07.03.2016

Charaktersache

ELRED FAISST | Das 0:0 ist vor allem ein Verdienst von Martin Kobras, der nach fast einem Jahr auf der Ersatzbank den verletzten Andreas Lukse ersetzt hat. Schon in Wolfsberg eine Topleistung, eine Meisterleistung gegen Rapid, die Wiener kamen in vier 1 gegen 1-Duelle nicht an Kobras vorbei.

Trainer Damir Canadi lobte ihn öffentlich. Das war nicht immer so. Nach einem halben Jahr Bundesliga wechselte Canadi die Altach-Ikone gegen seinen Wunschtorhüter Andreas Lukse aus. Nach fünfeinhalb Jahren als Nummer eins hieß es für Kobras: Ab in die Versenkung. Das war knallhart. Als er im Frühjahr 2015 für den am Finger verletzten Lukse einspringen musste, patzte Kobras einige Male. Nicht wegen mangelndem Können, sondern weil er eine Oberschenkelverletzung nicht wirklich auskurierte, der Mannschaft helfen wollte.

Jetzt wäre es für die ehemalige Nummer eins ein Leichtes gewesen, dem Trainer für die Degradierung eins auszuwischen. Das zu tun entspricht aber nicht dem Charakter von Martin Kobras. Obwohl er genau weiß, wenn Lukse wieder fit ist, heißt es ab auf die Ersatzbank, egal wie gut Kobras auch spielen wird. Und wenn er irgendwann wieder einspringen muss, wird er neuerlich seine beste Leistung abrufen. Solch professionelles Verhalten ist eben Charaktersache.


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