16.04.2018

Salzburg liegt jetzt erstmals in Führung

Den Hausherren gelang ein perfekter Start, bereits nach 119 Sekunden konnte das in der Serie so wichtige 1:0 bejubelt werden. Der gebürtige Bozner Peter Hochkofler fälschte einen Schuss von Alexander Pallestrang ab. Minuten später brachten sich die Red Bulls durch zwei unnötige Strafen selbst in Bedrängnis. 42 Sekunden doppelte Überzahl für die Südtiroler Gäste war die Folge. Zuerst scheiterte man noch bei zwei Stangenschüssen von Kapitän Egger und Tomassoni, doch dann stürmte Dominic Monardo von der blauen Linie in Richtung Starkbaum und ließ dem Keeper mit einem Haken keine Chance. Gegen Ende des Drittels war Salzburg wieder am Drücker und konnte zwei Minuten vor der Pause die neuerliche Führung durch einen Distanzschuss von Ryan Duncan erzielen.
 
Diesen Schwung nahmen die Red Bulls in den Mittelabschnitt mit und waren anfangs klar überlegen. Just am Ende eines Powerplays passte Harris unglücklich von hinter dem gegnerischen Tor zurück, Raffl verpasste die Scheibe und diese ging direkt zum von der Strafbank kommenden Robin Gartner. Der Schwede ließ sich die Chance nicht nehmen und glich im Solo aus (28.). Als Stajnoch wegen hohen Stocks für vier Minuten auf die Strafbank musste, waren wieder die Salzburger Unterzahlformationen gefragt. Monardo vergab dabei freistehend vor dem Tor die beste Möglichkeit. Darauf folgten mehrere Strafen und plötzlich hatte Salzburg ein 4-gegen-3 Powerplay. In diesem traf neuerlich Ryan Duncan zum 3:2. Die Antwort des HCB folgte exakt 59 Sekunden später: Die Red Bulls standen im Powerplay zu tief, die Gäste konnten sich befreien und starteten einen 2-gegen-1 Konter, den Chris DeSousa erfolgreich zum Ausgleich in Unterzahl abschloss.
 
In Minute 45 kamen die Füchse wie aus dem Nichts zur erstmaligen Führung in dieser Partie. Tomassoni brachte den Puck vors Tor und Chris DeSousa fälschte perfekt ab. Salzburg war sichtlich geschockt von diesem Rückstand und kam kaum zu guten Offensivszenen. Dagegen scheiterten Oleksuk an der Stange und Angelidis im Powerplay an Starkbaum. Dann folgten dramatische Schlussminuten: Nach der Salzburger Strafe folgten kurz nacheinander zwei Strafen gegen Bozen. Im 5-gegen-3 benötigte Bobby Raymond nur zehn Sekunden für den Ausgleich von der blauen Linie (58.). Der Assist kam von John Hughes, der damit auch im 13. Spiel in Folge punktete (16 Punkte). Keine Minute später schoss Brant Harris die Red Bulls zur vermeintlichen Serienführung. Doch Bozen gab nicht auf und nützte die verbleibenden 1:45 Minuten zum 5:5 Ausgleich in dieser verrückten Phase. Pekka Tuokkola war bereits auf der Bank und nachdem Hughes das leere Tor verfehlte, tankte sich Michael Halmo vor dem Tor durch und bezwang den Salzburger Schlussmann mit einem Haken. Spannender hätte dieses Drittel nicht enden können. Damit ging es erstmals in dieser Serie in die Verlängerung.
 
Da gingen beide Teams kein Risiko ein und waren zuerst auf eine gesicherte Defensive bedacht. Nach nur zwei Minuten kassierte Peter Hochkofler eine Strafe, das folgende Überzahlspiel konnte Bozen jedoch nicht nutzen. Danach waren die Red Bulls wieder tonangebend und setzten die Gäste unter Druck. Nach 75:30 Minuten war es dann soweit: Rob Schremp bediente Brant Harris und dieser umkurvte das Tor und schoss mit dem „Bauerntrick“ die Hausherren zur umjubelten Serienführung.
 
Erste Bank Eishockey Liga, 5. Finale:
So. 15.04.2018: EC Red Bull Salzburg – HCB Südtirol Alperia 6:5 n.V. (2:1,1:2,2:2,1:0)
Schiedsrichter: LEMELIN/SMETANA, 3.400 Zuschauer;
Tore RBS: Hochkofler (2.), Duncan (18., 38./pp), Raymond (58./pp2), Harris (59./pp, 76.)
Tore HCB: Monardo (8./pp2), Gartner (28.), DeSousa (39./sh, 45.), Halmo (60.)
Stand in der “best-of-seven”-Finalserie, RBS – HCB: 3:2