18.05.2016

Nicht das Ligaformat entscheidet, sondern die Professionalität

Sie heißt fälschlicherweise Erste Liga, die österreichische zweite. Die zum großen Sorgenkind im österreichischen Fußball geworden ist. Just in der Saison, in deren Vorfeld gejubelt wurde: „Das ist die beste zweite Liga aller Zeiten, die ist sogar attraktiver als die Bundesliga“ tönte es aus verschiedenen Kanälen. Vorab verständlich: Tauchten doch mit Austria Klagenfurt und Austria Salzburg Namen in der Liga auf, die durchaus Namen in Österreichs Fußball mitbrachten. Schon präsent war der LASK, der immerhin der erste Österreichische Meister war, der nicht aus Wien stammte. Mit Austria Lustenau und St. Pölten fanden sich zwei gestandene Zweiligisten im Starterfeld. Was sollte da eigentlich schiefgehen?

Zehn Monate später wissen wir: ALLES ist schiefgegangen, was schief gehen konnte. Mehr ging nicht mehr. Der Abstieg wurde durch Lizenzentzug (Austria Salzburg) und Lizenzverzicht (Grödig) entschieden. Der Aufstieg wird möglicherweise durch einen weiteren Lizenzentzug (Austria Klagenfurt) entschieden.

Parallel zum Liga-Desaster laufen Reform-Überlegungen. Die in schlechten Zeiten – wenig überraschend – mehr Zuläufer haben als in guten. Aber was soll kommen. Persönlich habe ich Bauchweh – bei jedem der angedachten Ligaformate. Eine „heilende“ Liga kann und wird es nicht geben. 

Das einzige, was wirklich helfen kann: Die Klubs müssen sich professionalisieren. Ob es in Österreich zehn, 20 oder 30 Profiklubs verträgt, ist nicht wirklich das Thema. Dass städtischer Hintergrund vorhanden sein muss, führen die Pleiten von Innsbruck, Bregenz, GAK usw. ad absurdum. Helfen können sich die Klubs nur selbst, unterstützen kann sie dabei ein rigoroses Lizenzierungsverfahren. Eine wenig durchlässige Schnittstelle zwischen Amateur- und Profifußball, beinharte Auflagen für Aufsteiger, beinharte Auflagen für die Ligamitglieder. Nicht strafend, sondern helfend. Dann ist in einem wirtschaftlich starken Land die Frage nach der Anzahl der Profiklubs keine wirklich bedeutende mehr.


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