunenden Trainer und Eltern wissen. Ein RW-Rankweil-Mannschaft hätte am Freitagabend schon spielen sollen. Verschoben auf Samstag, 8.30 Uhr, hieß es. Aufstehen um sechs, die Kinder waren pünktlich da, neuerlich verschoben hieß es. Aber das kann halt passieren.

5000 Personen auf einem Sportgelände ist fürwahr eine stolze Anzahl. Eine Verpflegstelle dazu ist herzhaft wenig. Bis zu einer Stunde anstehen, um versorgt zu werden, geht gar nicht. Aber das kann ja vorkommen. 

Eltern, die ihre zugesagten Hotelzimmer nicht bekamen, Kinder die weinten, weil sie vom Gegner niedergetreten wurden, Schiedsrichter, deren Kenntnisse vom Fußball höchst sparsam waren. Auch das gehörte zum Alltag in Stuttgart. Einige sind abgereist, die meisten geblieben. Wieder kommen werden freilich die Allerwenigsten . . .

Schade.